Nordsee und Ostsee: Fahrer verliert Kontrolle über Leichenwagen – dann kommt ein anderes Auto angefahren

Im Landkreis Harburg kam es in der Nacht zu Sonntag zu einem schweren Verkehrsunfall.
Im Landkreis Harburg kam es in der Nacht zu Sonntag zu einem schweren Verkehrsunfall.
Foto: JOTO

Das Wetter spielt verrückt. Nicht nur an der Nordsee, sondern in ganz Deutschland hat das Wetter gleich mehrere Male umgeschlagen in letzter Zeit und dabei von einem Extrem ins nächste gewechselt.

Vergangene Woche hatte Sturmtief „Klaus“ vielen Teilen Deutschlands extremes Wetter und den ersten Sturm des Jahres beschwert. Das bekamen auch die Regionen an der Nordsee und Ostsee zu spüren. Nach Sturmtief Klaus kommt jetzt Sturmtief „Luis“ auf die Küste zu.

Nordsee: Nach Sturmtief „Klaus“ kommt jetzt „Luis“

In unserem Wetter-Blog erfährst du alles Wichtige rund um Sturmtief „Klaus“ und „Luis“ an der Küste. Wo werden die Stürme besonders heftig wüten? Wie wird das Wetter in den nächsten Tagen an der Nordsee? MOIN.DE hält dich über die aktuelle Situation im Norden auf dem Laufenden.

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Sonntag, 14. März

7.06 Uhr: Aquaplaning sorgt für Verkehrsunfall mit Schwerverletztem

In der Nacht zu Sonntag sind auf der Autobahn 1 nahe Hollenstedt im Landkreis Harburg zwei Autofahrer bei einem Verkehrsunfall aufgrund von Aquaplaning teilweise schwer verletzt worden.

Nach ersten Polizeiangaben war der Fahrer eines Leichenwagens bei starkem Regen gegen 1.45 Uhr auf der A1 in Fahrtrichtung Hamburg unterwegs. Kurz hinter der Anschlussstelle Hollenstedt verlor der Mann aufgrund von Aquaplaning die Kontrolle über seinen Wagen.

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Der Mercedes kollidierte mit der Mittelleitplanke und rutschte zurück auf die Fahrbahn. Ein BMW-Fahrer erkannte das schwarze, unbeleuchtete Fahrzeug zu spät und kollidierte nahezu ungebremst mit dem Leichenwagen.

Der BMW-Fahrer erlitt bei dem Unfall schwerste Verletzungen und wurde von Rettungskräften in ein Hamburger Krankenhaus gefahren. Der Fahrer des Bestattungswagens kam mit mittelschweren Verletzungen in eine Klinik.

Ein weiterer Leichenwagen holte die transportierte Leiche ab und fuhr sie zu ihrem Zielort. Der Sarg blieb bei dem Unfall unbeschädigt. Für die Aufräumarbeiten war die A1 in Richtung Hamburg für mehr als zwei Stunden gesperrt. Es kam zu einem kleinen Stau.

Samstag, 13. März

20.36 Uhr: Plötzliche Hagel- und Regenschauer verursachen Unfälle

Auf den Autobahnen im Bereich des Polizeipräsidiums Rostock ist es am Samstag zwischen 14 und 18 Uhr zu insgesamt sieben Verkehrsunfällen gekommen. Dabei wurden eine Person schwer und sechs leicht verletzt. Grund waren gemäß Polizeimitteilung plötzlich eintretende starke Hagel- und Regenschauer.

Einer der Unfälle ereignete sich gegen 15 Uhr auf der A 20 zwischen der Raststätte Fuchsberg und der Anschlussstelle Kröpelin in Richtung Stettin. Ein 51-Jähriger wurde dabei schwer verletzt und mit einem Rettungshubschrauber in eine Krankenhaus gebracht.

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Insgesamt waren drei Fahrzeuge beteiligt, wovon ein Auto in Brand geriet. Aufgrund der starken Rauchentwicklung wurde die Autobahn für circa zwei Stunden in beide Richtungen voll gesperrt.

Bei einem weiteren Unfall auf der A20 in Fahrtrichtung Stettin wurden nach Polizeiangaben die 38-jährige Fahrerin sowie zwei Kinder leicht verletzt. Sie wurden mit einem Rettungswagen in ein Rostocker Krankenhaus gebracht.

15.26 Uhr: Einzelne schwere Sturmböen südlich von Sylt

Bis Montag ziehen zwei Sturmtiefs von der Nord- zur Ostsee. Am Samstag gibt es vor allem in Dithmarschen und in Elbenähe vereinzelt Sturmböen um 80 Kilometer pro Stunde, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) berichtet.

Zum Abend an der Nordsee südlich von Sylt dann erneut Sturmböen um 80 Kilometer pro Stunde und einzelne schwere Sturmböen um 90 Kilometer pro Stunde aus West. In etwas abgeschwächter Form greifen diese dann auf das südliche Schleswig-Holstein und Hamburg über.

