Sylt: An dieser Stelle ragt ein rätselhaftes Relikt aus dem Wasser – doch es ist nicht immer sichtbar

Vor Sylt ragt an einer Stelle ein rätselhaftes Holzhaufen aus dem Wasser.
Vor Sylt ragt an einer Stelle ein rätselhaftes Holzhaufen aus dem Wasser.
Foto: MOIN.DE

Sylt. Eine rätselhafte Ansammlung von Holzplanken ragt vor Sylt aus dem Wattenmeer.

Hinter dem vom Meer zerfressenen Trümmerhaufen verbirgt sich eine abenteuerliche Geschichte, die auf Sylt heute nahezu in Vergessenheit geraten ist – genauso wie das Relikt selbst. Denn es ist nur bei Ebbe sichtbar.

Sylt: Überreste des Schiffs „Mariann“

Bei dem Holzhaufen handelt es sich um die Überreste des Schiffs „Mariann“. Dessen Geschichte kennt Autorin und Sylt-Expertin Sina Beerwald.

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Als ehemaliges Getreide-Transportschiff lag der Dreimastschoner nach dem Zweiten Weltkrieg in einem schwedischen Hafen.

Künstler aus Sylt wollen Café eröffnen

„Eine Künstlergruppe auf Sylt hat das Schiff herschleppen lassen“, erzählt die Schriftstellerin MOIN.DE. „Ihr Ziel war eigentlich, darauf ein Café zu errichten.“

Doch der Schuss ging nach hinten los. Die Truppe erhielt keine Genehmigung, im Hafen von Munkmarsch anzulegen. Auch das nächste Vorhaben scheiterte.

Party-Schiff vor Sylt

„Sie haben es nach Braderup gezogen und dort vor Anker gelegt“, berichtet Sina Beerwald MOIN.DE. Per Seebrücke sollte das Schiff zugänglich gemacht werden, doch auch dieser Plan wurde abgelehnt.

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Schließlich wurde die „Mariann“ zum inoffiziellen Party-Schiff! Die Leute sind bei Ebbe zu Fuß auf das Schiff gelaufen und „es soll dort schon die ein oder andere legendäre Party stattgefunden haben.“

„Mariann“ brennt vor Sylt ab

1981 nahm das Feiern in der Nordsee ein jähes Ende. Das Schiff fiel einem Brand zu Opfer. Ob der Dreimastschoner bei einer der Partys Feuer gefangen hatte oder mutwillig angezündet worden war, bleibt bis heute unklar.

Sylt: Fünf überraschende Fakten zur Insel
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„Man hätte es zwar vielleicht noch löschen können“, erzählt die Autorin MOIN.DE, „so geht es aus dem Zeitungsarchiv hervor, doch man hat es abbrennen lassen.“

Meer nagt am Schiff vor Sylt

Da niemand die Überreste des Schiffs aus der Nordsee gezogen hat, ist die „Mariann“ nach und nach zu einem Wrack verkommen.

++ Sylt: Hier darfst du auf keinen Fall spazieren gehen – es könnte böse enden! „Würde nichts mehr übrig bleiben“ ++

Von dem Schiffsrumpf sind heute nur noch die paar Planken übrig geblieben. „Inzwischen hat tatsächlich das Meer so daran genagt“, sagt Sina Beerwald.

Sehenswürdigkeit für Sylt-Urlauber

In den 80er-Jahren sei das Wrack „schon ein Magnet gewesen“, der auch viele Urlauber angezogen hat. Manche berichten noch heute davon, wie sie das Schiff vor dem Brand noch „ziemlich im Original-Zustand“ gesehen haben.

„Heute weiß kaum einer mehr, dass es da liegt“, berichtet die Autorin MOIN.DE. Das liegt daran, dass die Reste des Schiffs nur bei Ebbe sichtbar werden.

Noch mehr faszinierende Geschichten über Sylt

„Und selbst dann kennen viele die Geschichte dahinter nicht“.

Viele weitere, faszinierende Sehenswürdigkeiten hat Sina Beerwald in dem Buch „111 Orte auf Sylt, die man gesehen haben muss“ gesammelt.

Bei Ebbe durch Braderup auf Sylt spazieren

Außerdem ist Braderup wenig touristisch, nicht viele Urlauber finden den Weg dorthin. Wer einen Blick auf das Wrack erhaschen will, sollte bei Ebbe auf dem weißen Kliff in Braderup spazieren gehen.

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Man kann entweder am Ende der Straße „Üp de Hiir“ parken und den Fußweg zum Watt hinablaufen oder mit der Busline 3 bis zur Haltestelle Braderup fahren und von dort zum Kliff laufen.