Sylt: Menschen nervt die überfüllte Insel – aber jetzt kommt DAS hier raus

Strandbesucher in Wenningstedt auf Sylt in diesem Sommer.
Strandbesucher in Wenningstedt auf Sylt in diesem Sommer.

Weil eine Reise ins Ausland wegen Corona oft nicht möglich oder zu umständlich ist, haben diesen Sommer besonders viele Menschen Urlaub in Deutschland gemacht. Das habe dazu geführt, dass die Insel Sylt und andere beliebte Hotspots aus allen Nähten platzen, meinen einige. Andere hingegen finden es nicht voller als sonst und haben auch wenig besuchte Inselabschnitte gesehen (wir berichteten).

Vielleicht entsteht der Eindruck der Überfüllung, weil sich immer wieder nicht an Abstandsregeln gehalten wird und so Menschenansammlungen zustandekommen, die es eigentlich gar nicht geben dürfte? Zu Pfingsten noch waren beispielweise Tagestouristen auf Sylt verboten, trotzdem gab es einen Besucher-Ansturm auf die Insel, der so manchen verzweifeln ließ (wir berichteten).

Sylt: Fünf überraschende Fakten zur Insel
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Volle Insel Sylt im Sommer

Dann startete der Sommer so richtig, Beschränkungen wurden wieder aufgehoben und die Tourismusbranche fand nach dem Lockdown und dem Total-Verbot des Tourismus ihre Zuversicht für das Jahr 2020 wieder.

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Übernachtungen wurden zahlreich gebucht, aber auch storniert. Tagestouristen waren wieder erlaubt und füllten die Insel. Nicht selten führte das zu Zuständen, bei denen die Hygiene- und Abstandsregeln nicht ausreichend eingehalten wurden.

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Das immer gut gefüllte Restaurant Gosch geriet in die Schlagzeilen, weil man dort die Hygiene-Regeln beachtete, aber fremde Menschen an Tischen zusammensetzte (wir berichteten). Einige sahen in der Insel Sylt einen aufkommenden Corona-Hotspot.

Sylt: Das sind die Zahlen für Schleswig-Holstein

Alles in allem stellt sich da tatsächlich die Frage, ob Sylt in diesem einzigartigen Corona-Sommer „überrannt“ wurde? An konkreten Zahlen lässt sich das nun zumindest für einen Monat besser festmachen.

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Das ist Sylt:

  • Sylt ist die größte nordfriesische Insel und liegt in der Nordsee
  • Nach Rügen, Usedom und Fehmarn ist Sylt die viertgrößte Insel Deutschlands
  • Der Tourismus ist seit über 100 Jahren auf Sylt von erheblicher Bedeutung, seit Westerland 1855 zum Seebad (Kurort) wurde
  • Im Sommer befinden sich täglich rund 150.000 Menschen auf der Insel
  • Zum Vergleich: Lediglich rund 18.000 Menschen leben auf Sylt

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Der Tourismus in Schleswig-Holstein insgesamt hat zu Sommerbeginn gegenüber dem Vorjahr weiter deutliche Einbußen hinnehmen müssen – aber nicht in allen Bereichen. Insgesamt sank die Zahl der Übernachtungsgäste infolge der Corona-Pandemie im Juni mit 820.000 aber um 24,6 Prozent unter den Vorjahreswert.

Wie das Statistikamt Nord am Freitag weiter berichtete, fiel die Zahl der Übernachtungen um 10,8 Prozent auf fast 3,9 Millionen. Im ersten Halbjahr ging die Gästezahl um 43,3 Prozent auf 2,23 Millionen zurück. Bei den Übernachtungen bedeuteten 9,04 Millionen ein Minus von 37,9 Prozent zum gleichen Vorjahreszeitraum.

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Sylt: Moderate Rückgänge im Juni

Die touristischen Hotspots an den Küsten knüpften im Juni aber sowohl bei den Ankünften als auch bei den Übernachtungen wieder an das Vorjahresniveau an. So gab es an der Nordsee in St. Peter-Ording (minus 1,7 Prozent) und in der Gemeinde Sylt (minus 5,5 Prozent) moderate Rückgänge bei den Übernachtungen.

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Eine „Überfüllung“ der Insel ist also anhand der Übernachtungen zumindest im Juni nicht festzustellen – jedenfalls nicht im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings ist zu beachten, dass Tagestouristen nicht mit in diese Rechnung eingeflossen sind.

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Und für Menschen, die die Insel ohnehin schon seit Jahren im Sommer für überbevölkert halten, wird auch der moderate Rückgang in diesem Juni kein Indiz dafür sein, dass die Insel „nicht überrannt“ gewesen ist. Denn Sylt war und ist voll, sowohl im letzten als auch in diesem Jahr. (rg mit dpa)