Ostsee: Proteste gegen Riesen-Projekt reißen nicht ab – „Zerstörung einzigartiger Lebensräume“

Fehmarn: So schön ist die Sonneninsel

Fehmarn: So schön ist die Sonneninsel

Fehmarn ist die drittgrößte Insel Deutschlands. Die Ostseeinsel liegt in Schleswig-Holstein und ist ein beliebtes Reiseziel für Urlauber. Mit Lübeck und Kiel liegen zwei Großstädte zirka eine Autostunde entfernt.

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Obwohl es eigentlich beschlossene Sache ist, geben die Gegner des Fehmarnbelttunnels nicht auf, gegen das Mammut-Projekt in der Ostsee anzukämpfen.

Nachdem der Nabu eine weitere Klage gegen den Ostsee-Tunnel eingericht hat, folgt nun die Klagebegründung.

Ostsee: Nabu sieht Verstoß gegen Naturschutzrecht

Die laut Planänderungsbescheid zu kompensierende Rifffläche sei um zwei Drittel zu niedrig, sagte der Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger am Dienstag.

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Das ist Fehmarn:

  • Fehmarn ist nach Rügen und Usedom die drittgrößte Insel Deutschlands
  • Es ist die einzige Ostsee-Insel Schleswig-Holsteins
  • Die Fehmarnsundbrücke, die Fehmarn mit dem Festland verbindet, ist 963 Meter lang
  • Fehmarn zählt rund 12.600 Einwohner
  • Auf der Insel gibt es vier Naturschutzgebiete

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Das widerspreche dem Naturschutzrecht und werde dem dramatisch schlechten Zustand der Ostsee nicht gerecht. „Die Zerstörung einzigartiger Lebensräume wird erlaubt, und ihre Wiederherstellung bleibt auf der Strecke“, kritisierte Krüger.

+++ Rügen greift zu Maßnahme – doch das geht den Einwohner nicht weit genug +++

Der Nabu sowie das Aktionsbündnis gegen eine feste Fehmarnbeltquerung und zwei Firmen hatten nach Angaben des Gerichts gegen den geänderten Planfeststellungsbeschluss geklagt. Die Riffe waren erst nach Erlass des Planfeststellungsbeschlusses entdeckt worden.

Kompensation der Ostsee-Riffe zu gering

Bei der Planänderung zum Fehmarnbelttunnel wurde nach Angaben des Nabu ein Kompensationsbedarf von 36 Hektar Riffen ermittelt. Die Fläche, die für die Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen sei, umfasse aber nur knapp 17,5 Hektar und liege an der Sagasbank im Bereich schon bestehender riffartiger Strukturen, sagte Krüger.

„Der tatsächliche Zugewinn durch die Kompensationsmaßnahmen ist demnach geringer, die Fläche kann nicht in vollem Umfang angerechnet werden“, sagte er. Das Verkehrsministerium in Kiel geht dagegen davon aus, dass nur 7,67 Hektar Riffe tatsächlich zerstört werden.

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Die weitaus größeren Teile blieben erhalten und seien nur vorübergehend durch Ankerwürfe beziehungsweise Sedimentation betroffen. Die Baugesellschaft Femern A/S muss zusätzliche Riff-Strukturen von 17,5 Hektar herstellen.

Weiterhin große Kritik an Ostsee-Tunnel

Der 18 Kilometer lange Straßen- und Eisenbahntunnel soll voraussichtlich von 2029 an Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden.

+++ Ostsee: Wahrzeichen plötzlich verschwunden – das hat einen wichtigen Grund +++

Ende November hatten mit einem symbolischen Spatenstich die Arbeiten für die neue feste Fehmarnbeltquerung auf der Ostsee-Insel begonnen. Die Kritik ist weiterhin groß (>> hier mehr dazu). (dpa/mk)