Hamburg: Alle in der Stadt sind durch dieses falsche Verhalten gefährdet – „Schämen sich“

Eine Frau bei der Kontaktnachverfolgung.
Eine Frau bei der Kontaktnachverfolgung.
Foto: IMAGO / Chris Emil Janßen

Die dritte Welle habe schon begonnen, sagte der Chef des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, am Mittwoch in Genf. Dafür gebe es klare Anzeichen in Deutschland. In Hamburg liegt der Inzidenzwert der Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen seit Wochen um die 80.

Pro Woche werden aktuell etwa 1.500 Menschen in der Hansestadt mit dem Coronavirus nachweislich neu infiziert. Damit der Inzidenzwert für weitere Lockerungen unter die wichtige Marke von 50 fällt, dürften es höchstens 949 Infektionen sein. Dass der Trend zeitnah in diese Richtung verläuft, davon geht man aber weder in Hamburg noch anderswo aus.

Hamburg: Kontaktverfolgung nicht immer möglich

Wenn bei 1.500 Menschen pro Woche in der Stadt Infektionen nachgewiesen werden, dann bedeutet das auch, dass die Gesundheitsämter die Kontaktverfolgung dieser Menschen aufnehmen. Damit sie sich in Quarantäne begeben und ebenfalls getestet werden können.

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Nur leider gibt es ein Problem: nicht jeder der Infizierten gibt seine Kontakte auch an. Viele können deswegen nicht gefunden werden und sind eine potentielle Gefahr für die ganze Stadt und natürlich auch darüber hinaus.

Ein Sprecher der Gesundheitsbehörde in Hamburg bestätigt gegenüber MOIN.DE es gebe „seit Beginn der Pandemie Probleme mit fehlenden Angaben“, die die Verfolgung erschweren.

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Laut des Sprechers informieren manche Infizierte das Gesundheitsamt ganz bewusst nicht über einige ihrer Kontakte. Andere hingegen könnten sich auch „schlicht nicht erinnern". Deswegen empfiehlt die Behörde, ein Tagebuch zu führen. Also Menschen aufzuschreiben, mit denen man sich in Räumlichkeiten aufgehalten hat.

Viele dürften das ja in Zeiten der Beschränkungen nicht sein, der Aufwand ist daher nicht all zu groß.

Hamburg: Wieso werden Kontakte verschwiegen?

Aber was ist mit den Menschen, die ihre Kontakte ganz bewusst nicht angeben? Der Verdacht liegt nahe, dass diese aus Angst vor Konsequenzen verschwiegen werden. Zum Beispiel, wenn man zuletzt eine kleine private Party gefeiert hat.

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Den Verdacht bestätigt auch der Sprecher der Gesundheitsbehörde. Manche würden sich erwischt fühlen oder gar „schämen“ gegen die Regeln verstoßen zu haben. Als Konsequenz können natürlich auch Bußgelder drohen.

Andere wiederum schweigen, weil sie die Quarantäne für ihre Kontakte vermeiden wollen, in der man nicht mal einkaufen gehen darf.

Hamburg: Gesundheitsamt macht keine Polizeiarbeit

Der Sprecher gibt aber auch zu bedenken: „Es ist in erster Linie das Ziel der Gesundheitsämter, die Kontakte zu erfassen und zu verfolgen und nicht Polizeiarbeit zu machen."

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Wer also mehrere Kontakte angibt, der muss nicht befürchten, mit unbequemen Fragen gelöchert zu werden und dann einen Bußgeldbescheid zu bekommen.

Denn das Wichtigste ist nach wie vor, infizierte Personen zu finden und dass diese sich in Quarantäne begeben, damit die besagte dritte Welle so schwach wie möglich verläuft und nicht noch mehr Menschen infiziert werden.

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