Usedom: Urlauber sind traurig und geraten in Streit – „Es ist nur noch zum Heulen!“

Ab dem 2. November ist auf Usedom, wie in ganz Deutschland, kein Tourismus mehr möglich.
Ab dem 2. November ist auf Usedom, wie in ganz Deutschland, kein Tourismus mehr möglich.
Foto: imago images / Leo

Die strengen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ab dem 2. November, die Bund und Länder beschlossen haben, sind das Thema in Deutschland. Alle Menschen werden davon betroffen sein. Manche mehr, manche weniger. Auch die Usedom-Fans diskutieren, was die Maßnahmen nun für Auswirkungen auf sie haben.

Viele Urlauber hatten gehofft, im Winter noch ein paar Tage auf der Insel zu verbringen. Und auch die Bewohner von Usedom hatten gehofft, sich jetzt in der Nebensaison nochmal in andere Ecken des Landes begeben zu können. Doch beide Seiten haben ab dem 2. November dafür erstmal ziemlich schlechte Karten. Und auch das kommt noch oben drauf: Der Landkreis Vorpommern-Greifswald, zu dem die Insel gehört, gilt bereits seit kurzem als Corona-Hotspot.

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Usedom: Kein Urlaub im November

Es ist der erste Landkreis in ganz Mecklenburg-Vorpommern, auf den das zutrifft. Das Bundesland hatte im Vergleich zu anderen bislang meist nur wenige Infizierte zu verzeichnen, fällt immer wieder mit harten Regelungen für Tagestouristen auf, denen in diesem Jahr die meiste Zeit die Einreise verboten ist.

Nun sind touristische Inlandsreisen ab dem 2. November generell unmöglich. Denn: Hotels und Pensionen dürfen in Deutschland keine Urlauber aufnehmen, höchstens Geschäftsreisende.

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Und da auch Tagestouristen in Mecklenburg-Vorpommern die Einreise verboten ist, wird es keinen Urlaub auf Usedom ab dem 2. November geben. Ebenso werden alle Freizeiteinrichtungen, Restaurants und Bars geschlossen.

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Das ist Usedom:

  • Insel in der Ostsee
  • Befindet sich im äußersten Nordosten von Deutschland
  • Die Insel hat zwei Grenzübergänge nach Polen
  • Usedom ist die zweitgrößte Insel Deutschlands
  • Die größte Stadt auf der Insel ist Swinemünde (Polnische Seite)

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Usedom-Fans trauern um ihren Urlaub

„Wir wollten am Sonntag fahren. Innerhalb weniger Minuten war die Vorfreude zerstört. Es ist nur noch zum Heulen!“, schreibt eine Frau in einer Usedom-Gruppe auf Facebook. Damit ist sie dort in bester Gesellschaft. Ein paar weitere Beispiele:

  • „Die vielen Vorfreuden alles in den Wind. Kann einem nur leid tun. Seid tapfer.“
  • „Ich wollte am Dienstag hoch aber nun habe/musste ich absagen. Es ist so traurig für uns Urlauber aber auch die Vermieter und Gastronomie tun mir sehr leid."
  • „Uns geht es ebenso! Zinnowitz ade für 2020!"
  • „Wir wollten Sonntag auch los, dürfen schon das zweite Mal nicht anreisen."
  • „Wir haben uns auch schon vorbereitet gehabt. Wollten am Sonntag an die Ostsee – echte Wut im Bauch."

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Andere machen sich Sorgen, ob sie ihr Geld zurückerhalten. Oder freuen sich, dass alles so reibungslos läuft: „Wir wären jetzt am Samstag angereist und haben gerade ein Anruf erhalten, dass es storniert werden muss. Aber von der Unterkunft aus und wir bekommen unser Geld zu 100 Prozent zurück", schreibt eine Urlauberin.

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Usedom: Auch Einwohner enttäuscht

Es sind aber nicht nur die Touristen auf der Insel, deren Pläne nun durchkreuzt sind. Viele weisen auch auf die Einheimischen hin. Denn von denen haben so manche die Sommer-Urlaubssaison über durchgearbeitet, viele fahren dann in der Nebensaison selbst weg, um sich zu erholen.

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Dieser Zeitpunkt wäre jetzt. „Es ist andersherum leider genauso. Viele Einheimische haben eine krasse Saison hinter sich. Jetzt wo für sie die Urlaubszeit beginnt, ist reisen verboten", merkt eine Frau an.

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Zwei weitere Usedom-Fans geraten über die Sinnhaftigkeit der Maßnahmen und Verbote in Zwist. „Wenn ich eine Ferienwohnung buche, ist es genauso, wie wenn ich zu Hause bin. Ich sehe da keine Unterschied", findet eine Urlauberin.

Sie habe zu Hause mehr Kontakte als auf der Insel, wo sie in der Wohnung lebe, viel Fahrrad fahre und selten essen gehe.

„Macht einfach so weiter, passt schon. Jammert aber nicht, wenn alles zu ist dann", antwortet ihr Gegenüber.

Letzten Tage auf Usedom

Andere wiederum fühlen sich von einem Foto vom Strand provoziert, das ein Mann hochlädt. Dazu schreibt er: „Ach ist das schön hier in Ückeritz.“

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Der Mann wird einer der letzten sein, die vorerst noch die Schönheit der Insel genießen können. Spätestens ab dem 2. November ist Schluss damit. Vielleicht können die Urlauber dann im Dezember zurückkehren, vielleicht werden die Maßnahmen auch verlängert. Alles steht und fällt mit den Infizierten-Zahlen. In Mecklenburg-Vorpommern steigen diese aktuell deutlich an, wie in den meisten andern Regionen auch.

Bund und Länder wollen sich Mitte November erneut zusammensetzen und die Lage bewerten. Dann werden die Usedom-Fans vermutlich wissen, ob eine Rückkehr in diesem Jahr noch realistisch ist. (rg)

Auch an anderer Stelle waren sich Usedom-Fans uneinig über die neuen Regeln und griffen sich an. Mehr dazu kannst du >>> hier lesen.