Hamburg: Neues Verkehrsprojekt geplant – die Reaktionen sind heftig

Hamburg, meine Perle: Warum die Stadt so einzigartig ist

Hamburg, meine Perle: Warum die Stadt so einzigartig ist

Mit über 1,8 Mio. Einwohner ist Hamburg die zweitgrößte Stadt Deutschlands. Außerdem kommen rund sieben Mio. Touristen pro Jahr in die Hansestadt. Doch was macht die Stadt so beliebt und einzigartig?

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Autofahren in Hamburg ist keine leichte Sache. Viele Verkehrsteilnehmer, schwierige Parksituation und teilweise unvorteilhafte Ecken. Besonders in Stadtteilen wir Ottensen. Und genau dort gibt es jetzt wieder ein neues Projekt.

Wie immer, sorgt das heftige Reaktionen bei den Einwohnern aus Hamburg.

Hamburg: Neue Pläne verärgern

Das Konzept „Autoarmes Ottensen“ löst seit mehreren Jahren viele Diskussionen in der Hansestadt aus. Viele finden es zu teuer, nervig und unnötig.

Den ersten Versuch hat damals das Verwaltungsgericht gestoppt, weil er mit 350.000 Euro als zu teuer galt. Den zweiten Anlauf hat das Bezirksamt Altona für vier Jahre geschaffen. Das Projekt verschlingt knapp 200.000 Euro jährlich.

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Jetzt geht der Verkehrsversuch in eine neue Runde, in dem die Autos aus dem Kern des Hamburger Stadtteils verbannt werden sollen. Nun legte das Bezirksamt Altona das neue Konzept für autoarmes Ottensen unter dem Namen „freiRaum Ottensen“ vor, wie der „NDR“ berichtet.

Sperrungen in Hamburg?

Es wurde eine sogenannte Vorzugsvariante nach Vorschlägen von Bürgern erarbeitet. Darin heißt es: „Kern des Konzeptes ist es, den zentralen Bereich des Projektgebiets für den allgemeinen Kfz-Verkehr zu sperren.“

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Die Sperrung hat drei Formen: Mal gibt es verkehrsberuhigte Zonen wie in der Ottenser Hauptstraße, mal Fahrradstraßen wie die Bahrenfelder Straße, mal Straßen, in denen Anliegerinnen und Anlieger von 23.00 bis 11.00 Uhr mit dem Auto fahren dürfen, berichtet der „NDR“.

Was bedeutet das genau für die Hamburger Bürger? Eine besondere Beschilderung soll laut dem Konzept ein Verbot für Kraftfahrzeuge in den Fahrradstaßen ausweisen, mit Ausnahmen für Anlieger in den genannten Zeiträumen. Mit einer speziellen Genehmigung haben Taxen, Moia und einzelne Fahrzeuge ebenfalls freie Fahrt.

Die Bereiche sollen beispielsweise durch Absenkpoller abgeschirmt werden. Im übrigen Straßenverkehr sollen „Querungssituationen für Fußgänger“, also Zebrastreifen und ähnliches verbessert und umfangreiche Grünanlagen angelegt werden.

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Daten und Fakten über Hamburg:

  • Hamburg ist als Stadtstaat ein Land der Bundesrepublik Deutschland.
  • Hamburg ist mit rund 1,9 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Deutschlands und die drittgrößte im deutschen Sprachraum.
  • Das Stadtgebiet ist in sieben Bezirke und 104 Stadtteile gegliedert, darunter mit dem Stadtteil Neuwerk eine in der Nordsee gelegene Inselgruppe.
  • Der Hamburger Hafen zählt zu den größten Umschlaghäfen weltweit.
  • Die Speicherstadt und das benachbarte Kontorhausviertel sind seit 2015 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes
  • International bekannt sind auch das Vergnügungsviertel St. Pauli mit der Reeperbahn sowie das 2017 eröffnete Konzerthaus Elbphilharmonie.

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Zu der Begrünung sollen laut den Vorschlägen auch „Urban Gardening“ und Flächenpatenschaften sowie Pflanzenkübel zählen. Die Gastronomie in dem Bereich soll zusätzlich belebt werden, bekommt bei Umsetzung aber nicht mehr Fläche zugesprochen als zum aktuellen Zeitpunkt.

Auf Facebook wird das Konzept mit bissiger Kritik attackiert. Für viele Anwohner heißt es: „Ohne Autos geht es nicht“, andere finden das Konzept „Schwachsinn“.

Eine Frau schreibt: „Wie sieht es denn aus mit Lieferdiensten? Kann leider keine zwölf Kisten Wasser per Fahrrad an meine Kunden liefern, die sich in der Zone befinden.“

Auch andere Beobachter sehen den Stadtteil durch ausbleibende Lieferungen bedroht, wenn Lieferanten ausgeschlossen würden. Vorgesehen ist das allerdings nicht.

Neben Freude über das Projekt, fühlen sich einige Kfz-Fahrer sogar „diskriminiert“. „Einige werden es zwar nicht glauben, aber nicht alles kann oder möchte mit dem Rad unterwegs sein!“ empört sich ein Mann.

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In Kommentaren, die das Verkehrsvorhaben wohlwollend hervorheben, heißt es: „Wird Zeit, dass wir uns den öffentlichen Raum als Lebensraum zurückerobern“ und „In der Gaußstrasse 'gehört' sogar ständig der Gehweg den Autos, nicht nur die Straße“.

Eine weitere Frau meint: „Die Leute tun hier alle so, als ob alle Menschen in Deutschland, die in einer Fußgängerzone leben, von der Außenwelt abgeschnitten wären.“ (mae)