Usedom verhängt Badeverbote – und SO widerlich reagieren die Touristen!

Ein Rettungsschwimmer beobachtet den Strand von Bansin (Usedom)
Ein Rettungsschwimmer beobachtet den Strand von Bansin (Usedom)
Foto: picture alliance / Tilo Wallrodt

Diese Berichte von der Insel Usedom machen traurig: Tagtäglich sorgen Rettungsschwimmer hier dafür, dass Urlauber sicher baden können. Nicht selten müssen sie ertrinkenden Menschen helfen und begeben sich bei den Rettungsaktionen in große Gefahr. Eigentlich müssten ihnen die Touristen für ihren Einsatz in der Not dankbar sein. Doch das ist leider nicht immer der Fall.

Im Gegenteil: Manche Menschen machen den Rettern auf Usedom ihre Arbeit richtig schwer. Sie berichten von unglaublichen Geschichten, die sich teilweise auf der Insel zutragen.

Usedom: Retter oft in unnötigen Stresssituationen

Der Chef der DRK-Wasserwacht in Mecklenburg-Vorpommern, Thomas Powasserat, kennt Zwischenfälle von Usedom. „Rettungsschwimmer werden blöde angemacht, wenn sie mit Blaulicht zu Patienten fahren oder bei lebensgefährlichen Strömungen Badeverbote aussprechen“, berichtet er.

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Das ist Usedom:

  • Die Insel hat zwei Grenzübergänge nach Polen
  • Usedom ist die zweitgrößte Insel Deutschlands
  • Bekannte Ostseebäder sind Zinnowitz, Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck
  • Auf Usedom gibt es einen Flughafen, dieser ist bei Garz gelegen
  • Die größte Stadt auf der Insel ist Swinemünde (Polnische Seite)

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„Das geht dann bis zur Androhung von Schlägen – eine Belastung für die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer.“

Retter auf Usedom bedroht

Auch die Helfer der „Wasserrettung Kaiserbäder“, die mehrere Strände auf Usedom bewachen, bestätigen solche Situationen in einem Statement auf Facebook.

„Wenn wir Badeverbot aussprechen, hat es bestimmte Gründe. Strömung, starker Wellengang, Gewitterwarnung, für uns bedeutet das eine zusätzliche Anspannung, da die Vergangenheit uns gezeigt hat, dass es immer wieder bei Badeverboten trotz Warnungen, Strandstreifen und Belehrungen zu Tragödien kommt“, heißt es dort.

Usedom: Badende sind häufig leichtsinnig

Die Retter beschreiben: „Wie läuft so ein Tag bei Badeverbot für uns? Innere Anspannung – zusätzliche Gefahr für unsere Retter, die dann eigentlich nicht mehr ins Wasser müssten – Spannungen zwischen Badegästen und Rettungsschwimmer – zusätzliche Einsätze aufgrund von Leichtsinn.“

Es ist furchtbar für die Wasserretter, wenn sie alles dafür tun, die Menschen bei Gefahr aus den Wellen zu bekommen und dafür sogar noch bepöbelt und bedroht werden – und es durch Selbstüberschätzung am Ende doch zu einem Drama kommt.

Retter auf Usedom fürchten schlimme Situationen

„Und dann kommt die Meldung: ,Reanimation nach Ertrinken'“, schreibt die „Wasserrettung Kaiserbäder“ auf ihrer Facebookseite. „Genau dieser Moment sorgt dafür, dass wir das Gefühl haben, gegen Windmühlen zu laufen.“

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Die Retter erklären: „Den ganzen Tag läuft man von A nach B, um die Badegäste zu belehren, Kinder und Jugendliche von abtreibenden Matratzen, Brettern und sonstigen Schwimmmitteln zu retten. Man hat das Gefühl, alles im Griff zu haben. Und trotzdem kommt es zur Tragödie.“

Strandbesucher auf Usedom sollten vernünftig sein

Da bleibt nur, die Badegäste eindringlich um Vernunft zu bitten – es geht schließlich in erster Linie um deren Leben, und das ihrer Lieben. Da ist die unwillige Reaktion auf Anweisungen der Bademeister wirklich unverständlich.

Einen Lichtblick gibt es aber: In den letzten Tagen haben sich die Gäste auf Usedom gut und rücksichtsvoll verhalten. Da freuen sich auch die Retter, „dass wir aufgrund der Vernunft der Strandbesucher kaum Einsätze hatten.“

Leider verhalten sich nicht nur an der Ostsee von Usedom einige Urlauber unter aller Kanone. Auch in der Gemeinde Scharbeutz kam es am Wochenende zu ziemlich dreisten Verhalten von Touristen. Teilweise musste sogar die Polizei ausrücken. >>> Erfahre alles HIER. (wt)