Kiel: Zu schwach und krank – diese Tiere sind in Not: „Brauche Hilfe“

Eine Frau aus Kiel kümmert sich um zahlreiche Igel – doch schafft es nicht mehr allein (Symbolbild).
Eine Frau aus Kiel kümmert sich um zahlreiche Igel – doch schafft es nicht mehr allein (Symbolbild).
Foto: picture alliance/dpa

„Zu klein, zu schwach oder zu krank“, beschreibt eine Frau aus Kiel die vielen Igel, die sich zur Pflege bei sich aufnimmt. Seit zwei Jahren päppelt sie die stacheligen Tierchen ehrenamtlich auf und entlässt sich anschließend wieder in die Freiheit.

Doch in diesem Jahr ist die Lage in Kiel besonders dringlich. Das stellt die Frau vor ein großes Problem.

Kiel: Igel benötigen Hilfe

Eigentlich verbringen die niedlichen Tierchen den Herbst damit, sich ausreichend Speck für den Winter anzufressen. Von November bis März befinden sich die Igel dann eigentlich im Winterschlaf – es sei denn, sie haben nicht genügend Nahrung finden können.

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Das kam laut Umweltschutzorganisation WWF in den vergangenen Jahren immer öfter vor. Durch die teilweise sehr trocknen Sommer gibt es in einigen Regionen deutlich weniger Nahrung für die Wildtiere.

Das scheint auch in Kiel der Fall zu sein. „Dieses Jahr sind es leider sehr viele Igel die Hilfe brauchen und alle Igelstationen sind hoffnungslos überfüllt“, berichtet die ehrenamtliche Helferin in einer Facebook-Gruppe für Menschen aus der Stadt.

Frau aus Kiel bittet um Unterstützung

Sechs Tiere hat sie aktuell bei sich zuhause, vier weitere kommen nach einem Klinkaufenthalt bald noch dazu. Die Kosten muss die Frau selbst tragen. Tierärzte kommen nicht für Behandlung und Medikamente auf. Hinzu kommen noch Ausgaben für Futter, Wäsche, den Unterhalt der Tiere.

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Das ist Kiel:

  • Kiel ist Landeshauptstadt und auch bevölkerungsreichste Stadt von Schleswig-Holstein
  • Hier leben rund 246.300 Menschen
  • Die Stadt ist ein bedeutender Stützpunkt der Marine
  • Kiel ist bekannt für den Handballverein THW Kiel und den Fußballclub Holstein Kiel
  • Jährlich lockt die Kieler Woche viele Besucher an

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Damit die Helferin auch weiterhin für die Tiere sorgen kann, braucht sie „Menschen, die mich unterstützen können, damit ich weitermachen kann.“ Mit dem Beitrag erreicht sie viele, hilfsbereite, Menschen.

Zahlreiche Kieler kommentieren, dass sie gerne helfen würde. „Ich würde gerne Futter spenden“, meldet sich eine Frau zu Wort. Ein Mann frag nach einer „Wunschliste“ und eine weitere Frau schlägt eine Aktion bei PayPal vor. „Dann kann man ganz unkompliziert spenden“, fügt sie hinzu.

Notlage nicht nur in Kiel

Leider ist die Helferin in Kiel kein Einzelfall. In den Kommentaren berichtet eine Frau aus Cuxhaven von einer ähnlichen Lage. Sie päppele momentan 19 Igel auf. „Es werden bei uns immer noch Igelkinder gefunden und viele schaffen es nicht“, berichtet sie.

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„Dieses Jahr ist es wirklich schlimm“, stimmt die Kielerin zu. Umso schöner, dass so viele Menschen ihre Unterstützung anbieten. Bleibt zu hoffen, dass sie die Situation für die stacheligen Tiere im kommenden Jahr bessert.

Kiel: Igel zum Tierarzt bringen

Wer einen Igel im Winter vorfindet, sollte erst einmal überprüfen, ob es sich tatsächlich um ein krankes oder verletztes Tier handelt, das Hilfe benötig. Einige brauchen schlichtweg etwas mehr Zeit, um sich ausreichend Speck anzufressen.

Fühlt sich die Bauchunterseite des Igels deutlich kühler als die eigene Hand an, sollte man den Igel wärmen. Das kann man mit Hilfe einer lauwarmen, in ein Handtuch gewickelte Wärmeflasche.

Der WFF rät dazu, das Tier außerdem auf Wunden und Parasiten abzusuchen. Zu Fressen bieten sich Hackfleisch, Rührei oder Katzenfutter an. Wenn die Erstversorgung erledigt ist – ab zum Tierarzt! (lh)