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AfD: Der nächste Promi verlässt die Partei – seine Abrechnung ist bitter

Aus nach 11 Jahren Mitgliedschaft in der AfD: Wieder verlässt ein prominentes Mitglied die Partei – und findet klare Worte.

Wieder ein prominenter AfD-Austritt.
© imago/Gerhard Leber

Kurz erklärt: Wie der Verfassungsschutz die AfD-Landesverbände einstuft

Vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster wird verhandelt, ob das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) die AfD als Gesamtpartei weiterhin als rechtsextremistischen Verdachtsfall führen darf. Für zahlreiche Landesverbände gilt das bereits. Zudem gelten drei AfD-Landesverbände als gesichert rechtsextrem.

In den bundesweiten Umfragen geht es immer weiter abwärts für die AfD. Zuletzt kam sie bei Forsa nur noch auf 15 Prozent. Jetzt hat die nächste bekannte Persönlichkeit die Partei verlassen.

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Das ist keine Seltenheit. In den vergangenen Jahren wandten sich schon zahlreiche prominente Politiker von der Partei ab. Darunter Parteigründer Bernd Lucke, Hans-Olaf Henkel, Frauke Petry und Jörg Meuthen.

Früher Fraktionschef, jetzt Austritt: AfD verliert nächstes bekanntes Gesicht

Nun hat der 72-jährige Georg Pazderski die AfD verlassen. Der frühere Bundeswehr-Offizier war bis 2020 Landesvorsitzender der Partei in Berlin und Fraktionschef im dortigen Abgeordnetenhaus. Er saß zudem im Bundesvorstand der Partei und kandidierte 2017 erfolglos für das Amt des Bundesvorsitzenden.

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Nun also der Schlussstrich unter seine AfD-Zeit. Die Abrechnung mit seiner früheren Partei nach elf Jahren Mitgliedschaft fällt bitter aus. Die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ) schreibt, dass sich Pazderski mit dem Kurs der der Partei nicht mehr identifizieren könne. Sie habe sich „immer weiter“ von seinen politischen Überzeugungen entfernt. Zu viele „Werte und Positionen der Gründer“ seien mittlerweile sogar in ihr Gegenteil verkehrt worden.

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Pazderski will mit Russland und China nichts zu tun haben

Pazderski stand für einen konservativ-bürgerlichen Kurs innerhalb der AfD. Man darf seine Bemerkungen so deuten, dass er mit radikalen rechten Positionen in der Partei fremdelt. Wie die NZZ schreibt, galt er zudem als „einer der wenigen parteiintern verbliebenen Transatlantiker“. Mit Sympathien für Russland oder China habe er nichts am Hut.


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Der Aderlass in der AfD geht also weiter. Der bürgerlich-konservative Flügel versinkt mit jedem Austritt mehr in der Bedeutungslosigkeit.