Sylt: Umstrittenes Bauprojekt übertrifft alles – „Unglaubliche Herausforderungen und Schwierigkeiten“

Blick auf das teure Sylt-Projekt.
Blick auf das teure Sylt-Projekt.
Foto: IMAGO / localpic

Der Neubau des Lanserhof in List, einem Gesundheitsresort mit Spa-Bereich, Saunen, Indoor- und Outdoorpool ist höchst umstritten auf der Insel Sylt: Insgesamt 70 Zimmer entstehen dort für unglaubliche 125 Millionen Euro.

Weil der riesige Neubau den kleinen Ort dermaßen dominiert, sorgt er immer wieder für Ärger bei so einigen Anwohnern. Manch einer bezeichnet ihn gar als „Schande für die Insel“ (MOIN.DE berichtete). Das Argument: Sylt braucht nicht noch eine Bettenburg, schon wieder Spa-Bereich und Co.

Sylt: Große Herausforderungen beim Bau

Nichtsdestotrotz, der Lanserhof wird seit Monaten gebaut und wohl im März 2022 eröffnet. Gegenüber der „Sylter Rundschau“ machte der Bauherr Christian Harisch nun überraschende Aussagen über das Gesundheitsresort.

Denn: Hätte man gewusst, was da genau auf einen zukommt, hätte man das Projekt so gar nicht verwirklicht. „Wenn wir vorher gewusst hätten, welche unglaublichen Herausforderungen und Schwierigkeiten auf uns zukommen, hätten wir das nicht mit diesem Aufwand gemacht“, so Christian Harisch zu der Zeitung.

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Die 8.000 Quadratmeter Reetdach, Berücksichtigung von Natur und Umgebung, die Corona-Pandemie und angespannte Lage in der Baubranche sowie längere Bauzeit und steigende Kosten haben den Machern einiges abverlangt.

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Das ist Sylt:

  • Sylt ist die größte nordfriesische Insel und liegt in der Nordsee
  • Nach Rügen, Usedom und Fehmarn ist Sylt die viertgrößte Insel Deutschlands
  • Der Tourismus ist seit über 100 Jahren auf Sylt von erheblicher Bedeutung, seit Westerland 1855 zum Seebad (Kurort) wurde
  • Im Sommer befinden sich täglich rund 150.000 Menschen auf der Insel
  • Zum Vergleich: Lediglich rund 18.000 Menschen leben auf Sylt

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Sylt: Sehr teures Vergnügen

Gegenüber der „Sylter Rundschau“ verteidigt Christian Harisch das Projekt gegen Kritiker: „Nachhaltiger kann man nicht bauen, als alle Autos und Zugänge unterirdisch anzulegen, so dass man die Landschaft möglichst wenig beeinträchtigt. Das hat uns an den Rand des Möglichen gebracht.“

Ganze 15 Meter wurde in die Tiefe gebaut, selbst größere Lkw können in die Tiefgarage fahren, der gesamte Anlieferverkehr wird unterirdisch abgewickelt und auch für ankommende Gäste geht es sofort nach unten.

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Wer im nächsten Jahr Gast im Lanserhof sein will, muss es sich leisten können. Minimum 7.000 Euro kostet der Mindestaufenthalt von sieben Tagen. Mehr als ein stolzer Preis.

Eine der größten Herausforderungen ist neben den baulichen Maßnahmen für den Hof übrigens die Suche nach Personal.

Sylt: Corona-Ausbruch auf Lanserhof-Baustelle!

Und die nächste Hiobsbotschaft für den Lanserhof: Auf der Baustelle hat es – wieder einmal – mehrere Infektionen mit dem Coronavirus gegeben. Welche Folgen das für das umstrittene Bauprojekt hat, erfährst du >> hier. (rg)