Nordsee: So viele Seehunde wie seit 100 Jahren nicht – doch es gibt eine schlechte Nachricht

Seehunde rasten auf Norderney.
Seehunde rasten auf Norderney.
Foto: picture alliance/dpa | Sina Schuldt

An der Nordsee gibt es wieder so viele Seehunde wie seit mehr als 100 Jahren nicht mehr! Das ergab eine Schätzung von Experten.

Doch diese haben leider auch eine sehr düstere Nachricht, die die Seehund-Population an der Nordsee betrifft.

Nordsee: 40.000 Seehunde leben hier

Das Wattenmeersekretariat in Wilhelmshaven teilte mit, dass mit etwa 40.000 Seehunden im Wattenmeer die Gesamtmenge wieder auf dem Niveau des Jahres 1900 sei. Trotzdem stagniert die Zahl der Seehunde in der Nordsee. Und das bereits seit zehn Jahren.

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Das ist die Nordsee:

  • die Nordsee ist ein Randmeer des Atlantischen Ozeans
  • die Nordsee ist ein wichtiger Handelsweg und dient als Weg Mittel- und Nordeuropas zu den Weltmärkten
  • die Fläche beträgt 570.000 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 700 Meter tief

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In den etwa 30 Jahren zuvor stieg der Seehundbestand stark an, doch seit etwa zehn Jahren ist damit Schluss, sagen Experten des Unesco-Weltnaturerbegebiets.

Die aktuelle Zählung ergab im Vergleich zum Vorjahr sogar einen Rückgang von fünf Prozent, doch hier beruhigt das Wattenmeersekretariat: Der angebliche Rückgang habe nicht zwingend etwas zu bedeuten, weil die Ergebnisse der Zählungen durch zahlreiche Faktoren beeinflusst werden und lediglich Näherungswerte darstellen würden.

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Trotzdem deutet der Trend darauf hin, dass die Seehundpopulation in der Nordsee schon seit 2012 nur noch um etwa ein Prozent im Jahr wächst. Im dänischen Wattenmeer nimmt sie seitdem sogar kontinuierlich ab. Das sind düstere Nachrichten!

„Wir können sicher sein, dass die jahrelange kontinuierliche Zunahme unserer Seehundpopulation zum Stillstand kommt“, erklärt der Experte Anders Galatius, der den aktuellen Seehundbericht des Wattenmeersekretariats maßgeblich verfasste.

Noch mehr schlechte Nachrichten für die Nordsee

Und es gibt eine weitere schlechte Nachricht. Seit einige Jahren beobachten Forscher, dass die Zahl der jungen Seehunde weiterhin steigt – aber ohne später zu einem weiteren Anwachsen der Population zu führen. So lag die jährliche Zuwachsrate unter den Jungtieren in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt bei acht Prozent. Allem Anschein nach hatte dies aber keine Auswirkungen auf das weitere Anwachsen der Population.

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Warum es zu dieser Diskrepanz kommt und was für Mechanismen dahinterstecken, ist leider unklar. (afp/fk)