Usedom: Bau von Mega-Projekt in den Startlöchern – das passt einigen gar nicht! „Grottenschlecht“

Ständig sorgt der Verkehr auf Usedom für Frust.
Ständig sorgt der Verkehr auf Usedom für Frust.
Foto: imago images/Leo

Es ist ein Thema, welches auf Usedom immer wieder für Ärger sorgt: die kilometerlangen Staus vor Wolgast. So zog sich im Herbst vergangenen Jahres eine Auto-Schlange 46 (!) Kilometer lang über die gesamte Insel (>> hier mehr dazu).

Um dieses Problem zu lösen, sind in der Vergangenheit zahlreiche, teilweise absurde Vorschläge gemacht worden. Manch einer forderte, Ampeln abzuschalten, andere sprachen sich für einen Tunnel aus (MOIN.DE berichtete). Stattdessen steht nun aber ein anderes Projekt auf Usedom in den Startlöchern.

Usedom: Ortsumgehung mit Brücke

Auf der Insel soll eine 6,3 Kilometer lange Ortsumgehung entstehen, die südlich von Wolgast verlaufen soll. Bestandteil der neuen Strecke ist auch eine riesige Brücke über den Peenestrom.

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Wie der „Nordkurier“ berichtet, soll das Bauwerk 1,5 Kilometer lang und 70 Meter hoch werden. Im Herbst soll mit den Bauarbeiten begonnen werden, die circa fünf Jahre dauern sollen. Kosten: 140 Millionen Euro.

Bessere Anbindung für Usedom

Ein konkretes Planstellungsverfahren, in dem die Einzelheiten des Projektes niedergeschrieben sind, ist bereits vorhanden und verschiedenen Ämtern der Region vorgelegt worden. Wenn bis Ende April keine Klagen erhoben werden, gibt es grünes Licht für die Brücke.

Mit der Ortsumgehung soll die Verbindung zwischen der A 20 und den touristischen Zielen auf der Insel Usedom sowie dem Hafen- und Industriestandort Wolgast verbessert werden.

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Außerdem soll die Ortsdurchfahrt entlastet, weniger Lärm und Schadstoffe verursacht und die Verkehrssicherheit erhöht werden. So weit die Theorie. Doch die Einwohner sind mehr als skeptisch.

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Das ist Usedom:

  • Insel in der Ostsee
  • Befindet sich im äußersten Nordosten von Deutschland
  • Die Insel hat zwei Grenzübergänge nach Polen
  • Usedom ist die zweitgrößte Insel Deutschlands
  • Bekannte Ostseebäder sind Zinnowitz, Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck
  • Auf Usedom gibt es einen Flughafen, dieser ist bei Garz gelegen
  • Die größte Stadt auf der Insel ist Swinemünde (Polnische Seite)

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Ein Kritikpunkt sind die Kosten. Ein Mann sieht in dem Vorhaben „das nächste Millionengrab“. Dem stimmen weitere Insulaner zu, die ihren Frust bei Facebook teilen. „140 Millionen werden da nicht reichen“, schreibt ein Mann.

Usedom kann Verkehrsaufkommen nicht bewältigen

„Zum Schluss sind es nachher mindestens 300 Millionen“, heißt es in einem weiteren Kommentar. Andere sind der Meinung, dass der Stau trotz Ortsumgehung nicht verschwinden wird.

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Stattdessen rechnen sie damit, dass sich das Verkehrschaos auf die Brücke verlagern wird, „weil die Insel Usedom das Verkehrsaufkommen allein auf Grund ihrer Größe gar nicht bewältigen kann“, so ein Einwohner. „Die Verkehrsinfrastruktur auf der Insel ist grottenschlecht“, pflichtet ein Mann bei.

Mehr Verkehr auf Usedom

Zudem rechnet die Insel bereits jetzt mit einer enormen Zunahme des Verkehrs durch den Swinetunnel (MOIN.DE berichtete). „Mit diesem Tunnel wird vermutlich der Verkehr auf Usedom noch einmal kräftig steigen“, gibt ein weiterer Mann zu Bedenken.

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Um dem entgegenzuwirkenn plante das Schweriner Verkehrsministerium laut „Nordkurier“, mehrere Verkehrsknotenpunkte auszubauen. Dazu sollen unter anderem neue Kreisverkehre entstehen.

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Ob sich das Problem damit lösen lässt oder die Staus zumindest weniger werden, wird sich erst mit der Zeit zeigen. (lh)