Fehmarn: Paar zieht auf die Ostsee-Insel und ist überwältigt – „Überhaupt keine Sorgen“

Spaziergänger auf Fehmarn an der Ostsee.
Spaziergänger auf Fehmarn an der Ostsee.
Foto: IMAGO / Engelhardt

Ein ereignisreiches Jahr haben Andreas Cords und seine Frau hinter sich. Bis September 2020 verbrachte das Paar sein Leben in Pinneberg in der Nähe von Hamburg – dann änderte sich alles. Die Corona-Pandemie sorgte dafür, dass der Betrieb der beiden schließen musste. Der Startschuss für die große Fehmarn-Idee.

„Wir haben uns die Frage gestellt, wie es nun weitergeht“, sagt Cords rückblickend im Gespräch mit MOIN.DE. Das Paar hätte sich wohl kaum ausmalen können, was sie auf Fehmarn erleben werden.

Fehmarn: Paar lebt dort, wo andere Urlaub machen

Dort leben, wo andere Urlaub machen – das ist der Wunsch von vielen Menschen. Andreas Cords war vorher nie auf Fehmarn und entschied sich dennoch, dorthin zu ziehen.

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Der Gedanke habe sich ergeben, weil seine Schwiegereltern in Heiligenhafen leben. Doch dorthin wollte er nicht. „Meine Frau hat gesagt, es ist toll auf Fehmarn“, berichtet der 58-Jährige im Gespräch mit MOIN.DE. „Und dann haben wir es einfach durchgezogen.“

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Das ist Fehmarn:

  • Fehmarn ist nach Rügen und Usedom die drittgrößte Insel Deutschlands
  • Es ist die einzige Ostsee-Insel Schleswig-Holsteins
  • Die Fehmarnsundbrücke, die Fehmarn mit dem Festland verbindet, ist 963 Meter lang
  • Fehmarn zählt rund 12.600 Einwohner
  • Auf der Insel gibt es vier Naturschutzgebiete
  • Der 17,6 Kilometer lange Fehmarnbelttunnel soll Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden; die Eröffnung ist für 2029 geplant

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Das eigene Haus in Pinneberg wurde zum Verkauf angeboten – erst privat, dann über einen Makler. „Und dann ging das wirklich rasend schnell, dass unser Resthof weg war.“ Am 26. September wurden dann die Schlüssel übergeben.

Paar findet mit Glück Wohnung auf Fehmarn

Vorher musste jedoch noch eine Wohnung auf Fehmarn gefunden werden. „Privaten Wohnraum zu finden, ist extrem schwer, wie auf jeder Ferieninsel oder in jedem Ferien-Hotspot“, sagt Cords. Schließelich würden die Insulaner lieber an Touristen vermieten, „weil sie da viel mehr Geld mit generieren können, als in der Privatvermietung.“

Doch das Paar hatte Glück und fand eine Wohnung zur Miete. Da sei schon sehr darauf geachtet worden, „dass man das richtige Konto vorweisen konnte“, berichtet er.

Aus dem Erlös des Hausverkaufes habe man sich dann sogar noch eine Ferienwohnung auf Fehmarn gekauft, die sie nun an Touristen vermieten und die als Rentenanlage dienen soll.

Für das Paar läuft auf Fehmarn alles glatt

Und auch sonst lief es für Andreas Cords und seine Frau ziemlich gut auf Fehmarn. Neben den Einkünften aus der Ferienwohnung hat er mittlerweile einen Job auf der Insel gefunden.

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„Zuerst hab ich eine Anstellung als Hausmeister gefunden und jetzt führe ich die Reiningungsabteilung einer Kurklinik für Großfamilien, die sich auf Familien mit vielen Kindern spezialisiert hat“, erzählt Cords im Gespräch.

Deshalb kommt er auch zu dem Fazit: „Für uns hat sich das hier alles komplett gelohnt, eigentlich sind wir ein Corona-Gewinner“ – und das, nachdem der eigene Betrieb Corona-bedingt zu Grunde gegangen ist.

Fehmarn im Sommer „sehr, sehr überlaufen“

Inzwischen haben die beiden vor einigen Wochen ihren „ersten Geburtstag“ auf Insel gefeiert (MOIN.DE berichtete) und sich komplett eingelebt. „Wenn man sich erst einmal in die zweite Reihe stellt, offen ist für das Leben, wie es auf Fehmarn funktioniert und offen für neue Bekanntschaften ist, dann hat man hier überhaupt keine Sorgen“, sagt Cords.

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Und wie hat er den Corona-Sommer erlebt? Das sei schon extrem gewesen, sagt der 58-Jährige. „Die Insel war sehr, sehr überlaufen. Jetzt wird es langsam etwas weniger.“

Das verdeutlicht er mit einem Beispiel: Die eigene Ferienwohnung des Paares sei seit der „Öffnung“ der Insel für Touristen im Mai bis Ende Oktober durchgehend ausgebucht. „Und das geht allen anderen hier genauso.“ Auch für das kommende Jahr gebe es bereits erste Buchungen.

Fehmarn: „Sind froh und dankbar, hier leben zu dürfen“

Wehmut oder Heimweh in die alte Heimat verspüren er und seine Frau deshalb nicht. Eher sind sie überwältigt: „Wir fühlen uns hier mittlerweile vollkommen Zuhause und sind wirklich froh und dankbar, dass wir hier leben dürfen – und das jeden Tag auf’s Neue“, sagt Cords.

Und dennoch hat er einen Rat für alle, die überlegen, auf die Insel zu ziehen: „Wenn man sich hier hinstellt und sagt: Ich als ehemaliger Hamburger erzähl' euch jetzt mal, wie das alles funktioniert – dann hat man hier komplett verloren.“ Denn auf Fehmarn würden die Uhren etwas anders ticken.