Camping an der Nordsee: Frau übernimmt Platz-Leitung – und bekommt es gleich mit nachlässigen Reisenden zu tun

Camping-Plätze an der Nordsee sind momentan ziemlich voll.
Camping-Plätze an der Nordsee sind momentan ziemlich voll.
Foto: picture alliance/dpa

Viele Urlauber strömen in diesem Jahr wieder an die Nordsee und an die Ostsee. Eine großer Teil von ihnen entscheidet sich dieses Mal auch fürs Camping. Noch nie zuvor haben so viele Menschen Urlaub mit Wohnmobil, Zelt und Co. gemacht.

Für viele Camping-Fans, die die Nordsee ansteuern, wird es deshalb schwierig, einen freien Platz zu ergattern. Doch auch die Betreiber der Plätze haben mit Problemen zu kämpfen.

Camping-Boom bringt auch Herausforderungen mit sich

In Neuharlingersiel an der Nordsee wird es nach zwölf Jahren einen Wachwechsel auf dem Camping-Platz geben: Chefin Anita Blöchl übergibt die Rezeption und Rasenkontrolle an Andrea Diekmann.

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Für sie ist alles neu. Bislang hatte sie einen reinen Bürojob – nur Abrechnungen. Einer ihrer Aufgaben wird es sein, über den Platz zu gehen und den Pflegezustand der Parzellen der Dauercamper kontrollieren.

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Camping-Urlaub angesagt wie nie – das steckt dahinter:

  • Der Begriff Camping umfasst eine sehr breite Spanne von Aktivitäten. Ihnen allen ist gemeinsam, nicht in Gebäuden zu übernachten, sondern in der Natur.
  • Die Urlauber schlafen in Zelten, Hängematten, Wohnwagen oder Wohnmobilen, in Dachzelten oder ausgebauten Vans. Wird in Zelten gecampt, so spricht man auch von Zelten.
  • Camping wurde Anfang des 20. Jahrhunderts populär und ist mittlerweile eine weitverbreitete Urlaubs- und Reiseform.
  • In den meisten Ländern Europas ist Camping außerhalb dafür vorgesehener Einrichtungen (wildes Campen) nicht erlaubt oder nur unter strengen Auflagen gestattet.
  • 2016 gab es in Deutschland 2919 Campingplätze mit einer Anzahl von etwa 220.000 Stellplätzen.

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Ein heikles Thema. „Nach Pfingsten sollte jeder den Rasen gemäht haben. Der Windschutz muss saubergemacht werden. Der Wohnwagen und Vorzelt sollten gepflegt sein. Klar, wir sind am Anfang der Saison. Da hatte noch nicht jeder Camper Zeit gehabt, herzukommen, um schon die nötigen Arbeiten zu machen“, erklärt Anita ihrer Nachfolgerin Andrea die neue Arbeit.

Camping-Platz hat neue Betreiberin

Aber das muss unbedingt gemacht werden. „Deshalb musst du jetzt raus auf den Platz, alles anschauen und Notizen machen. Daraufhin werden die Camper benachrichtigt, dass wir da was beobachtet haben.“

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Eine ganz schön lange Liste für die Neuchefin. „Ich bin jetzt den 3. Tag hier. Ich finde das alles komplett spannend. Ich bin auch Camper und sehe das jetzt natürlich alles von einer anderen Seite. Also was alles so im Hintergrund läuft“, freut sich Andrea auf die neue anstrengende Arbeit.

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Während sie sich auf die Herausforderung freut, verlässt Anita ihren ehemaligen Camping-Platz mit einem weinenden Auge. „Es ist schon Herzblut dabei, wenn man so geht. Es sind viele liebe Camper hier. Das tut mir schon sehr leid“, erzählt sie.

Neuharlingersiel wird Anita vermissen und sie ihren Platz am Meer. (oa)

Die ganze NDR-Doku gibt es hier online zu sehen.