Sylt: Eine schlimme Katastrophe änderte hier vor vielen Jahren alles

Die Westküste von Sylt.
Die Westküste von Sylt.
Foto: picture alliance / blickwinkel/C. Kaiser

Heutzutage kennt man Sylt in erster Linie für seinen kilometerlangen Strand, für Einkaufsstraßen, Reetdachhäuser, Westerland und Kampen. Vor mehr als 650 Jahren war die Region allerdings noch eine ganz andere.

Damals, am 16. Januar 1362, gab es eine schlimme Sturmflut, die am besagten Tag ihren Höhepunkt fand. In einer Gruppe für Sylt-Fans erzählt ein Mann die Geschichte.

Sylt: Sturmflut peitschte vor 650 Jahren über Nordfriesland

„Die Sturmflut wütete drei Tage lang wie seit Menschengedenken noch nicht“, erzählt er. „Die Wogen der Nordsee peitschten über die Marschlande und Dörfer hinweg und töteten, je nach Chronist oder moderner Schätzung, zwischen 10.000 und 100.000 Menschen.“

+++ Sylt: Nur noch mit Test auf die Insel? DAS planen die beiden Männer, die Bürgermeister werden wollen +++

---------------

Das ist Sylt:

  • Sylt ist die größte nordfriesische Insel und liegt in der Nordsee
  • Nach Rügen, Usedom und Fehmarn ist Sylt die viertgrößte Insel Deutschlands
  • Zahlreiche Gebiete auf und um Sylt sind als Schutzgebiete ausgewiesen. Auf der Insel gibt es allein zehn Naturschutzgebiete
  • Der Tourismus ist seit über 100 Jahren auf Sylt von erheblicher Bedeutung, seit Westerland 1855 zum Seebad (Kurort) wurde
  • Im Sommer befinden sich täglich rund 150.000 Menschen auf der Insel
  • Zum Vergleich: Lediglich rund 18.000 Menschen leben auf Sylt

---------------

Deiche habe es damals kaum gegeben. „Man begnügte sich mit aufgeschütteten Hügeln (Warften) für die Häuser.“ Und so gingen damals 44 Ortschaften unter – das schließen Historiker heute aus alten Kirchenregistern, grundherrlichen Aufzeichnungen sowie dem Schleswiger Stadtbuch.

+++ Nordsee: Spaziergänger wird wütend, als er DAS sehen muss – „Dieser Mist“ +++

Getroffen wurde die komplette Region Nordfrieslands. Während die meisten unmittelbar zugrunde gingen, folgten „einige in den folgenden Jahrzehnten aufgrund der fehlenden Deiche und tieferen Priele“, berichtet er.

Sylt verliert bei Sturmflut seine westlichen Gebiete

Auch die sagenumwobene Stadt Rungholt ging damals unter (oder in einer der folgenden Sturmfluten) unter. „Lange Zeit nach der Flut galt das 'Atlantis des Nordens' als Legende, man wusste nicht, wo der Ort gelegen hatte“, erzählt der Mann.

+++ Rügen: Frau geht zum Strand – diese Entdeckung macht sie sprachlos +++

„Ab 1938 gab das Meer Überreste der Siedlung frei. Mit ihnen ließ sich die einstige Lage Rungholts bestimmen.“ Auch Sylt verlor bei der Sturmflut, die heute als „Zweite Marcellusflut“ bekannt ist, die westlichen Gebiete – und erhielt seine heute markanten Form.

---------------

Mehr News von Sylt und der Nordsee:

---------------

Die kleine Geschichtsstunde kommt bei Fans der Insel gut an. „Hammer“, schreibt zum Beispiel ein Mann. „Das ist sehr interessant“, eine Frau. Und eine weitere findet die Sylter Geschichte „unheimlich spannend“.

Sylt: Menschen kämpfen in der Region ums Überleben

Wie der Mann außerdem berichtet, kämpften die Menschen in Nordfriesland noch ein halbes Jahrhundert nach der großen Flut ums Überleben.

Eine Frau aus der Sylt-Gruppe sagt daher: „Das kann man sich gar nicht vorstellen, wie man sich in solch einer lebensbedrohlichen Situation fühlt. Darum sollte man nie vergessen, dass die Natur der Taktgeber der Erde ist und nicht der Mensch.“

+++ Sylvie Meis: Was macht das Model denn HIER? „Lara Croft kann einpacken“ +++

Treffender kann man es wohl nicht formulieren. (mk)