Camping: Familie will in Urlaub, doch schon nach wenigen Kilometern reicht es ihr

Eine Familie brach in den Camping-Urlaub auf – doch ihr ursprünglicher Plan ging nicht auf. (Symbolbild)
Eine Familie brach in den Camping-Urlaub auf – doch ihr ursprünglicher Plan ging nicht auf. (Symbolbild)
Foto: picture alliance / dpa-tmn | Christin Klose

Statt während der Corona-Pandemie in ferne Länder zu fliegen, entschieden sich viele Urlauber in diesem Sommer für Ziele in näherer Umgebung. Das ist einer der Gründe, warum der Camping-Urlaub gerade so angesagt ist.

Eine Familie wollte aber weder auf die fernen Länder noch auf das Camping-Gefühl verzichten und entschied sich dafür, beides miteinander zu kombinieren. Das klappte dann aber nicht so wie geplant.

Camping: Familie bereut ihre Entscheidung

In der „Welt“ berichtet die Familie über ihre Erfahrung. Mit einem alten Mercedes-E-Klasse und einem gebrauchten Caravan machten sie auf den Weg nach Frankreich. Die Entscheidung gegen ein Wohnmobil und für einen Wohnwagen war aus preislichen und praktikablen Gründen erfolgt.

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Doch der Kauf des Anhängers wurde bald schon fast wieder bereut.

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Camping-Urlaub angesagt wie nie – das steckt dahinter:

  • Der Begriff Camping umfasst eine sehr breite Spanne von Aktivitäten. Ihnen allen ist gemeinsam, nicht in Gebäuden zu übernachten, sondern in der Natur.
  • Die Urlauber schlafen in Zelten, Hängematten, Wohnwagen oder Wohnmobilen, in Dachzelten oder ausgebauten Vans. Wird in Zelten gecampt, so spricht man auch von Zelten.
  • Camping wurde Anfang des 20. Jahrhunderts populär und ist mittlerweile eine weitverbreitete Urlaubs- und Reiseform.
  • In den meisten Ländern Europas ist Camping außerhalb dafür vorgesehener Einrichtungen (wildes Campen) nicht erlaubt oder nur unter strengen Auflagen gestattet.
  • Über zehn Millionen Deutsche betreiben ab und zu Camping oder Caraving, fast zwei Millionen sogar häufig.
  • Besonders beliebt bei den Deutschen für einem Campingurlaub ist das eigene Land, gefolgt von den wärmeren Mittelmeerländern Italien und Frankreich.
  • 2020 gab es in Deutschland 2.862 Campingplätze mit einer Anzahl von etwa 209.000 Stellplätzen.
  • Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden auf deutschen Campingplätzen etwa 34 Millionen Übernachtungen gezählt.
  • Davon waren etwa 2,2 Millionen Übernachtungen von ausländischen Gästen. Die Hälfte dieser Übernachtungen wurde dabei von Niederländern getätigt, gefolgt von Gästen aus der Schweiz und aus Belgien.
  • Etwa sieben Prozent der Ausländer wählen bei einem Besuch in Deutschland einen Campingplatz als Unterkunftsform.

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Denn mit einem 29 Jahre alten Caravan im Schlepptau kommt man nicht so schnell voran. Deshalb schlich die Familie auf der rechten Spur nur so dahin. Sogar für LKW-Fahrer sei das zu langsam gewesen. Die Familie zerbrach sich den Kopf darüber, ob es so eine schlaue Idee ist, mit einem mehr als zwei Meter breitem Gespann durch die Gegend zu zuckeln und zu beten, dass die Anhängerkupplung hält.

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Schon am ersten Abend der Reise lagen die Nerven blank. Eine Weiterreise mit vielen Zwischenstopps schien stressig. Stellplätze auf der Strecke waren knapp und weitere 1400 Kilometer lagen laut dem „Welt“-Autor noch vor ihnen.

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Wildcampen in Deutschland: Erlaubt? Verboten?

  • Die rechtliche Lage rund ums Wildcampen ist in Deutschland unübersichtlich. Je nach Bundesland unterscheiden sich die Gesetze und Richtlinien.
  • In Paragraph 59 des Bundesnaturschutzgesetzes ist geregelt, dass „das Betreten der freien Landschaft auf Straßen und Wegen sowie auf ungenutzten Grundflächen zum Zweck der Erholung“ allen gestattet ist.
  • Das Betreten des Waldes richtet sich wiederum nach dem Bundeswaldgesetz. Dort ist einheitlich geregelt, dass laut Paragraph 14 „das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erholung“ gestattet ist – die Länder regeln aber die Einzelheiten.
  • Darunter fällt dann auch das Zelten und Übernachten außerhalb von ausgewiesenen Campingplätzen.
  • Naturschutzgebiete, Naturreservoirs, Nationalparks und Landschaftsschutzgebiete haben eine Ausnahmestellung. In der Regel ist Wildcampen in solchen Gebieten strikt verboten.
  • Wird dagegen verstoßen, drohen hohe Bußgelder.

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Camping: Genug ist genug!

Der Familie reichte es. Nach einem spontanen Kurswechsel fuhr das Mercedes-Caravan-Gespann statt nach Frankreich an die Nordsee. Dort habe die Familie sich sofort wie im Urlaub gefühlt.

Fürs das Urlaubs-Gefühl muss es also nicht immer in ferne Länder gehen.

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Manchmal kann man die Ferien auch direkt vor der Haustür verbringen und dabei mal so richtig entspannen. Und die Nordsee ist eben auch ein wunderschönes Reiseziel. (fk)