Wetter im Norden: Heftiger Wind in Hamburg – mit dramatischen Folgen!

Wetter im Norden: Eiseskälte und starker Wind in Hamburg.
Wetter im Norden: Eiseskälte und starker Wind in Hamburg.
Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Die Menschen im Norden müssen sich auf eisige Kälte und starken Wind einstellen. Nach einem Wochenende der Wetter-Extreme ist noch keine Entspannung der Lage in Sicht.

„Nach dem schnee- und windreichen Wochenende kommt nun aus Osten die große Kälte auf uns zu“, sagte Meteorologe Simon Trippler vom Deutschen Wetterdienst am Sonntag. Mit Schnee muss auch im Norden weiter gerechnet werden, allerdings fällt dieser nicht mehr so intensiv wie am Wochenende.

Wetter im Norden: Extremer Wind in Hamburg

Ungewohnter Anblick am Hamburger Hafen! Der starke Ostwind, der über die Hansestadt weht, hat für extremes Niedrigwasser gesorgt. Ganze 200 Zentimeter tiefer als laut Gezeitentabelle vorhergesagt ist die Ebbe ausgefallen. Das hat für beeindruckende Szenen gesorgt!

Anderenorts hat der starke Wind zu einem Familiendrama geführt: Als eine Mutter in Hamburg-Nienstedten kurz unaufmerksam war, ist ihr Zwillingskinderwagen wegen der starken Böen ins Rollen gekommen und in einen Teich gefahren. Laut Polizeisprecher rannte die Mutter sofort hinterher und sprang ins Wasser.

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Einer der 22 Monate alten Jungen sei kurz mit dem Kopf unter Wasser geraten. Die Kinder seien direkt in die Wohnung gebracht und versorgt worden. Ein mit dem Rettungshubschrauber eingeflogener Notarzt habe anschließend die Zwillinge in Augenschein genommen und keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen festgestellt.

Wetter im Norden: Bahnverkehr weiterhin massiv eingeschränkt

Das Kälte-Chaos hat für zahlreiche Störungen im Bahnverkehr gesorgt. Zwischen Hamburg und Nordrhein-Westfalen sowie zwischen Hamburg und Hannover verkehrten keine Züge mehr.

Zwischen Hamburg und Berlin komme es zu Einschränkungen, teilte die Deutsche Bahn auf ihrer Internetseite mit. Der Bahnverkehr wird auch am Montag deutlich eingeschränkt sein.

„In Niedersachsen, Bremen und insbesondere im Großraum Hannover gibt es keine Entspannung der Lage“, erklärte die Bahn am Sonntagnachmittag. Für gestrandete Reisende stellte die Bahn sogenannte Aufenthaltszüge auf – zum Aufwärmen.

Wetter im Norden: Hochwasser und Eisschollen auf der Ostsee

Ein kontinuierlicher Ostwind bringt Wassermassen an die Ostseeküste, wie Meteorologe Frank Böttcher am Sonntag in einer Online-Pressekonferenz sagte. Am Sonntag gebe es vor allem im Raum Flensburg erhöhte Wasserstände von bis zu 90 Zentimetern.

Für den Montag sei in der Kieler Bucht mit bis zu 80 Zentimeter höheren Wasserständen zu rechnen und auch in der Lübecker Bucht steige das Wasser deutlich an.

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In Kombination mit den vorherrschenden frostigen Temperaturen erwartete Böttcher angesichts des Hochwassers für die nächsten Tage auch Eisschollen auf der Ostsee sowie geschlossene Eisflächen auf den Seen im Binnenland.

Er warnte jedoch davor, diese zu betreten. Aufgrund der zu geringen Dicke bestehe Lebensgefahr.

Wetter im Norden: Dauerfrost! Und vereinzelt Schneeschauer möglich

Die Wetterexperten rechnen außerdem weiterhin mit Schnee, Dauerfrost und starken bis stürmischen Windböen.

Insbesondere an den Küsten Schleswig-Holsteins bestehe am Sonntag die Gefahr von schweren Sturmböen, wie eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Sonntagmorgen sagte.

