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Ostsee: Frauen werfen Netze ins Meer – was sie damit fangen, zeichnet ein düsteres Bild! „Schockierend“

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Auf der Ostsee haben zwei Frauen Entdeckungen gemacht, die etwas Trauriges zeigen (Symbolbild). Foto: imago images/Zoonar & CHROMORANGE

Eine Expeditionsreise nach Grönland hat bei zwei Flensburgerinnen ordentlich Eindruck hinterlassen. „Faszinierend“, erinnert sich eine der beiden. „In einem Moment ist man zwischen den Eisbergen und Eisschollen, dann tauchen Buckelwale am Boot auf“, beschreibt sie. Ein ganz anderes Bild als die heimische Ostsee.

Dennoch gab es auf der Reise eine Sache, die die Frauen nachhaltig schockiert hat. Das hat sie dazu bewegt, die Ostsee genauer zu erforschen.

Ostsee genauer erforschen

Vor Grönland haben die beiden mit einem Polarforscher jede Menge Mikroplastik gefunden. „Das ist schon schockierend und lässt einen sehr viel Nachdenken über das eigene Verhalten“, erzählen sie im „Schleswig-Holstein Magazin“ des NDR.

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Die beiden wollen wissen, wie viel Mikroplastik in der heimischen Nordsee und Ostsee schwimmt und starteten dafür ein sogenanntes „Citizen Sciene Project“: Ein Forschungsprojekt, an dem Bürger beteiligt werden.

Plastik sammeln auf der Ostsee

Über eine Kampagne sammelten die Flensburgerinnen Geld für Schleppnetze. Diese haben die Form eines Manta Rochens. An einem hölzernen Rahmen zieht sich ein langes Netz schlauchartig nach unten und endet in einem Köcher.

Dort soll sich das Mikroplastik sammeln, wenn die Netze durchs Meer gezogen werden. Im Mai sammelten die zwei eine Woche lang Daten auf insgesamt neun Schiffen mit Traditionsseglern. 30 Minuten am Tag sind die gigantischen Kescher ins Meer gelassen worden.

Bei einigen der Proben herrschte am Ende Unsicherheit, ob sich wirklich Plastik darin befindet. Ihnen war klar, dass sie eine Auswertung vornehmen mussten. Das taten sie Ende November am Alfred-Wegener-Institut auf Helgoland.

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Das ist die Ostsee:

  • auch Baltisches Meer genannt
  • die Ostsee ist das größte Brackwassermeer der Erde
  • die Fläche beträgt 412.500 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 459 Meter tief

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Das erschreckende Ergebnis: 50 Prozent der Proben enthalten Polyethylen – ein Kunststoff, der beispielsweise in Folien, Plastiktüten, Tuben verwendet wird. Diese umfangreichen Daten können nun von Wissenschaftlern auf der ganzen Welt genutzt werden.

Daten aus der Ostsee sind hilfreich

„Gerade bei so einem Stoff, der so grob verteilt ist, braucht man möglichst viele Datenpunkte“, erklärte Meeresbiologin Thea Hamm dem NDR. Deshalb sei man über jegliche zusätzliche Daten in der Forschung dankbar.

Wenn es nach den Flensburgerinnen geht, könnten diese noch mehr davon liefern. Am liebsten würden sie von nun an jährlich eine Woche auf die Meere wie die Ostsee fahren und Proben sammeln.

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„Damit man immer wieder gleichzeitig eine große gemeinsame Erfassung angehen kann“. Das klingt doch nach einem guten Plan! (lh)