Schleswig-Holstein: Klinik führt neue Arbeitskleidung ein – Frauen sind völlig entsetzt

Pflegekräfte stehen im Universitätsklinikum in Schleswig-Holstein.
Pflegekräfte stehen im Universitätsklinikum in Schleswig-Holstein.
Foto: imago images/Agentur 54 Grad

Das Universitätsklinikum in Schleswig-Holstein (UKSH) hat sich vor ein paar Monaten mit der Einführung von neuer Arbeitskleidung mächtig Ärger eingehandelt. Bis in die Politik wird der Fall mittlerweile heftig diskutiert. Denn mit den Klamotten können sich vor allem die weiblichen Arbeitskräfte an den Standorten in Kiel und Lübeck überhaupt nicht anfreunden. Und das ist noch zurückhaltend ausgedrückt.

Am Mittwoch berichteten im Kieler Landtag Personalvertreter des Krankenhauses aus Schleswig-Holstein über die schlimme Situation. Und auch einige Abgeordnete schienen leicht vom Glauben abzufallen über das, was sie da aus einer der größten Universitätskliniken Deutschlands hörten.

Schleswig-Holstein: Das war passiert

Seit April schon müssen die Pflegekräfte die neuen Klamotten anziehen. Für viele eine Zumutung.

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Denn wie die „Kieler Nachrichten“ berichten, sollen die Schnitte der Kleidung die Sicht auf Unterwäsche und nackte Haut freilegen und so transparent sein, dass kaum etwas verhüllt wird. Die weiblichen Pflegekräfte seien deshalb „Anzüglichkeiten“ ausgesetzt.

Frauenpolitikerinnen in sämtlichen Parteien sind mächtig verärgert. So sagte zum Beispiel Aminata Touré, Grünen-Abgeordnete und Landtagsvizepräsidentin, laut des Berichts: „Als Frau wird man in dieser Gesellschaft regelmäßig ungewollt sexualisiert. Dass die Mitarbeiterinnen das für ihren Alltag schon als normal empfinden, ist ein Problem, das viele Frauen kennen.“

Zudem habe es in der Vergangenheit ja schon öfter Beschwerden über den unwürdigen Zustand gegeben. Nun soll sich aber endlich etwas ändern.

Schleswig-Holstein: Klinikum will nachbessern

Die Pflegedirektorin des UKSH, Sabine Richter, kündigte so schnell wie möglich Verbesserungen an. „Wir haben reagiert und gemeinsam mit dem Personalrat entschieden“, sagte sie den „Kieler Nachrichten“.

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Die Bekleidung für Krankenschwestern und Krankenpfleger soll nun von weiß auf dunkelblau umgestellt werden und die Mitarbeiter zwei statt fünf Garnituren zum Anziehen bekommen.

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Allerdings soll das letzte Kleidungsstück erst zum Jahresende ausgemustert sein. Bei den jetzigen Kleidungsstücken würden sich die Fasern nach mehreren Wäschen verdichten und sie müssten ohnehin nach 150 Wäschen ausgetauscht werden, hieß es weiter. (rg)