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Hamburg: Herzzerreißende Plakate überall – der Grund ist ernst

In der Hansestadt hängen jetzt Plakate, die einem unter die Haut gehen – hoffentlich. Sie sind extrem wichtig…

Hamburg
© IMAGO / APress, HTV

Hamburg, meine Perle: Warum die Stadt so einzigartig ist

Mit über 1,8 Mio. Einwohner ist Hamburg die zweitgrößte Stadt Deutschlands. Außerdem kommen rund sieben Mio. Touristen pro Jahr in die Hansestadt. Doch was macht die Stadt so beliebt und einzigartig?

In Hamburg hängen jetzt Plakate, die herzzerreißend sind. Eigentlich müssten es noch viel mehr werden.

Obwohl die Plakate in Hamburg auf den ersten Blick harmlos und niedlich wirken, ist ihr Grund doch sehr ernst…

Hamburg: Plakate für den guten Zweck

Steigende Strom-, Benzin- und Heizkosten – die aktuelle Situation ist besorgniserregend. Auch für den Hamburger Tierschutzverein von 1841 e.V. (HTV). Mit seinen jährlich etwa 11.000 zu versorgenden Tieren im Tierheim Süderstraße in Hamburg blickt der Verein sorgenvoll auf die kommenden Monate.

Die gemeinnützige Hamburger Institution, die zwei Drittel ihres Jahresbudgets von etwa sechs Millionen Euro aus der Großzügigkeit tierlieber Menschen generieren muss, befürchtet einen gewaltigen Rückgang der Spendenbereitschaft.

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Darum der Appell des HTV: „Wenn alle Hamburgerinnen und Hamburger jeweils nur einen Euro für die Schützlinge im Tierheim Süderstraße spenden würden, könnte der HTV zuversichtlicher in die Zukunft blicken.“ Mit der Winterspenden-Plakataktion „Hamburg, wir brauchen Dich!“ will der HTV in der Hansestadt auf seine Probleme aufmerksam machen – und bittet beim Plakatieren um Hilfe:

„Bitte nennen Sie uns Orte, an denen wir die Plakate aufhängen dürfen – oder kommen Sie bei uns im Tierheim vorbei, holen Sie sich Plakate ab und helfen Sie uns, die Stadt damit zu pflastern. Vielen Dank!“

HTV
Hamburg
So sieht eines der Plakate des HTV aus. Foto: Hamburger Tierschutzverein

Hamburg: Harte Zeiten für das Tierheim

„Wir rechnen mit einer sinkenden Spendenbereitschaft, weil alle Leute in dieser unsicheren Zeit versuchen, ihr Geld zusammenzuhalten“, sagt die erste Vorsitzende des HTV Janet Bernhardt. „Hinzu kommt, dass weniger Menschen es sich leisten können, ein Haustier zu adoptieren – wir stellen uns daher auf einen spürbaren Rückgang von Vermittlungen ein“, ergänzt Bernhardt. Die traurige Erkenntnis: „Wir merken es schon jetzt: Aussetzungen, Vernachlässigungen und Abgabeanfragen im Tierheim nehmen zu“.


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„Gerade jetzt stehen uns umfangreiche Projekte bevor, die große Summen verschlingen werden“, so Bernhardt. Dazu zähle vor allem die Sanierung des Alten Katzenhauses, das im Sommer 2021 wegen Einsturzgefahr geschlossen werden musste. Allein dieses Bauprojekt wird mit etwa 500.000 Euro Eigenbeteiligung für den HTV zu Buche schlagen. Hinzu kämen die enormen Gas- und Stromkosten, die den Verein hart träfen, da die Heizungen – auch wegen der vielen exotischen Tiere – kaum runtergeregelt und lebensnotwendige Wärmelampen nicht einfach ausgeschaltet werden könnten.

Der HTV finanziert sich hauptsächlich aus Spendengeldern – einen besonders großen Anteil davon machen Nachlässe von Menschen aus, die den HTV vor ihrem Tod in einem Testament bedacht haben. Da mit diesen Zuwendungen jedoch nicht geplant werden kann, ist der HTV mehr denn je auf jede noch so kleine Spende angewiesen, um ein großes Defizit zu verhindern.

Schon die geringste Geldsumme kann den Tieren im Tierheim helfen. Auch ein bisschen Zeit, in der Plakate aufgehängt werden, wäre schon ein riesiges Geschenk…