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Udo Lindenberg erlebt unangenehmen Moment bei seiner Auszeichnung – „Buuuh“

Udo Lindenberg

Das ist der Rockmusiker 

Einen historischen Abend erlebte der Rockmusiker Udo Lindenberg am Mittwoch in Hamburg. Er ist zum 37. Ehrenbürger seiner Wahlheimatstadt Hamburg ernannt worden.

 Die Bürgerschaft stimmte am Mittwoch für den, vom Senat eingebrachten, Vorschlag und würdigte den 76-Jährigen mit der höchsten Auszeichnung der Hansestadt. Doch während der Bürgerschaftssitzung erlebte Udo Lindenberg einen unangenehmen Moment.

Udo Lindenberg will ihn nicht mehr zuhören

In der Bürgerschaftssitzung wurde der Rockmusiker von den meisten Abgeordneten gelobt, auch von der zweiten Bürgermeisterin Katharina Fegebank: „Wir sind wahnsinnig stolz, dass er Hamburg zu seiner Heimat gemacht hat und zum Vorbild für viele Künstlerinnen und Künstler geworden ist. Hamburg trägt seinen Namen und seinen Sound im Herzen, für jetzt und immer!“

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Der Rockmusiker schien bei bester Laune, doch als AFD-Mitglied, Alexander Wolf zu sprechen begann, verschwand die Freude nicht nur bei Udo, sondern auch bei seinen Fans in der Bürgerschaftssitzung.

AfD hetzt: „Udo Lindenberg wird nie ‚uns Udo'“

Der AFD-Mann lobte Lindenberg ein bisschen und wechselte dann aber schnell zu Uwe Seeler. „Uns Uwe stand für Werte wie Ehrlichkeit und Geradlinigkeit. […] Verglichen mit uns Uwe fürchte ich, wird Udo Lindenberg nicht uns Udo werden“, sagt Alexander Wolf und nervte damit die meisten, die im Saal saßen.

„Buuuh“ und „Aufhören“ riefen die Abgeordneten und unterbrachen das AFD-Mitglied. Udo zeigte sich verärgert.

Carola Veit, die Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft, beendete das Ausbuhen und sagte: „Ohne Zwischenrufe geht es schneller“ und gab dem AFD-Mitglied noch eine Minute. Doch in dieser Minute kritisierte er Udo Lindenberg, weil der Rockmusiker die AFD-Wähler in Thüringen beleidigte.

In diesem Moment konnte Udo Lindenberg Alexander Wolf nicht mehr zuhören und drehte sich um. Er sprach mit anderen Abgeordneten und ignorierte die weitere Rede.

Udo Lindenberg
Udo Lindenberg hört dem AFD-Mann nicht mehr zu und drehte sich nach hinten um. Foto: Maen Gesmati

Das ist Udo Lindenberg:

  • Udo Gerhard Lindenberg wurde am 17. Mai 1946 in Gronau (Westfalen) geboren
  • Udo Lindenberg ist nicht nur Rockmusiker, sondern auch Schriftsteller und Maler
  • Sein Markenzeichen sind der Hut, die dunkle Brille und natürlich die markante Stimme
  • In seinen ersten Hamburg-Jahren lebte Udo Lindenberg in einer Wohngemeinschaft u.a. mit Marius Müller-Westernhagen und Otto Waalkes zusammen
  • Udo Lindenberg lebt seit Jahren im Hamburger Hotel „Atlantic Kempinski“
  • Seit Ende der 90er-Jahre ist Udo Lindenberg mit der 31 Jahre jüngeren Fotografin Tine Acke liiert

Danach stimmten die Politiker dem Antrag des Senats mit großer Mehrheit zu. Die AFD war dagegen. Doch das änderte nichts. Udo Lindenberg wurde zum 37. Ehrenbürger Hamburgs ernannt.

Udo Lindenberg
Alle Abgeordneten, außer die AFD, stimmten dem Antrag des Senats mit großer Mehrheit zu. Foto: Maen Gesmati

Danach wurde der Rockmusiker offiziell beim Festakt als Ehrenbürger verkündigt und bekam seine Urkunde. In der Urkunde, die Tschentscher an Lindenberg überreichte, hieß es: „Er ist als Künstler ein Botschafter, der für Hamburg steht.“

„Sie nutzen ihre Bühne, die Musik und Ihre Popularität, um die großen Themen der Zeit anzusprechen und zu bewegen, die Stimme zu erheben für das, was wichtig ist“, so Tschentscher.


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Tschentscher sagte weiter, Lindenberg engagiere sich seit Jahrzehnten gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Diskriminierung. „Er zeigt Haltung und spricht den Menschen aus der Seele, mit bewegenden Worten, mit Lebensfreude, Leidenschaft, einem einzigartigen Stil und einem Hauch geheimnisvoller Magie“, so Tschentscher.

Udo Lindenberg
Udo Lindenberg bekommt seine Urkunde von dem Bürgermeister Peter Tschentscher als Ehrenbürger von Hamburg. Foto: Maen Gesmati

„Es ist ein sehr, sehr besonderer Tag heute für mich“, sagte Udo Lindenberg nach Entgegennahme der Ehrenbürger-Urkunde. Dann blickte er zurück auf den 13. Dezember 1968: Mit 100 Mark in der Tasche sei er damals trampend nach Hamburg gekommen. Der Fahrer habe zu ihm gesagt: „An der Elbe, an der Alster, an der Bill, kann ein jeder moken, wat er will.“ Das habe „nach höchster Toleranz und größter Freiheit“ geklungen, weshalb er schon zu jenem Zeitpunkt damit gerechnet habe, in der Hansestadt zu bleiben.