Im Verlauf der Nacht soll es dann ruhiger werden. Nach Mitternacht seien die Sturmböen auf Nordwest drehend und abnehmend, so der DWD.

14.32 Uhr: Leichte Sturmflut an der niedersächsischen Nordseeküste

Der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) geht für die niedersächsische Nordseeküste von einer Gefahr für eine leichte Sturmflut aus. In der Nacht auf Sonntag kann das Hochwasser demnach rund einen Meter höher auflaufen als normal.

Das nächtliche Hochwasser kann demnach bis zu einem Meter höher auflaufen als normal. „Überflutungsgefahr für Strände und Vorländer“, schreibt der Küstenschutz.

Freitag, 12. März

15.32 Uhr: Nächstes Sturmtief im Anmarsch

Kaum ist Sturmtief „Klaus“ abgezogen, erwartet einige Regionen Deutschlands auch am Wochenende stürmisches Wetter. Grund dafür ist dann das Tief „Luis“, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitag in Offenbach vorhersagte. Sturmtief „Klaus“ hatte am Donnerstag vor allem den Norden und Nordwesten Deutschlands getroffen, Bäume entwurzelt und Störungen im Bahnverkehr ausgelöst.

Der Vorhersage zufolge bringt „Luis“ am Samstag verbreitet stürmische Böen und Sturmböen, ab Mittag auch schwere Sturmböen und auf den Bergen Orkanböen. Das Sturmtief zieht im Verlauf des Tages von der Nordsee über die Ostsee. Nur in Südostbayern und im Nordosten wird es schwächer wehen. Dazu regnet es immer wieder bei 7 bis 13 Grad, auch Gewitter sowie in höheren Lagen Schneeschauer sind möglich.

9.56 Uhr: Dutzende Feuerwehreinsätze

In der Nacht zum Freitag blieb es verhältnismäßig ruhig, doch am Donnerstag musste die Feuerwehr zu zahlreichen Einsätzen ausrücken. Die Hamburger Einsatzkräfte seien in den vergangenen 24 Stunden zu insgesamt 62 mal ausgerückt, um umgestürzte oder entwurzelte Bäume von den Straßen zu entfernen oder lose Gebäudeteile zu sichern. Verletzt wurde demnach niemand.

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Im Kreis Segeberg seien die Freiwilligen Feuerwehren am Donnerstag in den frühen Abendstunden zu insgesamt 59 sturmbedingten Einsätzen gerufen worden. Überwiegend seien die Einsatzkräfte damit beschäftigt gewesen, umgefallene oder zu stürzen drohende Bäume zu entfernen oder zu sichern. Auch im hier sei niemand verletzt worden.

7.44 Uhr: Hochwasser in Hamburg

Über Nacht hat es am Elbufer der Hansestadt Hochwasser gegeben. Der Fischmarkt mit der Fischauktionshalle stand unter Wasser. Am Freitag es weiterhin windig und stürmisch bleiben, allerdings nicht so stark wie am Vortag. Insgesamt sei die Lage entspannter, so ein Sprecher des des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

6.02 Uhr: Sturmtief legt Bahnverkehr lahm

Der Sturm hat für zahlreiche Störungen im Bahnverkehr gesorgt. Mehrere Strecken waren am Donnerstagabend betroffen, zwei davon gesperrt, wie die Bahn mitteilte. Es kam zu Zugausfällen und Verspätungen.

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Gar nichts ging am Donnerstagabend mehr auf den Strecken zwischen Dortmund und Münster (Gegenstände in der Oberleitung) sowie zwischen Oldenburg und Leer (Oberleitungstörung). Letztere Sperrung beeinträchtigt – voraussichtlich bis Freitagmorgen – auch den IC-Fernverkehr auf der Strecke von Norddeich Mole über Emden, Bremen und Hannover nach Dresden.

Ebenfalls betroffen ist der Regionalexpress 1 zwischen Hannover und Leer. Hier gibt es einen Bus-Ersatzverkehr. Ein umgestürzter Baum stoppte auch einen Regionalzug zwischen Bremen-Burg und -Vegesack. Alle Passagiere blieben unverletzt. Wegen des Schadens an der Oberleitung ist der Regionalverkehr bis Freitag unterbrochen.

Donnerstag, 11. März

18:58 Uhr: Wohnhausbrand mit vier Verletzten in Kiel

Das Kieler Stadtgebiet erfasste Sturmtief Klaus um 15.03 Uhr. „Über 60 Sturmeinsätze und ein Wohnhausbrand mit vier Verletzten“, diese Bilanz zieht die Feuerwehr Kiel am Donnerstagabend. Neben etlichen umgestürzten Bäumen und losen Gebäudeteilen erhielt Feuerwehr die Meldung über ein Brandereignis in Kiel Meimersdorf.

Die Anrufer gaben gemäß Mitteilung an, dass im Hasengrund ein Haus brenne und noch Personen im Gebäude wären. Beim Eintreffen der ersten Kräfte wurde das Meldebild bestätigt. Drei Kinder und ein Erwachsener wurden vom Rettungsdienst gesichtet und betreut.

