Kiel: Umweltschützer sind sauer – ausgerechnet auf die Grünen! „Armutszeugnis“

In Kiel mussten sich die Grünen ordentlich Kritik anhören. Die Partei reagierte danach umgehend (Symbolbild).
In Kiel mussten sich die Grünen ordentlich Kritik anhören. Die Partei reagierte danach umgehend (Symbolbild).
Foto: imago images/RHR-Foto & imago images/penofoto

Was in der Stadt Kiel vor knapp einen Monat, am 7. September, beschlossen wurde, bezeichnen die Umweltschützer vom Naturschutzbund (Nabu) als „Armutszeugnis“.

Dabei entlädt sich ihre Wut ausgerechnet auf eine Partei, von der man es in Sachen Umwelt zunächst nicht vermuten würde: Die Grünen. Grund ist eine Entscheidung im Umweltausschuss der Stadt Kiel.

Kiel: Wut wegen Grünen-Entscheidung

Dort hatten die Grünen eine Fassung mitbeschlossen, wonach Infrastrukturmaßnahmen auch im Grüngürtel möglich bleiben.

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„Der Grüngürtel wird so zum Bauerwartungsland erklärt“, sagte Hartmut Rudolphi vom Nabu den „Kieler Nachrichten“. „Wie deutlich müssen der Klimawandel und das Artensterben noch spürbar werden, bevor auch die Stadt Kiel versteht, dass die innerstädtischen Grünflächen unter wirksamen Schutz gestellt und ausgebaut werden müssen?“ Es sei „ein Armutszeugnis, dass Kiel weitere Grünflächen für Versiegelung opfern will“.

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Das ist Kiel:

  • Kiel ist Landeshauptstadt und auch bevölkerungsreichste Stadt von Schleswig-Holstein
  • Hier leben rund 246.300 Menschen
  • Die Stadt ist ein bedeutender Stützpunkt der Marine
  • Kiel ist bekannt für den Handballverein THW Kiel und den Fußballclub Holstein Kiel
  • Jährlich lockt die Kieler Woche viele Besucher an

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Auch der BUND zeigte sich wenig erfreut. Und das kam ziemlich schnell auch bei den Grünen an.

Korrektur in Kiel

Denn die änderten unverzüglich im Bauausschuss ihren selbst gefassten Beschluss aus dem Umweltausschuss.

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Demnach sollen laut „Kieler Nachrichten“ bauliche Eingriffe nur noch in Ausnahmen für „öffentliche Infrastruktur-Baumaßnahmen, die ausschließlich dem Gemeinbedarf und ausdrücklich nicht der Erschließung privater Grundstücke dienen“, möglich sein.

Wenn also neue Radwege oder soziale Einrichtungen gebaut werden sollen, sind Eingriffe möglich, bei neuen Wohngebieten allerdings nicht.

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Das ist ja nochmal gutgegangen in der Landeshauptstadt.

Übrigens: Vor ein paar Tagen wunderten sich in Kiel viele Autofahrer wegen eines neuen Angebots einer Tankstelle in der Stadt. Was es damit auf sich hat, kannst du >>> hier lesen. (rg)