Sylt: Diese Kult-Institution bangt um ihre Zukunft – „Eine Katastrophe!“

Der Lockdown trifft die Tourismusbranche und Gastronomie hart – auch auf Sylt.
Der Lockdown trifft die Tourismusbranche und Gastronomie hart – auch auf Sylt.
Foto: IMAGO / Torsten Helmke

Die Vorbereitungen auf Sylt zur Öffnung des Tourismus laufen auf Hochtouren. Doch so manche Entscheidung wird vielen wahrscheinlich nicht gefallen (MOIN.DE berichtet).

Ein guter Plan ist ja bekanntlich die halbe Miete, aber die Frage bleibt, welche Gastronomen nach dem zweiten Lockdown auf Sylt überhaupt noch übrig sind.

Sylt: Gastronom am Zittern

Das begehrte Restaurant „Sansibar“ auf Sylt blickt aufgrund des Lockdowns wirtschaftlichen Herausforderungen entgegen. Der Eigentümer muss zittern, wie er im Interview mit „Shz.de“ berichtet.

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Wie auch viele andere Restaurants bietet das „Sansibar“ einen Abholservice an. Tische und Stühle sind zusammen gestellt, sonst sind die Räumlichkeiten von Stille und Leere geprägt.

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Das ist Sylt:

  • Sylt ist die größte nordfriesische Insel und liegt in der Nordsee
  • Nach Rügen, Usedom und Fehmarn ist Sylt die viertgrößte Insel Deutschlands
  • Zahlreiche Gebiete auf und um Sylt sind als Schutzgebiete ausgewiesen. Auf der Insel gibt es allein zehn Naturschutzgebiete
  • Der Tourismus ist seit über 100 Jahren auf Sylt von erheblicher Bedeutung, seit Westerland 1855 zum Seebad (Kurort) wurde
  • Im Sommer befinden sich täglich rund 150.000 Menschen auf der Insel
  • Zum Vergleich: Lediglich rund 18.000 Menschen leben auf Sylt

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Der besagte Abholservice sei aber alles andere als wirtschaftlich:

„Nein, damit hält man unseren Betrieb nicht aufrecht. Aber wir wollen das tun, was geht: für unsere Gäste und natürlich für unsere Mitarbeiter“, verrät Herbert Seckler im Gespräch mit „Shz.de“.

Auf die Zukunft blickt er eher pessimistisch und hofft auf eine Rückkehr zur Normalität durch die Impfungen. Aber das dauere aus seiner Sicht noch etwas. Das Jahr 2021 sei für ihn auch schon gelaufen: „Nicht mehr in diesem Jahr.“

Sylt: Probleme sollen aus Sicht des Gastronom auch für 2021 noch bestehen bleiben

Der Lockdown habe ihn hart getroffen: „Eine Katastrophe! Ich hoffe, dass wir durckommen.“

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Der Gastronom beschäftigt rund 180 Mitarbeiter. Auch ihre Zukunft ist nun ungewiss.

Nach dem ersten Lockdown wurde die Insel Sylt ja förmlich von Touristen überrannt. Daraus ziehe der Seckler auch für sein Restaurant Konsequenzen: „Ich würde mein Lokal nie mehr so voll machen.“

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Er musste nämlich auch so manche Polizeikontrolle einstecken.

Dabei kam auch die langjährige Diskussion wieder in den Fokus, dass die Sylter weniger Touristen wollen. Dem steht Seckler auch skeptisch gegenüber:

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„Was will man denn ändern? Natürlich wäre es schön, wenn man die Insel ohne andere Menschen genießen könnte. Wir sind schon merkwürdige Wesen. Wenn wir glauben, es muss leer sein, dann sollen die anderen wegbleiben, aber doch nicht man selbst. Schon gar nicht, wenn man hier ein Geschäft hat.“

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Es bleibt nur zu hoffen, dass der Gastronom finanziell durchhält und diese Kult-Institution Sylt erhalten bleibt – sowohl für die Bewohner der Nordsee-Insel als auch für Touristen. (pag)