Aida: Spektakuläres Manöver bringt massenweise Menschen zum Staunen – jetzt dauert es nicht mehr lange

Die „Aida Cosma“ hat eine spektakuläre Nacht hinter sich.
Die „Aida Cosma“ hat eine spektakuläre Nacht hinter sich.
Foto: picture alliance/dpa/Meyer Werft

Der neugebaute Kreuzfahrt-Riese „Aida Cosma“ ist von der Meyer-Werft ohne Probleme über die Ems in die Niederlande gebracht worden. „Es geht sogar ein bisschen schneller als geplant. Der Wasserstand ist hoch, der Wind ist abgeflaut“, sagte ein Werftsprecher am Samstag während der Überfahrt.

Das 337 Meter lange Aida-Schiff hatte am frühen Morgen in Papenburg seine Schleppfahrt begonnen. Gegen 17.30 Uhr hatte es die Besatzung des jüngsten Luxusliners der Meyer Werft dann geschafft: Die „Aida Cosma“ erreichte Eemshaven – und das sogar etwas früher als geplant.

Aida: Spektakuläres Manöver

Auf der etwa 40 Kilometer langen Reise über die Ems wurde die „Aida Cosma“ – wie immer bei diesen spektakulären Überführungen – rückwärts geschleppt, weil sie so besser manövriert werden kann.

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Schaulustige versammelten sich noch in der Dunkelheit am Deich, um den bunt erleuchteten Ozeanriesen auf seiner Fahrt über den schmalen Fluss zu bestaunen. Die Überführungen locken immer viele Schiffsfans an.

Umweltschützer kritisieren allerdings, das Anstauen der Ems schade dem Fluss und seinen Ufern.

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Daten und Fakten zu Aida:

  • Aida ging aus der „Deutsche Seereederei“ hervor, einem volkseigenen Betrieb im Feriendienst der DDR
  • Nach der Wende beschloss das Unternehmen, Kreuzfahrtschiffe nach amerikanischem Vorbild zu bauen
  • Damit sollte das Prinzip eines Cluburlaubs auf die Kreuzfahrtreise übertragen werden
  • 1996 ging das erste Aida-Clubschiff auf Reise, derzeit (Stand 2021) besteht die Flotte aus 14 Schiffen
  • 15.000 Menschen aus 50 Ländern arbeiten für Aida, davon 13.500 an Bord der Schiffe
  • Der Firmensitz von Aida ist in Rostock, die Reederei hat ihren Sitz in Hamburg
  • Die Schiffe fahren unter italienischer Flagge, Aida gehört zum italienischen Unternehmen Costa Crociere
  • Das Merkmal der Aida-Schiffe ist der Kussmund am Bug

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Aida-Schiff mit Flüssiggas

„Wir freuen uns sehr, dass unser neues Kreuzfahrtschiff seine erste Fahrt über die Ems antritt“, sagte Hansjörg Kunze, Sprecher der Reederei Aida Cruises in Rostock. Es ist der zweite vollständig mit Flüssiggas betriebene Neubau von Aida Cruises. Flüssiggas gilt als umweltfreundlicherer Antrieb als Diesel oder Schweröl.

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Für die Meyer-Werft ist die Überführung die letzte Etappe in der Entstehung dieses Aida-Kreuzers gewesen. Für die die Werft war es die zweite Überführung in diesem Jahr. Deutschlands größter Schiffbaubetrieb hat sein Bautempo drosseln müssen, weil aufgrund des weitgehenden Stillstands der Kreuzfahrtindustrie wegen der Corona-Pandemie neue Schiffe kaum gefragt sind. Die Krise hat auch einige Hundert Arbeitsplätze gekostet.

In den kommenden Tagen wird die „Cosma“ nun in den Niederlanden weiter ausgebaut. Neben 17 Restaurants und 23 Bars sind an Bord ein Außenpool, eine Meerblicksauna und eine Joggingstrecke geplant.

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Die Deutschen lieben Kreuzfahrt-Urlaub:

  • Insgesamt unternahmen im Jahr 2018 rund 2,73 Millionen deutsche Passagiere eine Kreuzfahrt. Der Großteil davon entschied sich für eine Hochseekreuzfahrt, vor allem mit Aida und Tui („Mein Schiff“).
  • Am beliebtesten sind Kreuzfahrten mit weitem Abstand bei US-Amerikanern, gefolgt von Chinesen – dann folgen die Deutschen.
  • Über 30 Prozent der weltweiten Kreuzfahrtschiffe werden in der Karibik eingesetzt, damit ist sie vor dem Mittelmeer das beliebteste Fahrtgebiet.
  • Die beliebtesten Fahrtgebiete unter den deutschen Kreuzfahrern sind Nordeuropa und das westliche Mittelmeer.
  • Der Begriff hat seinen Ursprung in dem niederländischen Wort „kruiser“ aus dem 17. Jahrhundert, der ein kreuzendes (im Sinne von hin und her fahrend) Schiff bezeichnete.
  • Dank des Kreuzfahrt-Booms der vergangenen Jahre ist Deutschland heute ein Werftenstandort von weltweitem Rang.
  • In der öffentlichen Wahrnehmung werden aber immer auch die hohen Belastungen für Mensch und Umwelt durch Kreuzfahrtschiffe betrachtet.

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Anfang November soll der Luxusliner nach Bremerhaven weiterfahren, um von dort aus Probefahrten zu absolvieren. Ab 2022 soll das Schiff dann seinen regulären Dienst antreten und Passagiere befördern.

Die Taufe des neuen Aida-Schiffs soll im Dezember Kristina Vogel übernehmen, die im Bahnradsport zwei olympische Goldmedaillen und elf Weltmeistertitel geholt hat. Die Jungfernfahrt führt die „Cosma“ dann laut Plan zu den Kanarischen Inseln. (dpa/rg)