Ostsee: Urlauber übernachten illegal – wegen dieser dreisten Tricks können sie nicht bestraft werden

Menschen sind bei schönem Wetter an der Kieler Förde mit Blick auf die Ostsee unterwegs.
Menschen sind bei schönem Wetter an der Kieler Förde mit Blick auf die Ostsee unterwegs.
Foto: imago images/Chris Emil Janßen

Es ist ein offenes Geheimnis an der Nord- und Ostsee in Schleswig-Holstein: Weil es Zweitwohnungsbesitzern erlaubt ist, ihre Unterkünfte auch an Bekannte für einen Urlaub abzugeben, gibt es illegale Vermietungen. Denn diese können die Wohnungen natürlich auch an Menschen abgeben, die nicht zum Freundeskreis gehören – und dafür Geld nehmen.

„Dass die kostenfreie Überlassung an Bekannte erlaubt ist, macht es für uns schwierig“, sagt Klaus Kaschke, Ordnungsamtsleiter in Eckernförde an der Ostsee, den „Kieler Nachrichten“. Es lasse sich schlicht nicht nachweisen, dass jemand nicht mit dem Eigentümer bekannt sei. Im Notfall sagen die Menschen einfach, sie sind befreundet.

Ostsee: Kontrollen eigentlich sinnlos

Die Folge: Kontrollen sind eigentlich sinnlos, weil es oft nicht möglich ist aufzudecken, ob sich eine Familie nun illegal in einem Zweitwohnsitz aufhält oder tatsächlich mit den Eigentümern befreundet oder bekannt ist.

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Wie die „Kieler Nachrichten“ schreiben, habe es bislang im Kreis Rendsburg-Eckernförde erst sechs Ordnungswidrigkeitsverfahren gegeben.

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Das ist die Ostsee:

  • auch Baltisches Meer genannt
  • die Ostsee ist das größte Brackwassermeer der Erde
  • die Fläche beträgt 412.500 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 459 Meter tief

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Ganz anders hingegen die Situation auf der anderen Seite der See: Durch Stichproben und Hinweise wurden an der Nordsee im Kreis Nordfriesland 24 Verfahren eingeleitet.

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Ostsee: Raffinierte Urlauber

Auch soll es einen weiteren raffinierten Trick geben, um legal Urlaub an der Ostsee und Nordsee zu machen: Laut des Berichts legen viele Feriengäste den Kontrolleuren Atteste darüber vor, dass sie „Seeluft benötigen würden“.

Ab Montag darf in den meisten Kreisen und Städten Schleswig-Holsteins nach monatelanger Corona-Pause die Außengastronomie wieder öffnen. Die Landesregierung hatte die Erlaubnis zur Öffnung am vergangenen Mittwoch mitgeteilt. Möglich ist Bewirtung, wo die Zahl der Infektionen innerhalb von sieben Tagen je 100.000 Einwohner stabil unter 100 liegt.

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Bald starten dann außerdem die Modellregionen wie Nordfriesland und dürfen Urlauber unter Auflagen beherbergen. Viele schreckt das allerdings auch ab. Mehr dazu kannst du >>> hier lesen. (rg)