Schleswig-Holstein: Polizei lässt betrunkenen Fahrer ziehen – dann tötet er zwei Menschen

Nach einer Polizeikontrolle in Schleswig-Holstein durfte ein Mann mit seinem BMW weiterfahren (Symbolbild)
Nach einer Polizeikontrolle in Schleswig-Holstein durfte ein Mann mit seinem BMW weiterfahren (Symbolbild)
Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Bad Oldesloe. Diese Geschichte ist ebenso tragisch wie unglaublich. Ein Mann hat zwei Menschenleben auf dem Gewissen – und die Polizei in Schleswig-Holstein hätte das verhindern können.

Denn Anfang August stoppten die Beamten einen Autofahrer auf der A20 in Schleswig-Holstein, auf Höhe Bad Oldesloe. Doch sie verpassten es, etwas Entscheidendes zu tun.

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Schleswig-Holstein: Polizei kontrolliert Autofahrer

Die Beamten unterzogen den Mann einer Routinekontrolle. Dabei fragten sie ihn auch, ob er Alkohol getrunken habe. Der Mann verneinte.

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Einen freiwilligen Alkoholtest lehnte er ab. Die Polizei entschied sich aber, eine Umgebungsluftmessung durchzuführen, bei der Alkoholausdünstungen im Fahrzeug festgestellt werden können. Das Gerät zeigte keinen Alkohol an. Der Mann durfte weiterfahren.

Nach Stopp in Schleswig-Holstein ein Unfall

Doch nur eine Stunde später raste er auf der Autobahn Richtung Stettin mit seinem BMW in ein anderes Auto. Darin saßen ein 45-Jähriger und eine 19-Jährige. Beide starben bei dem Unfall. Der Mann selbst blieb unverletzt. Die Polizei nahm ihm Blut ab – und stellte 2,11 Promille fest.

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Zwei Menschen sind tot, weil jemand offensichtlich schwer betrunken war. Und das hatten die Polizisten in Bad Oldesloe nicht korrekt feststellen können?

Hätte die Polizei in Schleswig-Holstein das verhindern können?

In der „Bild“ kommt ein Busfahrer zu Wort, der die Polizei zuvor auf den BMW-Fahrer aufmerksam gemacht hatte, weil dieser Schlangenlinien fuhr.

Der Busfahrer war auch zu Beginn der Kontrolle in Bad Oldesloe kurz dabei und konnte dort schon feststellen: „Der stand völlig neben der Spur!" Er sei davon ausgegangen, dass die Beamten ihn „direkt aus dem Verkehr ziehen.“

Gegen den Fahrer wird jetzt wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Und bei der Polizei Schleswig-Holstein wird intern überprüft, warum der Lufttest nicht funktionierte und ob man in einer solchen Situation anders hätte reagieren können. (wt)