Nordsee: SIE haben zu viel Angst – „Das macht sie zu Gefangenen“

Nordsee: Die Clubs der Seeleute heißen normalerweise immer viel Besucher willkommen
Nordsee: Die Clubs der Seeleute heißen normalerweise immer viel Besucher willkommen
Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa und imago images / Nordphoto

Alles ist zu: Kulturbetriebe, Einzelhandelsläden und Restaurants. Viele haben Angst vor der Ansteckung des Virus. Besonders gravierend ist die Angst an der Nordsee.

Wegen der Corona-Pandemie fehlen auch den Seemannsclubs in den Häfen der Nordsee die Besucher.

Nordsee: Seeleute bleiben lieber an Bord

Viele Seeleute trauten sich aus Angst vor Ansteckung nicht von Bord, sagt der Bremerhavener Seemannsdiakon Thomas Reinold und Leiter des „Seamen's Club Welcome“. „Es gibt aber auch Fälle, da verbietet es der Kapitän oder die Reederei.“

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Anke Wibel, Diakonin im Hamburger Seemannsclub Duckdalben, weiß von Fällen, bei denen Seeleute seit Mai nicht vom Schiff gekommen sind. „Das macht sie zu Gefangenen auf ihren eigenen Schiffen“, sagt sie.

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Das ist die Nordsee:

  • die Nordsee ist ein Randmeer des Atlantischen Ozeans
  • die Nordsee ist ein wichtiger Handelsweg und dient als Weg Mittel- und Nordeuropas zu den Weltmärkten
  • die Fläche beträgt 570.000 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 700 Meter tief

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Dabei sei es für die meisten Seeleute wichtig, in den kurzen Liegezeiten im Hafen mal was anderes zu sehen, sagt Reinold.

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Sie könnten im Seemannsclub mit stabiler Internetverbindung in Ruhe mit der Familie skypen, persönliche Dinge einkaufen oder einfach mal durchatmen.

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Manche Seeleute könnten wegen der Corona-Beschränkungen auch nicht in ihre Heimat.

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Nach Schätzungen der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation IMO warten weltweit 400.000 Seefahrer nach Ende ihres Einsatzes darauf, ihre Schiffe verlassen zu können. (pag)