Usedom: Riesen-Projekt sorgt für Wut – Insel-Bewohner protestieren

Blick auf ein Faehrschiff von Unity Line und den Terminal am im Hafen von Swinemuende bei Usedom.
Blick auf ein Faehrschiff von Unity Line und den Terminal am im Hafen von Swinemuende bei Usedom.
Foto: imago images/photo2000

Swinemünde. Das polnische Swinemünde liegt auf zwei Inseln: Auf Usedom und Wollin. Deutsche Touristen können somit von Usedom aus nach einer kurzen Schifffahrt Polen entdecken.

Doch bald könnten weniger Menschen von Usedom den Weg ins Nachbarland antreten – und das dürfte folgenden Grund haben.

Usedom: Hafen-Projekt bedroht Landschaft

Auf der polnischen Insel Wolin ist derzeit nämlich ein Hafen-Projekt geplant, das dem größten Teil der Usedomer Bevölkerung gar nicht passt.

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Das Projekt im Detail: Auf 600 Hektar soll ein Containerhafen etabliert werden, der zur Anfahrt für Containerschiffe dienen soll, die durchschnittlich eine Länge von 400 Metern und eine Tiefe von 16 Metern aufweisen. Neben dem Gasterminal wäre dies bereits das zweite riesige industrielle Projekt der beschaulichen Insel Wolin.

Das würde nicht nur die herrliche Sicht von Usedom aus verunstalten, der Containerhafen würde natürlich auch negative Einflüsse auf die Natur haben.

Bürgerinitiative auf Usedom meldet sich zu Wort

Eine Bürgerinitiave aus Ahlbeck ist über das Vorhaben mehr als bestürtzt (NDR berichtete). Ein Vertreter der Bürgerinitiative „Unser Lebensraum Vorpommern“, zweifelte außerdem die Richtigkeit des Prozesses des Bauprojektes an: „Wenn in der Nähe der Grenze solch ein Vorhaben gebaut werden soll, sind wir zu informieren. Und wir sind daran auch zu beteiligen. Das ist bisher noch nicht erfolgt und deshalb sind wir skeptisch.“

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Polen plante dieses Projekt anscheinend ohne Beteiligung von Deutschland. Und das reicht womöglich nicht aus: die Gegend in die der Container-Hafen gebaut werden soll, ist laut NDR-Bericht ein europäisches Naturschutzgebiet.

Usedom: Vertragsverletzungsverfahren gegen Polen läuft bereits

Aktuell läuft aufgrund des Fehlens der Beteiligung der Öffentlichkeit auch ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Polen, welches von der EU ausgeht.

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In der öffentlichen Pressemitteilung heißt es: „Die Kommission fordert Polen auf, einen Verstoß gegen die EU-Vorschriften über die Umweltverträglichkeitsprüfung bei bestimmten öffentlichen und privaten Projekten abzustellen. Die Richtlinie sieht bei umweltbezogenen Entscheidungsverfahren eine Beteiligung der Öffentlichkeit vor.“

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Von polnischer Seite äußerte sich der Swinemünder Stadtpräsident, Janusz Zmurkiewicz. Er sieht den Investor in der Pflicht. Dieser wolle nämlich europäische Fördergelder, also müsse er sich auch an EU-Richtlinien halten. Die Stadt Swinemünde verlange, laut Zmurkiewicz, vom Investor zudem die Wiederherstellung eines Strandabteils für die Bewohner.

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Usedom ist alarmiert

Die Bürgermeisterin der Kaiserbäder, Laura-Isabelle Marisken, stellt klar: „Die deutsch-polnische Freundschaft ist für uns sehr wichtig. Aber davon zu trennen sind natürlich naturrechtliche und meeresbiologische Belange.“

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Die beteiligte Bürgerinitiative sieht schwarz, was die Verhinderung des Projekts angeht. Sie kritisiert, dass Bund und Land noch nicht einmal geklärt hätten, welches Ministerium auf Landesebene für die Umweltbelange dieses Projektes zuständig sei. (pag)