Die Löschmaßnahmen hätten sich aufgrund der Lage des Wohnhauses und der Brandstelle im Dachstuhlbereich umfangreich gestaltet, heißt es in der Mitteilung weiter. 18 Feuer- und Rettungsdienstfahrzeuge mit insgesamt 57 Einsatzkräften waren demnach vor Ort. Der Einsatz dauerte über drei Stunden.

17.57 Uhr: Baum krachte direkt auf die Frontscheibe eines Autos

Am Nachmittag erreichte Sturmtief Klaus mit stürmischen Böen nach den Küsten auch das Binnenland. Nahezu überall im Land rückten Feuerwehren zu umgestürzten Bäumen auch – besonders brenzlig wurde es aber auf der B77 im Kreis Rendsburg-Eckernförde für einen Autofahrer.

Der Mann war auf dem Weg von der Arbeit nach Hause, als ein Baum plötzlich durch eine Sturmböe umkippte und direkt auf die Frontscheibe des Wagens krachte. Der Autofahrer erlitt leichte Verletzungen und wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Das Auto erlitt einen Totalschaden.

Der Wind soll zwar in den kommenden Stunden nachlassen – doch auch die Nacht hindurch soll es weiterhin zu Sturmböen kommen, sodass auch weiterhin mit abbrechenden Ästen und umstürzenden Bäumen gerechnet werden muss.

17.42 Uhr: Mit dem Schrecken davon gekommen

Nicht nur an der Küste, auch in Hamburg hinterlässt Sturmtief Klaus seine Spuren. In Hamburg-Marmstorf hielt eine große Tanne den heftigen Windböen nicht stand und brach in dem Moment, als eine Frau mit ihrem Auto gerade die Straße Am Diggen verlassen und auf den Marmstorfer Weg abbiegen wollte.

Der Baum zerschlug die Heckscheibe der Limousine und knallte auf den Kofferraum. Die drei Insassen des Wagens, die Mutter und ihre beiden Söhne, zwei und vier Jahre alt, blieben unverletzt. Alle kamen mit dem Schrecken davon.

13.36 Uhr: Erhöhte Wasserstände an der Nordsee und in Hamburg

Ein Sturmtief soll der Nordseeküste und Hamburg in der Nacht zu Freitag erhöhte Wasserstände bringen. Nach der Vorhersage des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) vom Donnerstag wird das Nachthochwasser in Dagebüll und Hörnum auf Sylt (beide Kreis Nordfriesland) um etwa einen Meter höher als das normale Hochwasser auflaufen.

Für Hamburg (St. Pauli) werden 75 Zentimeter bis ein Meter mehr Wasser erwartet. Das von Schottland zur Norwegischen See ziehende Sturmtief kann nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) an der Nordseeküste Böen in Stärke 11 erreichen. Der DWD gab eine Unwetterwarnung heraus. Am Abend soll der Wind bereits wieder nachlassen.

11.12 Uhr: Orkanartige Böen mit bis zu 110 km/h

Die Menschen an der Nordsee müssen sich auf einen stürmischen Donnerstag einstellen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet an der Küste, auf dem Brocken kräftige Regenschauer, Gewitter und auch orkanartige Böen mit bis zu 110 km/h.

Für die Küstengebiete in Niedersachsen und Schleswig-Holstein gab der DWD deshalb eine Unwetterwarnung für den Donnerstagnachmittag heraus.

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In Schleswig-Holstein kündigte die Wyker Dampfschiffs-Reederei an, dass am Donnerstag die Verbindungen zwischen Schlüttsiel und den Halligen ausfallen.

Für den Fährverkehr zwischen den Ostfriesischen Inseln und dem Festland wurden zunächst kaum größere Einschränkungen erwartet – bei den Fähren von und nach Spiekeroog kommt es zu geänderten Abfahrtszeiten.

Die Behörden erwarteten am Donnerstagmorgen zwar an der Nordseeküste leicht erhöhte Wasserstände zum Mittags- und Abendhochwasser. Eine Sturmflut wurde aber nicht prognostiziert.

Mittwoch, 10. März

17.26 Uhr: Ruhe vor dem Sturm

Mit dem Sturmtief „Klaus“ wird am Donnerstag der erste Sturm des Jahres erwartet. Damit beginnt insgesamt ein wechselhafter und sehr windiger Witterungsabschnitt, berichtete der Deutsche Wetterdienst (DWD).

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Am Mittwoch stehe Zwischenhoch „Luitgard“ allerdings noch für die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm mit Temperaturen von fünf Grad in Ostvorpommern und bis 13 Grad am Oberrhein.

Im Südwesten und östlich der Elbe ist es auch noch einmal länger sonnig. Allerdings macht sich der Wetterwechsel im Westen und Nordwesten in der zweiten Tageshälfte mit auffrischendem Südwind bemerkbar, an der Nordsee werden erste stürmische Böen erwartet.