Sylt: Erbe eines Mannes stellt die Insel vor ein Rätsel – der Grund ist sein Haus

Ein Haus in Westerland auf Sylt (Symbolfoto).
Ein Haus in Westerland auf Sylt (Symbolfoto).
Foto: imago stock&people

Westerland. Es ist eine Geschichte um ein Haus auf Sylt und ein Erbe, das auf der Insel für Diskussionen sorgt. Denn der verstorbene Besitzer des Hauses hat in seinem Testament ganz spezielle Bedingungen aufgestellt.

Und was die ganze Sachen ebenfalls nicht einfacher macht: Es liegt noch ein riesiger Betrag Schulden auf dem Haus auf Sylt. Ein schwieriges Unterfangen für den Erben, der seitdem so seine Schwierigkeiten hat.

Sylt: Fünf überraschende Fakten zur Insel
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Sylt: Haus an Gemeinde vererbt

In dem 140 Quadratmeter große Gebäude lebte ein 64-jährigen Mann. Als der im Mai 2019 starb, hinterließ er sein Haus nicht Verwandten oder Freunden – sondern der Gemeinde.

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Allerdings waren an das Erbe einige Bedingungen geknüpft. So wünschte der Verstorbene sich, dass sein Grab 25 Jahre lang gepflegt und dann eingeebnet werden soll.

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Das ist Sylt:

  • Sylt ist die größte nordfriesische Insel und liegt in der Nordsee
  • Nach Rügen, Usedom und Fehmarn ist Sylt die viertgrößte Insel Deutschlands
  • Die Insel Sylt ist vor allem für ihre Kurorte Westerland, Kampen, Wenningstedt und den ca. 40 Kilometer langen Sandstrand im Westen bekannt
  • Die Insel erreicht man mit dem Auto vom Festland mit dem Sylt-Shuttle der DB und dem Autozug, dazu verkehren Nahverkehrszüge und Inter City Züge der DB.
  • Auch über den Flughafen Sylt ist die Insel per Linien- und Charterverbindungen zu erreichen

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Außerdem sollte das Haus der Flüchtlingshilfe zur Verfügung gestellt werden. Der Mann hatte ausdrücklich erklärt, dass er nicht wolle, dass Insulaner darin wohnen, berichtet die „SHZ“.

Mann aus Sylt stellte Bedingungen

Ein besonders kurioses Detail: Als der Mann starb, lagen noch Schulden in Höhe von 180.000 Euro auf der Immobilie. Er wies aber darauf hin, dass im Haus mehrere Gemälde hingen, deren Wert auf insgesamt 120.000 Euro geschätzt worden sei und die somit bei Verkauf einen Großteil der Summe ausgleichen würden.

Bis hierhin ist die Geschichte bereits ungewöhnlich. Aber nachdem der 64-Jährige verstorben war und die Gemeinde von dem Erbe erfuhr, ging es noch merkwürdiger weiter. Denn offenbar behielt man die Information erst einmal für sich und informierte nicht einmal den Ortsbeirat.

Gemeinde auf Sylt schweigt lange zum Erbe

Zudem ist fraglich, ob man geschickt mit dem wertvollen Erbe umging. Die besagten Gemälde wurden verkauft – sollen allerdings nur 60.000 Euro eingebracht haben.

Hat man hier den richtigen Weg gewählt, sich an die richtigen Käufer gewandt, professionelle Kunst-Auktionatoren hinzugeholt? Womöglich nicht.

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CDU-Politiker Kay Abeling wunderte sich beim „SHZ“ darüber, dass unter den Bildern im Haus ein Werk des Malers Otto Piene gewesen sei, dessen Gemälde sonst teils bis zu 400.000 Euro einbringen können. Da wirkt der Erlös der verkauften Werke mickrig.

Hitzige Diskussionen auf Sylt

Erst 14 Monate nach dem Tod des Hausbesitzers informierte die Gemeinde den Ortsbeirat. Da waren Möbel und Gemälde bereits verkauft.

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Zudem urteilte der Bürgermeister, Nikolas Häckel, dass das Haus wegen seines Grundrisses nicht für die Unterbringung von Flüchtlingen geeignet sei.

Zukunft für Haus auf Sylt ungewiss

Auch hierüber regte sich im Ortsbeirat Unverständnis. Der Wunsch des Verstorbenen wäre hier eindeutig. Und weshalb sollte ein 140 Quadratmeter großes Haus nicht zumindest als Heim für eine Flüchtlingsfamilie fungieren können?

Nun wird in Westerland hitzig darüber diskutiert, ob das Vorgehen so korrekt war. Was hätte besser laufen können – und wer soll jetzt in das Haus einziehen? (wt)