Hamburg: Jeden Tag spaziert eine Taube durch den Supermarkt – das hat einen traurigen Hintergrund! „Ums Überleben kämpfen“

Ein Supermarkt in Hamburg macht auf ein großes Problem aufmerksam (Symbolbild).
Ein Supermarkt in Hamburg macht auf ein großes Problem aufmerksam (Symbolbild).
Foto: imago images/Michael Gstettenbauer & PantherMedia / Ingo Gronostay

Auf den ersten Blick wirkt das Video, das ein Supermarkt in Hamburg auf seiner Facebook-Seite geteilt hat, ziemlich lustig. Eine kleine Taube stolziert wie selbstverständlich zwischen den Regalen umher. Scheu vor Menschen scheint der Vogel keine zu haben.

Wie der Laden „Twevle Monkey“ aus Hamburg berichtet, besuche die Taube den Laden nahezu jeden Tag. „Bis wir sie sehen und freundlich bitten, rauszugehen“. Hinter der Szene steckt jedoch ein ernstes Problem.

Hamburg verbietet Füttern von Tauben

In Hamburg gilt nämlich, wie in vielen anderen Städten, ein Fütterungsverbot für die Vögel. Es gilt als Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 5.000 Euro bestraft werden kann. Ein großes Problem, wie der Supermarkt und der Hamburger Tierschutzverein finden.

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Für die Tiere sei es kaum möglich, artgerechnete Nahrung zu finden. Sie können sich lediglich mit Hilfe der Essenreste und des Mülls durchschlagen, den die Menschen in der Innenstadt zurücklassen.

Aber: „Brot und Essensreste sind weder nahrhaft noch gesund für die Kleinen“, stellt der Laden klar. Als „elende Situation“ bezeichnet der Tierschutzverein das Leben der Tauben.

Erfolglose Proteste in Hamburg

Während des Lockdowns hat sich das Ganze noch einmal verschärft. Die Innenstadt war monatelang wie leergefegt. Kaum Menschen waren unterwegs, dementsprechend gab es für die Vögel kaum Nahrung. Proteste, das Fütterungsverbot teilweise aufzuheben, blieben erfolglos.

Zwar hat sich die Lage inzwischen deutlich gebessert, trotzdem ist von ausreichender Nahrung nicht die Rede. Rund 40 Gramm Futter benötigt eine Taube zum Überleben, optimalerweise eine Mischung aus Körnern und Hülsenfrüchten wie Weizen, Erbsen, Sonnenblumenkerne oder Erdnüssen.

Kunden aus Hamburg bestürzt über Video

Davon ist das Fast Food, von dem sich die Tiere in der Innenstadt gezwungenermaßen ernähren müssen, weit entfernt, „weshalb tausende Tauben täglich ums Überleben kämpfen und ständig hungernd auf Nahrungssuche sind“, heißt es im Facebook-Beitrag.

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Die kleine Taube auf dem Video verschlägt es dabei offensichtlich immer wieder zu „Twelve Monkeys“. Die Kunden des Ladens zeigen sich bestürzt über die Aufnahmen. „Danke für diesen liebevollen, traurigen Einblick“, schreibt etwa eine Frau.

„Tauben sind wunderbare Tiere“, kommt von einer anderen Frau. „Es ist so furchtbar wie die Menschheit sie behandelt“, fügt sie hinzu. „Aus meiner Sicht ist das Fütterungsverbot ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz“, steht in einem weiteren Kommentar.

Dem stimmen zwar viele Menschen zu, dass sich an der Situation aber etwas ändern wird, ist leider nicht abzusehen. (lh)