Von einer winterlichen Unwetterlage bleiben Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern demnach jedoch verschont. "Es ist absolut nicht mit dem zu vergleichen, was in Mittel- und Südniedersachsen passiert" sagte sie.

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Menschen in Norddeutschland sollten sich aber trotzdem warm anziehen. Die Meteorologin rechnete für den Norden mit sogenannten „Eistagen“ - also Tagen, an denen die Temperaturen auch tagsüber nicht über null Grad steigen und somit Dauerfrost herrscht.

Hinzu komme ein starker Wind. Vor allem in Nordfriesland, Angeln und auf der Insel Rügen seien am Sonntag zeitweise auch Schneeschauer zu erwarten.

Wetter im Norden: Schneeverwehungen schon am Sonnabend

Zu Schneeverwehungen im Norden war es auch bereits am Sonnabend gekommen, beispielsweise am Kap Arkona auf Rügen. Wie die „Ostsee-Zeitung“ berichtet, seien Autofahrer nur im Schneckentempo auf den Straßen im äußersten Norden der Insel vorangekommen.

Für den gesamten Norden ist Dauerfrost angesagt, bei maximal -6 bis 0 Grad. Auch die neue Woche soll im Norden mit frostiger Kälte starten.

Im nördlichen Schleswig-Holstein und auf Rügen sei auch am Montag mit Schneeschauern zu rechnen, wie die Meteorologin weiter berichtete. Örtlich könne es dann auch zu Verwehungen kommen.

Wetter im Norden: Bahn bietet Übernachtungsmöglichkeiten an

Der Bahnverkehr im Norden ist wegen der Wetterlage eingeschränkt. Die Bahn hat in mehreren Städten Übernachtungsmöglichkeiten für gestrandete Reisende organisiert.

Auf diese Weise sei man etwa in Hamburg, Hannover, Münster, Kassel und Leipzig vorbereitet, falls Kunden ihr Reiseziel mit dem Zug nicht mehr erreichen könnten, sagte eine Sprecherin am Samstagabend. Auch das Servicepersonal an den Bahnhöfen sei verstärkt worden. Außerdem wolle man Reisenden mit Taxigutscheinen helfen, ihr Ziel womöglich doch noch zu erreichen.

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Laut Mitteilung der Deutschen Bahn wurden am Samstag und Sonntag alle Fernverkehrszüge zwischen Hamburg und Kiel, Hamburg und Lübeck sowie zwischen Hamburg und Westerland gestrichen. Bei der Verbindung zwischen Hamburg und Rostock/Stralsund/Binz werde der Fahrplan am Wochenende stark ausgedünnt.

Betroffene Fahrgäste können gebuchte Tickets entweder bis zu sieben Tage nach Störungsende flexibel nutzen oder kostenfrei stornieren.

Wetter im Norden: Niedrigwasser an der Nordsee-Küste

An der Nordseeküste ist laut Meteorolo Frank Böttcher hingegen Niedrigwasser angesagt. Die Wyker Dampfschiffs-Reederei strich für den Sonntag einige Fährverbindungen zwischen Dagebüll und den Nordseeinseln Föhr und Amrum aufgrund der niedrigen Wasserstände.

Zwischen Schlüttsiel und den Halligen Hooge und Langeneß entfiel der Fährverkehr komplett. Auch die Fährverbindungen am Wochenende von und nach Juist sind gestrichen. Im Fahrplan zwischen Norderney und Norddeich fallen einzelne Fähren aus.

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Im Fährverkehr zwischen Harlesiel und Wangerooge fallen am Sonntag alle Verbindungen aus, wie die Bahn als Betreiberin mitteilte. Einzelne Fahrten wurden auch bereits für den Samstag abgesagt.

Fährpassagieren wird dringend geraten, sich vor Antritt ihrer Reise online auf den Seiten der Reedereien über aktuelle Ausfälle und Verschiebungen informieren. (mk und kbm mit dpa)