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Langeoog: Insulaner berichtet von krassen Zuständen an der Nordsee – „Völlig anders“

Ein Insulaner von Langeoog erzählt gegenüber MOIN.DE von völlig anderen Zeiten auf der Insel und von einem Herzensprojekt, das er ins Leben rief.

Langeoog
© IMAGO / localpic

Die Nordsee

Kennst du diese Strände schon?

Volle Strände, viele Urlauber, großer Ansturm auf die Fähren – so sieht es auf der kleinen Nordsee-Insel Langeoog zu Ferienzeiten und vor allem in den Sommermonaten aus. Doch gab es eine Zeit, in der das ganz und gar anders aussah.

Leere Strände, nur bekannte Gesichter, leere Fähren. Für viele Urlauber sind solche Anblicke nahezu unvorstellbar. MOIN.DE hat mit einem Insulaner gesprochen, der in solchen Zeiten auf Langeoog war. Und sie sind nicht einmal sehr lange her…

Langeoog: völlig andere Zeiten

Es hat wohl jeder noch im Gedächtnis, denn es war ein einschneidender Tag: Am 22. März 2020 verhängte die Bundesregierung den ersten Lockdown, der vorerst 14 Tage andauern sollte. Am 2. November 2020 dann der „Lockdown light“ – unter anderem Restaurants und Hotels mussten schließen. 

Am 16. Dezember 2020 der nächste Lockdown: Geschäfte mussten bis auf wenige Ausnahmen schließen, es durften sich maximal fünf Menschen aus zwei verschiedenen Haushalten treffen.

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In diesen Zeiten war Reisen kaum vorstellbar. Auch Urlaub an der Nordsee in Deutschland war unmöglich, sogar verboten. Glücklich konnten sich dann diejenigen schätzen, die am Meer wohnten. So auch Insulaner Olaf Kratt von Langeoog. Er habe die Leere der Strände auf der Insel nahezu genossen, sagt er.


Fakten über Langeoog:

  • Die Insel ist autofrei.
  • Langeoog hat 14 Kilometer Sandstrand.
  • Langeoog ist eine ostfriesische Insel.

Für Kratt sei der Anblick seiner Heimat „völlig anders“ gewesen. Der Anlass für die leeren Strände war jedoch natürlich sehr traurig.

„Ich bin hier teilweise zwei Stunden spazieren gegangen und bin nur drei Bekannten über den Weg gelaufen“, sagt er MOIN.DE. Man kann sich das gut vorstellen.

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Langeoog: Insulaner hat berührende Idee

Viele Langeoog-Fans, die nicht auf der Insel leben und während des Lockdowns nicht dorthin verreisen konnten, vermissten die Insel sehnlichst. Kratt erreichten viele Nachrichten.

Er wurde gefragt, ob er nicht Bilder teilen könne vom Strand und den Dünen. So könnten sich Insel-Fans wenigstens dorthin träumen und hätten ein Stückchen Langeoog.


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Damit startete Kratt ein Herzensprojekt, das er bis heute weiterführt, obwohl mittlerweile wieder Urlauber nach Langeoog kommen können. In einer Facebook-Gruppe begann er im März 2020, Bilder der leeren Insel in den frühen Morgenstunden zu teilen.

Während des morgendlichen Spaziergangs mit seinem Hund fotografierte er schöne Insel-Motive und machte damit viele Langeoog-Fans sehr glücklich. „Guten Morgen, kleine Insel“, schrieb er zu seinen Bildern, die bei Gruppenmitgliedern seit jeher sehr beliebt sind.

Langeoog
Auch der Hund des Insulaners ist oft auf den Bildern zu sehen. Foto: privat

„Ich freue mich, dass ich Langeoog-Liebhaber damit glücklich machen kann“, sagt Olaf Kratt zu MOIN.DE. Während des Lockdowns habe er fast täglich Bilder gepostet. Jetzt fahre er es ein wenig runter und beschränke das aufs Wochenende.

Eine berührende Idee, Insel-Fans das Fernweh zu erleichtern.

Langeoog
„Guten Morgen, kleine Insel“. Foto: Privat