Sylt: Frau mit Pferd hat eine Bitte – damit tritt sie eine heftige Diskussion los! „Erbärmlich“

Auf Sylt sind Reiter gerne mal am Strand unterwegs (Symbolbild).
Auf Sylt sind Reiter gerne mal am Strand unterwegs (Symbolbild).
Foto: picture alliance / Alexander Farnsworth

Sylt ist verdammt beliebt. In normalen Zeiten – was wir gerade haben, sind definitiv keine – tummeln sich auf der Insel richtig viele Menschen.

Die einen wollen an der Strand von Sylt, andere die Insel mit dem Rad abfahren. Wieder andere sind mit dem Pferd unterwegs. Bei so viel Trubel ist es gar nicht so leicht, alle Interessen unter einen Hut zu bekommen. Das Thema beschäftigt gerade auch eine Reiterin, sie wollte daher etwas loswerden.

Sylt: Eine Bitte, viele Reaktionen

Sie wandte sich mit ihrem Anliegen an die fast 80.000 Mitglieder einer Sylt-Gruppe auf Facebook. Und zwar sowohl an die, die „schon hier sind“, also gerade auf der Insel, als auch an die, „die irgendwann wieder hier sein werden“, schrieb sie. „Im Besonderen an die Radfahrer.“

„Ich als Reiterin möchte euch bitten, Rücksicht zu nehmen, wenn ihr Reitern begegnet, ein kurzes ,Hallo' rufen, damit das Pferd sich nicht zu Tode erschreckt, wenn wie aus dem Nichts ein Radfahrer an ihm vorbei schießt. Und ausreichend Abstand halten!!“

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Hitzige Diskussion auf Sylt

Sie vermutete gar keine böse Absicht, wollte einfach nur sensibilisieren. Die Frau schrieb: „Viele verhalten sich vermutlich aus Unkenntnis rücksichtslos, daher wäre es schön, wenn beide Seiten aufeinander achten, denn niemand möchte wohl, dass etwas passiert!“

So weit, so nachvollziehbar. Was als freundliche Bitte begann, führte dann aber zu einer richtig lebhaften Diskussion, die sich thematisch von der Rücksicht auf Pferde entfernte. Es ging schließlich um das Miteinander aller Menschen auf der Insel Sylt, und das nicht immer nur freundlich.

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„Es erwischt nicht nur die Reiter“, antwortete eine andere Frau. „Meinen Mann haben zwei unerfahrene Pedelecfahrer vom Rad geholt und sich nicht weiter gekümmert, anstelle einen Krankenwagen zu rufen. Das wird immer doller auf Sylt.“

Ein Mann reagierte: „Als Läufer muss ich allerdings auch sagen, dass mir Fahrradfahrer die sich von hinten anpirschen OHNE zu klingeln extrem auf den Sender gehen!“

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Das ist Sylt:

  • Sylt ist die größte nordfriesische Insel und liegt in der Nordsee
  • Nach Rügen, Usedom und Fehmarn ist Sylt die viertgrößte Insel Deutschlands
  • Die Insel Sylt ist vor allem für ihre Kurorte Westerland, Kampen, Wenningstedt und den ca. 40 Kilometer langen Sandstrand im Westen bekannt
  • Zahlreiche Gebiete auf und um Sylt sind als Schutzgebiete ausgewiesen. Auf der Insel gibt es allein zehn Naturschutzgebiete
  • Der Tourismus ist seit über 100 Jahren auf Sylt von erheblicher Bedeutung, seit Westerland 1855 zum Seebad (Kurort) wurde
  • Im Sommer befinden sich täglich rund 150.000 Menschen auf der Insel
  • Zum Vergleich: Lediglich rund 18.000 Menschen leben auf Sylt
  • Die Insel erreicht man mit dem Auto vom Festland mit dem Sylt-Shuttle der DB und dem Autozug, dazu verkehren Nahverkehrszüge und Inter City Züge der DB.
  • Auch über den Flughafen Sylt ist die Insel per Linien- und Charterverbindungen zu erreichen

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Ein Mann ergänzte, dass ihm rücksichtslose Radfahrer bei Gassigehen mit dem Hund begegneten: „Ich denke, das diese Radfahrer beim Autofahren oft auch Schwierigkeiten haben, den Blinker zu betätigen.“

Eine andere Reiterin wiederum berichtete von ihren negativen Erfahrungen: „Erst letzten September erlebt, dass Radfahrergruppen alle klingelnd von hinten ankommen, sich dann noch so dicht zwischen die Pferde drängeln, dass die Heckkörbchen unterhalb Pferdemaul waren. Ich hätte platzen können & habe dies auch mitgeteilt, stieß mit dem Ergebnis auf absolutes Unverständnis.“

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Eine Frau kommentierte knapp: „Erbärmlich, was man mit Menschen so erlebt.“

Etwas mehr Rücksicht auf Sylt

Manchen Reaktionen waren ähnlich knapp, aber konstruktiver: „Ich werde es auf jeden Fall beherzigen“, schrieb jemand.

So hatte jeder sein Anliegen. Und das waren nur ein paar der zahlreichen Äußerungen.

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Eine Frau versuchte dann schließlich, das Ganze zu beruhigen – und wieder zum Ausgangspunkt zurückzukommen: „Leute, es war eine Bitte, laut den Äußerungen hier, muss es echt furchtbar sein auf der Insel... Langsam Radfahren, klingeln und gut.“

Und überhaupt: Wenn einfach jeder ein bisschen Rücksicht auf andere nimmt, lösen sich die meisten Probleme ganz schnell in Luft auf. (jds)