Usedom: Schlimmer Vorfall auf der Insel! Jetzt gibt es eine deutliche Ansage – „Verurteile ich ausdrücklich“

Auf Usedom sind Touristen aktuell nicht erwünscht – und bei einigen Einheimischen überhaupt nicht gern gesehen.
Auf Usedom sind Touristen aktuell nicht erwünscht – und bei einigen Einheimischen überhaupt nicht gern gesehen.
Foto: imago images/Leo

Auch harte Corona-Regeln, die seit Monaten bestehen, verhindern nicht, dass sich viele Menschen trotzdem auf den Weg nach Usedom machen. Und das immer wieder.

Die Polizei schickte am letzten Wochenende viele Anreisende wieder zurück (MOIN.DE berichtete). In Sozialen Netzwerken ist der Ton mitunter rau: Einheimische sprechen sich teilweise sehr deutlich gegen Touristen aus, manche fühlen sich deswegen nicht mehr willkommen auf Usedom oder in anderen Urlaubsorten (MOIN.DE berichtete).

Usedom: Reifen zerstochen

Und jetzt auch noch das, denkt man sofort: auf einem Parkplatz in der Nähe der Kirche in Heringsdorf wurden zu Wochenbeginn bei fünf Fahrzeugen mit auswärtigen Kennzeichen die Reifen zerstochen. Sie waren zur Reha auf die Insel gereist.

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Wichtig zu erwähnen ist: es ist völlig normal, dass auch Menschen mit auswärtigen Kennzeichen auf der Insel herumfahren. Das muss nicht heißen, dass es sich um Touristen handelt, die verbotenerweise nach Vorpommern-Greifswald gefahren sind.

Auch Reha-Aufenthalte sind nach wie vor erlaubt. Polizei-Sprecherin Katrin Kleedehn weist auf Anfrage von MOIN.DE darauf hin, dass nicht geklärt sei, ob der oder die Täter wirklich aus Wut auf Auswärtige gehandelt haben oder willkürlich. „Es liegt zwar auf der Hand, dass es einen Zusammenhang gibt, es könnte aber auch ganz anders sein.“

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Das ist Usedom:

  • Insel in der Ostsee
  • Die Insel hat zwei Grenzübergänge nach Polen
  • Usedom ist die zweitgrößte Insel Deutschlands
  • Bekannte Ostseebäder sind Zinnowitz, Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck

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Die Polizei habe die Statistiken der Sachbeschädigungen aus den vergangenen Jahren verglichen und keine größeren Häufungen oder Auffälligkeiten festgestellt.

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Es habe sowohl beim ersten Lockdown im Frühjahr als auch in diesem Jahr jeweils 1-2 Fälle gegeben, bei denen Fahrzeuge von Auswärtigen beschädigt wurden.

Usedom ist kein Einzelfall

Ähnliche Attacken wurden auch schon aus anderen Urlaubsorten gemeldet. Zudem gibt es in Sozialen Netzwerken immer wieder bissige Kommentare gegenüber Touristen. Nicht nur auf Usedom.

Besteht die Gefahr, dass das Klima in Urlaubsorten nachhaltig vergiftet wird? Oder sind es Eskapaden von ein paar wenigen? MOIN.DE hat nachgefragt bei der Bürgermeisterin von Heringsdorf.

Laura Isabelle Marisken sagt, sie glaube nicht, dass die zu verurteilenden Aktionen weniger einzelner Personen auf alle übertragen werden. Das solle nirgendwo geschehen.

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„Selbstjustiz, Gewalt und Vandalismus verurteile ich ausdrücklich! Egal von wem und gegen wen. Und ich kann Ihnen sagen, dass mir genau das heute alle Einwohnerinnen und Einwohner ebenfalls gesagt haben, mit denen ich darüber gesprochen habe. Hier herrscht einhelliges Unverständnis über eine solche Aktion wie die aufgestochenen Reifen."

Usedom: Keine generelle Ablehung

Auch zum Tourismus-Andrang auf die Insel äußert sich die 32-Jährige mit Verweis auf den hohen Inzidenzwert von 149. Sie könne zwar Menschen verstehen, „die unsere wundervolle Insel besuchen wollen", aber es sei einfach nicht der richtige Zeitpunkt.

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„Wir möchten die Inzidenz endlich nachhaltig senken und aus dem Lockdown rauskommen, deshalb heißt es nun ausnahmsweise ohne unsere Touristen auszukommen." Ganz viele Insulaner würden sich mit großem Verzicht an die einschneidenden Maßnahmen halten, so die 32-Jährige.

„Und mit diesem Hintergrund gibt es dann sicherlich Personen, die kein Verständnis dafür haben, dass die Corona-Landesverordnung und die Allgemeinverfügung des Landes in dieser Situation bei dieser Inzidenz nicht beachtet und unsere Bemühungen gefährdet werden."

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Die besondere Pandemiesituation sei aber nicht mit einer generellen Ablehnung von Touristen gleichzusetzen.