Usedom: Frau ist mit den Kräften am Ende – und will jetzt diesen krassen Schritt gehen

Schwere Zeiten für viele Menschen auf Usedom. Eine Frau berichtet von ihrer aussichtslosen Situation.
Schwere Zeiten für viele Menschen auf Usedom. Eine Frau berichtet von ihrer aussichtslosen Situation.
Foto: imago/Rolf Zöllner

Bianca Orpel aus Zinnowitz auf Usedom ist völlig am Ende. „Ich habe nichts mehr zu verlieren“, sagt die 50-Jährige, während sie mit den Tränen ringt.

Wie viele Selbstständige, hat die Friseurmeisterin ein großes Problem: Die Hilfen, die sie vom Staat bekommt, darf sie zwar für Geschäftsausgaben nutzen, nicht aber für private Dinge, wie Essen, Kleidung oder das Schulgeld für ihren Sohn. „Ich stehe vollkommen mittellos da“, erklärt die Frau von der Ostsee-Insel Usedom.

Usedom: Friseurmeisterin hat keine Rücklagen mehr

Denn sie bekomme auch keinen Kredit. „Wenn ich am 11. Januar wieder hätte arbeiten dürfen, wäre auch alles gut gewesen, das Terminbuch ist ja voll. Aber für alles danach habe ich keine Rücklagen mehr“, so Bianca Orpel.

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Schon im ersten Lockdown erlitt die Zinnowitzerin einen Zusammenbruch und musste eine Woche ins Krankenhaus. Dennoch schöpfte sie neue Hoffnung, weil Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) danach ankündigte, dass kein Friseur mehr schließen muss.

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Das ist Usedom:

  • Usedom ist eine Insel in der Ostsee
  • sie befindet sich im äußersten Nordosten von Deutschland
  • Usedom ist die zweitgrößte Insel Deutschlands
  • Bekannte Ostseebäder sind Zinnowitz, Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck
  • Die größte Stadt auf der Insel ist Swinemünde (Polnische Seite)

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„Wir haben doch alles gemacht, was von uns verlangt wurde“, sagt Orpel der „Ostsee-Zeitung“. Und trotzdem herrscht in ihrem Studio jetzt Stille, während „in den großen Geschäften, wo Hunderte Menschen einkaufen, die Sicherheitsmaßnahmen zurückgefahren worden sind“.

Frau von Usedom ist keine Gegnerin der Maßnahmen

Dort sehe sie kaum noch Security und die Spender für Desinfektionsmittel seien oft sehr. Das ist für sie widersprüchlich.

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Dennoch betont die Einheimische von der Insel Usedom, dessen Tochter in einem Krankenhaus arbeitet, keine Gegnerin der Maßnahmen zu sein. „Natürlich gibt es Corona und was gerade in den Kliniken passiert, ist schlimm“, sagt sie.

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Dennoch will sie jetzt einen krassen Schritt gehen. „Wenn ab Montag ein Kunde kommt, der bereits einen Termin mit mir vereinbart hat, werde ich den auch bedienen“, sagt die Friseurmeisterin der „Ostsee-Zeitung“. Auch das damit verbundene Risiko einer Strafe nehme sie in Kauf. (mk)