Hamburg: Pflegekraft erzählt von Panik auf Corona-Station – „So schlimm“

Kim Peters in der Doku „Abgeklatscht und abserviert – Die vergessenen Corona-Helden“
Kim Peters in der Doku „Abgeklatscht und abserviert – Die vergessenen Corona-Helden“
Foto: Screenshot ARD

Kim Peters ist Krankenschwester in Hamburg und pflegt seit Ausbruch der Pandemie Covid-Patienten. Für das Erste führt sie während des zweiten Lockdowns ein Video-Tagebuch. In der Doku „Abgeklatscht und abserviert – Die vergessenen Corona-Helden“ bekommen die Zuschauer so einen Einblick in ihren Arbeitsalltag.

Aktuell, Stand 31. März 2021, werden 288 Patienten in Hamburg stationär wegen einer Covid-19-Erkrankung behandelt, davon 94 auf der Intensivstation.

Hamburg: „Den meisten geht's richtig, richtig schlecht“

In der ARD-Doku sind als Teil des Video-Tagebuchs Szenen aus dem Dezember zu sehen. Die Station sei quasi voller Covid-Patienten, sagt Kim Peters.

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„Den meisten geht's richtig, richtig schlecht. Es ist jeden Tag, dass hier Leute sterben. Das kann man sich von außen gar nicht vorstellen, was das für eine seelische Belastung ist im Moment für uns und für das ganze Team.“ Jeden Tag komme man zur Arbeit und versuche das Beste. Doch man sei so machtlos, so hilflos.

Die Krankenschwester beschreibt, wie sich die Patienten, die keine Luft mehr bekommen, an ihr festhalten. „Weil die so eine Angst haben, weil die keine Luft bekommen.“ Das sei richtige Panik. „Das ist so schlimm. Die Bilder kriegst du halt so schnell auch nicht mehr aus dem Kopf.“

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Hamburg: Die Krakenschwester war vor einem Jahr selbst erkrankt

Kim Peters selbst kenne diese Todesangst, heißt es in der ARD-Doku. Im März 2020 war das Virus demnach trotz aller Schutzmaßnahmen auch auf ihre Station gekommen. Eine Mitarbeiterin hatte unwissentlich Kollegen und Patienten angesteckt. Auch Kim Peters erkrankte.

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Sie beschreibt die Symptome, die alle zwei Tage andere gewesen seien: von Magenkrämpfen über kein Geruch und keinen Geschmack bis zu Herzschmerzen. „Ich hatte stellenweise richtig Angst.“ Es sei „ein Scheiß beängstigendes Gefühl“ gewesen. Sie habe sich von Schwestern verabschiedet am Telefon.

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Die Krankenschwester hat die Erkrankung zum Glück überstanden. Und hilft bis heute Covid-Patienten in Hamburg bei ihrem Kampf gegen das Virus. (kbm)

Die ganze Doku kannst du dir >>> hier in der ARD-Mediathek ansehen.