Sylt: Notruf von der Insel! ER wendet sich an Daniel Günther – „Hier kocht die Stimmung“

Mit einem dringenden Hilferuf hat sich Nikolas Häckel, Bürgermeister von Sylt, an Ministerpräsident Daniel Günther gewandt.
Mit einem dringenden Hilferuf hat sich Nikolas Häckel, Bürgermeister von Sylt, an Ministerpräsident Daniel Günther gewandt.
Foto: imago images/Blaulicht News & IMAGO / penofoto

Am Montag haben Bund und Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten (>> hier alle Infos dazu). Währenddessen herrscht an vielen Urlaubsorten in Schleswig-Holstein Unsicherheit. So auch auf der Insel Sylt.

Aus diesem Grund hat sich der Bürgermeister von Sylt mit einem dringenden Appell an Ministerpräsident Daniel Günther gewandt. Einen Screenshot seines Notrufs teilte Nikolas Häckel bei Facebook.

Sylt: Einreise nur mit negativem Corona-Test

Sylt plant bereits unter welchen Bedingungen eine Anreise auf die Insel in nächster Zeit möglich sein soll (MOIN.DE berichtete). Häckel will dabei strengere Maßnahmen für Touristen einführen und unter anderem das Betreten der Insel nur nach einem negativen PCR-oder Schnelltest erlauben.

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Das ist Sylt:

  • Sylt ist die größte nordfriesische Insel und liegt in der Nordsee
  • Nach Rügen, Usedom und Fehmarn ist Sylt die viertgrößte Insel Deutschlands
  • Der Tourismus ist seit über 100 Jahren auf Sylt von erheblicher Bedeutung, seit Westerland 1855 zum Seebad (Kurort) wurde
  • Im Sommer befinden sich täglich rund 150.000 Menschen auf der Insel
  • Zum Vergleich: Lediglich rund 18.000 Menschen leben auf Sylt
  • Die Insel erreicht man mit dem Auto vom Festland mit dem Sylt-Shuttle der DB und dem Autozug, dazu verkehren Nahverkehrszüge und Inter City Züge der DB.
  • Auch über den Flughafen Sylt ist die Insel per Linien- und Charterverbindungen zu erreichen

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Aus Kiel hat die Insel-Regierung zu ihren Plänen allerdings noch keine Rückendeckung erhalten. Deshalb hat Häckel dem Ministerpräsidenten nun eine persönliche Nachricht auf Facebook zukommen lassen.

„Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Günther; wie Sie sicherlich auch schon erfahren haben, rollt die Anreisewelle nach Sylt. Es wird dringend Zeit die Corona-LandesVO zu optimieren“, heißt es in dem Appell.

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Neben dem negativen Test bei der Anreis fordert Häckel auch einen negativen PCR-Test für die Beherbergung. Vor allem das Thema der Zweitwohnungsbesitzer errege die Gemüter auf der Insel. „Hier kocht die Stimmung. Das ‚Schlupfloch‘ Zweitwohnungsnutzung und Beherbergung muss dringend geschlossen werden“, heißt es weiter.

Zustimmende Kommentare für Sylts Bürgermeister

„Bitte handeln Sie – unsere rechtlich zulässigen Kontrollbefugnisse greifen zu wenig“, schreibt der Bürgermeister abschließend.

In den Kommentaren unter dem Facebook-Posting erhält Häckel Zustimmung für seine Nachricht. „Ja danke, das wird auch wirklich Zeit, denn es wird jetzt schon zu voll hier“, kommentiert eine Bewohnerin.

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„Dieses Schlupfloch muss geschlossen werden. Eigentumsrecht hin oder her. Der Besitzer selbst kann die Wohnung ja nutzen (inkl. engste Familie) aber in keinster Form eine Überlassung an Dritte“, meint eine andere.

„Ich finds ehrlich gesagt sehr schlimm, wenn ein Bürgermeister versuchen muss seinen Ministerpräsidenten via Facebook zu erreichen. Dass darf doch eigentlich nicht sein“, kommentiert eine weitere Frau.

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Für die Kontrollen der negativen PCR-Tests bei Einreise fordert Häckel Unterstützung seitens der Bundespolizei. Dazu müssten der Kreis Nordfriesland und das Land Schleswig-Holstein zunächst allerdings eine rechtliche Grundlage schaffen. (mik)