Hamburg: Enkelin von Heinz Erhardt macht Sensationsfund auf einem Dachboden! Nun will sie ihn mit allen teilen

Bea Swietczak
Die bekanntesten Promis aus Hamburg

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Falls Heinz Erhardt (†70) vom Himmel aus zuschaut, freut er sich bestimmt, dass er eine so taffe Enkeltochter aus Hamburg hat. Denn sie hat jahrelang ein Programm entwickelt, das im nächsten Jahr auf Tour geht. Der Show ist ein spektakulärer Dachboden-Fund vorausgegangen.

Der große Heinz Erhardt, der den Spitznamen „Onkel der Nation“ hatte, unterhielt uns mit seinem Sprachwitz über Jahrzehnte. Unvergessen ist das Gedicht „Die Made“ oder der Sketch „Die Schachpartie“ des Kabarettisten, Komponisten und Filmstars, der in Riga geboren wurde und Hamburg zu seiner Wahl-Heimat gemacht hatte. 42 Jahre ist er nun schon tot, aber er lebt in den Herzen seiner Fans weiter.

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Hamburg: Davor hatte Heinz Erhardt Angst

„Obwohl mein Opa zu den ganz großen Stars in der Zeit des deutschen Wirtschaftswunders zählte, hatte er immer Angst, dass er irgendwann in Vergessenheit gerät“, sagt seine Enkelin Nicola Tyszkiewicz.

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Das war Heinz Erhardt:

  • Heinz Erhardt wurde 1909 in Riga (Lettland) geboren
  • Sein Vater war Kapellmeister
  • Er wuchs bei den Großeltern auf
  • Dort lernte er das Klavierspielen
  • Zeitlebens litt er unter seiner unsteten Kindheit
  • Als er zehn Jahre alt war, nahm sein Vater ihn mit nach Deutschland
  • Zuerst lebte er in der Nähe von Hannover, bei der zweiten Frau des Vaters
  • Von 1919 bis 1924 besuchte er ein Internat, kehrte nach Riga zurück
  • Insgesamt wechselte er 15 Mal die Schule
  • Das deutsche Gymnasium in Riga verließ er ohne Abschluss
  • Auf Drängen des Großvaters begann er eine kaufmännische Lehre, obwohl er Pianist werden wollte
  • 1935 heiratete er die Tochter des italienischen Konsuls in Riga
  • Das Paar bekam vier Kinder: Gero, Grit, Marita, Verena
  • Erste Auftritte hatte er in Kaffeehäusern in Riga, später in Berlin
  • Im Zweiten Weltkrieg wurde er zur Truppenbetreuung als Klavierspieler eingesetzt
  • Nach dem Krieg kam er mit seiner Familie nach Hamburg, wo er seine Karriere startete und bis zum Tod blieb

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Doch das ist bestimmt nicht der Fall. Auf YouTube werden seine Auftritte bis heute millionenfach geklickt. Immer mal wieder zeigen TV-Sender seine bekanntesten Filme wie „Der Haustyrann“, „Witwer mit fünf Töchtern“ oder „Was ist denn bloß mit Willi los?“. Und jetzt hat die Enkelin sogar eine Liveshow auf die Beine gestellt, die nächstes Jahr durch Deutschland tourt. Am 4. April wird sie in der Elbphilharmonie in Hamburg zu sehen sein.

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Dabei führt die NDR Bigband unter der Orchester-Leitung von Jörg Achim Keller durch das Programm „Augen auf und durch“ mit Arrangements zwischen Swing, Latin und Soul-Jazz.

Auch Special Guests, die aus einem ganz anderen künstlerischen Genre kommen, werden auftreten: Schauspielerin Stefanie Stappenbeck und ihr „Tatort“-Kollege Dietmar Bär sowie der Hamburger Sänger Stefan Gwildis interpretieren Heinz-Erhardt-Evergreens wie „Fräulein Mabel“, „Dann rege dich nicht auf“ oder „Agamemnon“.

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Hamburg: Familienstreitereien gehen vor Gericht

Bis zur Realisierung des Programms war es ein langer, steiniger Weg. „14 Jahre lang habe ich leidenschaftlich daran gearbeitet und darum gekämpft“, erzählt die Erhardt-Enkelin. „Ich habe viele Widerstände und Blockaden zu spüren bekommen, aber es gab auch viel Lob.“

Denn zwischendurch kam es zu Konflikten zwischen ihr und anderen Nachkommen des Allround-Talents mit juristischen Streitereien. Aber inzwischen sind sie beigelegt. Dabei ging es um die Veröffentlichung von plötzlich aufgetauchtem Archivmaterial.

Nicola Tyszkiewicz findet Schätze auf Dachboden in Hamburg

Denn als Nicola den Dachboden eines Rotklinkerhauses im Hamburger Stadtteil Wellingsbüttel, das einem Teil der Familie Erhardt gehörte, auflöste, fand sie verwaiste und bislang unveröffentlichte Noten ihres Opas für Lieder und Sprechgesänge. Wahre Schätze, die sie nicht einfach achtlos in irgendwelchen Kartons liegen lassen wollte.

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Sie brachte sie zum 100. Geburtstag von Heinz Erhardt als Hörbuch heraus, was zu Unstimmigkeiten in der Familie geführt hatte. „Mein Opa würde sich bestimmt sehr freuen, wenn er wüsste, dass nun sein altes Material wieder zum Leben erweckt und zeitgemäß umgesetzt wird“, erzählt Nicola.