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Karl-May-Spiele Bad Segeberg: Hardcore-Fan macht Arena-Traum wahr – und geht in die Geschichte ein

Mehr Leidenschaft für die Karl-May-Spiele in Bad Segeberg geht nicht – ein Fan wagt einen mutigen Schritt – und geht in die Geschichte ein.

Die Karl-May-Spiele in Bad Segeberg gehen in die 37. Saison – und ein Fan spielt eine besondere Rolle. (Symbolbild) Foto: IMAGO / Andre Lenthe

Das gab’s bei den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg noch nie. Dabei hat Ultra-Fan Christoph Bobe Träume vieler Zuschauer gelebt – und das gleich 2.500 Mal!

Denn mit einem Platz auf den Rängen der Kalkberg Arena hat sich der Liebhaber der Karl-May-Spiele in Bad Segeberg nicht zufrieden gegeben. Und ist nun für immer Teil der Geschichte der Winnetou-Abenteuer…

Karl-May-Spiele Bad Segeberg: Mittendrin statt nur dabei

Mit sagenhaften sieben Winnetou-Darstellern performte er – obwohl er Anfangs nur als Zuschauer zu den Karl-May-Spielen in Bad Segeberg reiste. Neben Alexander Klaws war er an der Seite von Winnetou-Legende Pierre Brice, trugt Ingrid Steeger auf Hängen und lieferte sich einen Show-Kampf mit Wayne Carpendale.

Ein Traum für viele Anhänger der Karl-May-Spiele, die nicht unter Lampenfieber leiden. Wie hat Christoph Bobe das gemacht? Bereits als kleiner Junge war es regelmäßig am Kalkberg zu Gast, wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtet. Eine früh entfachte Leidenschaft, die in 2.500 Auftritten als Komparse münden sollte.


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Karl-May-Spiele Bad Segeberg: Leidenschaft pur

„Als ich mit zwölf in der Vorstellung saß, habe ich mir plötzlich gewünscht, da auch mal mitzumachen“, erzählt Bobe dem „Hamburger Abendblatt“ und erinnert sich an den Sommer 1984 – die Saison, in der bei ihm erstmals der Wunsch nach „richtiger“ Teilnahme aufkam. Das Problem: Damals war Bobe zu jung, das Mindestalter für eine Komparsenrolle liegt bis heute bei 16 Jahren.

Trotzem stand Bobe im zarten Alter von 13 erstmals in der Arena – mit Sondergenehmigung, da seine Mutter und Tante zu der Zeit in der Schneiderei der Karl-May-Spiele in Bad Segeberg arbeiteten. In fünf Metern Höhe kämpfte er bei seinem Komparsen-Debüt gegen Klaus-Hagen Latwesen in der Rolle des Winnetou. Danach folgte eine weitere Saison, noch eine, und noch eine.


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Karl-May-Spiele Bad Segeberg: Weiter geht’s!

„Nach jeder Saison habe ich mir gesagt: Na komm – eine machst du noch“, erzählt Christoph Bobe dem „Hamburger Abendblatt“ und startet in diesem Jahr in seine 37. Saison. Er selbst glaubt, dass er die Karl-May-Spiele einfach im Blut hat. Schließlich performten seine Tante und sein Onkel bereits in den 50er-Jahren am Kalkberg. Und auch seine Frau hat Bobe in Bad Segeberg kennengelernt – sie war Sanitäterin bei den Karl-May-Spielen und verarztete den Profi-Komparsen das ein oder andere Mal.

Bei 37. Saisons soll es für Bobe jedenfalls nicht bleiben. „Mal gucken, wie lange ich kann. Vielleicht komme ich irgendwann mit Rollator an den Kalkberg“, sagt er. Eine echte Legende – die kaum jemand kennt.