Norderney: Einheimischer erinnert sich an schlimme Katastrophe – bis heute sind die Folgen spürbar

Das Meer vor Norderney kann sich auch von seiner stürmischen Seite zeigen.
Das Meer vor Norderney kann sich auch von seiner stürmischen Seite zeigen.
Foto: picture alliance/dpa

Fast 60 Jahre ist es bereits her, dass ein schweres Unglück die Insel Norderney heimgesucht hat. Vom 16. auf den 17. Februar hat eine katastrophale Sturmflut den Norden heimgesucht. Besonders schlimm betroffen war die Hansestadt Hamburg, in der 315 Menschen ums Leben gekommen sind.

Werner Weber von der Insel Norderney war zum Zeitpunkt der Tragödie 14 Jahre alt. Die Szenen von damals sind ihm bis heute lebhaft im Gedächtnis geblieben.

Norderney: „Überall im Haus schwammen die Sachen herum“

Weber erzählt, wie er mit dem Rad zum Haus der Großeltern gefahren war. Die Schule blieb zu. Die Großeltern lebten in der heutigen „Hochtiedsstuuv“ an der Weststrandstraße.

„Bei Oma und Opa stand das Wasser einen Meter hoch, überall im Haus schwammen die Sachen herum“, berichtet Weber.

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Sie hätten die ganze Nacht oben auf dem Dachboden gesessen. „Hol dien Vaader!“, habe der Opa ihm befohlen, dann sei er sofort losgeradelt. „Vater hat dann die langen Stiefel angezogen und Oma und Opa runterholt“, so Weber in der „Norderneyer Zeitung“.

In der „Hochtiedsstuuv“ gibt es demnach immer noch eine Markierung, auf der man erkennen kann, wie hoch das Wasser damals stand.

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Das ist Norderney:

  • Norderney ist eine der Ostfriesischen Inseln und liegt in der Nordsee
  • Norderney ist nach Borkum die zweitgrößte Insel dieser Inselgruppe
  • Norderney hat eine Fläche von 26,29 Quadratkilometern
  • Norderney ist eine Düneninsel, die mit der Zeit aus von der Meeresströmung angespültem Sand gewachsen ist

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„Für mich ist das alles erlebte Geschichte, die mich damals schon wachgerüttelt hat“, sagt Weber weiter. Er begrüßt daher die aktuelle Verstärkung des Westdeichs. Denn die Folgen der Sturmflut sind noch heute spürbar – indem der Küstenschutz präsent ist und intensiviert wird.

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Der 800 Meter lange Deichabschnitt zwischen dem Inselhafen und dem Westbad soll in zwei Schritten in ein modernes Schutzbauwerk umgebaut werden.

Für die Erneuerung der ersten 400 Meter soll das schmale Zeitfenster bis zur nächsten Sturmflutsaison im Herbst genutzt werden. Mehr dazu erfährst du >>> hier. (kbm)