Usedom: Wolf läuft durch die Straßen – Gemeinde hat diese dringende Nachricht

Auf einer Straße mitten auf Usedom wurde ein Wolf gesichtet. (Symbolbilder)
Auf einer Straße mitten auf Usedom wurde ein Wolf gesichtet. (Symbolbilder)
Foto: picture alliance/dpa-Zentralbild | Patrick Pleul, picture alliance/dpa-Zentralbild | Jens Büttner (Montage MOIN.DE)

Auf der Ostsee-Insel Usedom wurde ein Wolf gesichtet. Und zwar in Ahlbeck an einer bewohnten Straße, ein Video zeigt es. Das Tier überquert Gleise und rennt dann einen Teil der Straße entlang, gefolgt von einem Auto, von dem aus gefilmt wird.

Schließlich biegt der Wolf links auf ein Feld ab und rennt davon. Szenen, wie sie sich auf Usedom nur selten abspielen.

Usedom: Es könnte sich um einen Rüden handeln

Es gebe hin und wieder mal Beobachtungen von Wölfen auf Usedom, sagt Ymir Schreiber auf Anfrage von MOIN.DE. Häufig seien sie jedoch nicht. Schreiber ist Leiter des Forstreviers Kamminke auf Usedom.

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Genaueres über das gesichtete Tier weiß er noch nicht. Es könnte sich um einen jungen Rüden handeln, der auf der Suche nach einem Revier sei. Wo er jetzt ist, sei unklar. Wahrscheinlich werde es den Wolf aufs Festland oder Richtung Polen ziehen.

Ob sich auf Usedom ein Rudel bilden könnte? Das sei schwer zu sagen, so Schreiber. Es sei theoretisch denkbar, aber aufgrund der Fläche eher unwahrscheinlich.

Usedom: Gemeinde hat eine dringende Nachricht

Die Gemeinde Heringsdorf auf Usedom hat das Video der Wolfssichtung bei Facebook geteilt. Sie verbindet es mit dieser dringenden Nachricht: „Bei erneuter Sichtung des Tieres halten Sie unbedingt Abstand zu dem Tier und melden uns die Sichtung.“

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Das ist Usedom:

  • Insel in der Ostsee
  • Die Insel hat zwei Grenzübergänge nach Polen
  • Usedom ist die zweitgrößte Insel Deutschlands
  • Bekannte Ostseebäder sind Zinnowitz, Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck
  • Die größte Stadt auf der Insel ist Swinemünde (Polnische Seite)

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Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt in Schwerin berichtet MOIN.DE von einer weiteren Sichtung am 28. März. Der „große Canide“ sei sowohl am Rande von Ahlbeck, also auch am Rande von Heringsdorf, gesichtet worden.

Das Ministerium ist in seiner Einschätzung etwas zurückhaltender als der Forstreviersleiter und die Gemeinde, wenn es schreibt: „Bei dem beobachteten Tier handelt es sich nach Einschätzung eines Experten mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Wolf.“

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Beide Beobachtungen stünden in engem zeitlichen und räumlichen Zusammenhang, es werde davon ausgegangen, dass dasselbe Tier gesehen wurde. Und beide Beobachtungsorte lagen in Waldrandnähe zum Gemeindewald Heringsdorf. Es sei zu vermuten, dass es sich bei dem Tier um einen wandernden Wolf auf der Suche nach einem neuen Territorium handelte. In dieser Phase komme es gelegentlich zu vermehrten Sichtungen, auch in Siedlungsnähe.

Auch beim Landwirtschaftsministerium wissen sie nicht, ob das Tier noch auf der Insel ist. Bekannt ist: Wölfe legen in einer Nacht durchschnittlich 25 Kilometer zurück, während der Abwanderung auch 50 Kilometer und mehr pro Nacht.

Usedom ist Teil des „Wolfsgebietes“

In Mecklenburg-Vorpommern fühlen sich Wölfe wohl. Seit November 2018 ist das ganze Land, mit Ausnahme von Rügen, Poel und weiterer Ostseeinseln, als „Wolfsgebiet“ definiert. Das bedeutet, dass hier mit der Anwesenheit von Wölfen und mit Übergriffen auf Nutztiere gerechnet werden kann. Maßnahmen zum Herdenschutz von Nutztieren vor dem Wolf werden hier gefördert. Auch Usedom ist Teil dieses „Wolfsgebietes“.

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Für Schafe ist das keine gute Nachricht. In MV war im Jahr 2020 im Vergleich zum Vorjahr ein deutlicher Anstieg bei den durch Wölfe verursachten Rissvorfällen festzustellen. Insgesamt wurden 2020 in MV 90 potenzielle Rissvorfälle begutachtet, bei denen ein Wolf als Verursacher nachgewiesen oder nicht ausgeschlossen werden konnte.

Dabei wurden 332 Nutztiere getötet und 107 verletzt. Die meisten waren Schafe, aber auch Damwild und Kälber waren betroffen. Die Schwerpunkte lagen in den Landkreisen Ludwigslust-Parchim, Mecklenburgische Seenplatte und Vorpommern-Greifswald.

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Wer einen Wolf sieht oder wer Hinweise im Zusammenhang mit Wölfen entdeckt den bittet das Ministerium, sich an das Wolfsmonitoring zu wenden. Die Telefonnummer lautet 0171-4859789, die E-Mail-Adresse stier@forst.tu-dresden.de. Weitere Infos rund um den Wolf in MV findest du >>> hier.