Hamburg: Barbesitzer fragt sich jeden Morgen, ob sein Lokal noch steht – oder ob es in die Luft gesprengt wurde

Was ein Barbetreiber aus Hamburg derzeit erleben muss, macht viele Menschen fassungslos (Symbolbild).
Was ein Barbetreiber aus Hamburg derzeit erleben muss, macht viele Menschen fassungslos (Symbolbild).
Foto: imago images/Seeliger

Stephan Fehrenbach hat sich als einer der ersten Gastronomen dafür entschieden, nur noch Geimpfte und Genese in sein Lokal zu lassen. Dem Barbetreiber gehört die „Laundrette“ in Hamburg-Ottensen.

Seitdem hat er nach eigenen Angaben viele Hassbotschaften bekommen,. Doch was der Barbetreiber aus Hamburg kürzlich erleben musste, bringt den Shitstorm gegen ihn auf einen traurigen Höhepunkt.

Hamburg: Gastronom bekommt Bombendrohung

Am vergangenen Donnerstag hat Fehrenbach eine Bombendrohung in seinen Briefkasten bekommen. „In diesem Brief standen explizite Anschlagspläne“, berichtet der Gastronom bei RTL.

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Seitdem frage er sich morgens, wenn er aufwache: „Steht mein Laden noch? Ist alles in Ordnung? Hat jemand meine Außengastronomie angesteckt? Es macht mir Angst“, so der Gastronom im RTL-Interview.

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Daten und Fakten über Hamburg:

  • Hamburg ist als Stadtstaat ein Land der Bundesrepublik Deutschland.
  • Hamburg ist mit rund 1,9 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands und die drittgrößte im deutschen Sprachraum.
  • Das Stadtgebiet ist in sieben Bezirke und 104 Stadtteile gegliedert, darunter mit dem Stadtteil Neuwerk eine in der Nordsee gelegene Inselgruppe.
  • Der Hamburger Hafen zählt zu den größten Umschlaghäfen weltweit.
  • Die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel sind seit 2015 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
  • International bekannt sind auch das Vergnügungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn sowie das 2017 eröffnete Konzerthaus Elbphilharmonie.

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„Das ist kein Witz mehr und das geht zu weit. Ich nehme diese Drohung ernst“, schrieb Fehrenbach am vergangenen Freitag in einem Beitrag auf Facebook.Er arbeite nun mit einer Sicherheitsfirma zusammen, die die Taschen seiner Gäste kontrolliere.

Gastronom kritisiert Senat in Hamburg

Außerdem kritisiert Fehrenbach den Senat. „Der Hamburger Senat hat mit seiner Entscheidung, 2G oder 3G den Wirten zu überlassen, nicht verantwortlich gehandelt“, schrieb der Gastronom auf Facebook.

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Eine einheitliche Regelung wäre besser. „Die letzten 1,5 Jahre waren beschwerlich genug. Wir haben genug mitgemacht. Ich erwarte, dass sich der Hamburger Senat hinter uns stellt. Dass er uns schützt.“

Die Polizei bestätigte, dass Strafanzeige erstattet wurde. Das Landeskriminalamt habe die Ermittlungen übernommen.

Gastronom aus Hamburg lässt sich nicht einschüchtern

Dennoch steht Fehrenbach zu seiner 2G-Entscheidung: „Ich lasse mich nicht einschüchtern. Aber was mir in den letzten Tagen geschehen ist, geht weit über ein vernünftiges Maß hinaus. Meinungen finden dort ihre Grenzen, wo andere Menschen mit ihrem Leben bedroht werden.“

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In den Kommentaren unter dem Beitrag macht sich Entsetzen breit. „Da fehlen mir die Worte. Unfassbar was euer Team da gerade durchmachen muss“, schreibt zum Beispiel eine Frau.

Und ein Mann findet: „Das kann doch nicht wahr sein! Die Dummen werden immer mehr. Aber Blödsinn reden und schwurbeln ist eine Sache, Menschenleben bedrohen ist nicht tolerierbar.“

Mehr als 500 Betriebe in Hamburg für 2G

Seit dem 28. August können Veranstalter und Wirte in Hamburg selbst entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene (also 2G) einlassen, oder ob sie weiter das 3G-Modell nutzen wollen - also auch aktuelle Tests akzeptieren.

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Bei der 2G-Regel entfallen zahlreiche Einschränkungen wie beispielsweise die Abstandsregeln, Tische und Räumlichkeiten können voll ausgelastet werden. Mittlerweile haben sich mehr als 500 Betriebe aus Hamburg für die 2G-Regel angemeldet. (mk mit dpa)