Rügen: DAS könnte auf die Insel zukommen – den Menschen wird es gar nicht gefallen

Bei Gingst erstreckt sich ein Teilgebiet für ein mögliches Atommüll-Endlager auf Rügen.
Bei Gingst erstreckt sich ein Teilgebiet für ein mögliches Atommüll-Endlager auf Rügen.
Foto: imago/Rex Schober

Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) sucht nach Gebieten in Deutschland, die als Endlager für Atommüll in Frage kommen. Dafür geeignete Regionen wurden bereits festgelegt. Auch auf Rügen wäre das möglich.

Dadurch dürfte die Debatte um Endlager – nicht nur auf Rügen – wieder Fahrt aufnehmen. Möglichst viele Bürger und Kommunen sollen sich in die Suche einbringen, wie es von dem Bundesamt hieß. In mehreren öffentlichen Beratungsterminen können sie ihre Meinungen und Wünsche äußern.

Rügen: Gebiete auf der Insel und in MV kommen in Frage

Wie aus einem Zwischenbericht „Teilgebiete” aus dem September vergangenen Jahres hervorgeht, sind zahlreiche Regionen – vor allem im Nordosten von Deutschland – als Endlager geeignet.

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Mecklenburg-Vorpommern (MV) ist mehrfach in dem Bericht erwähnt. Mögliche Endlager-Gebiete in MV ziehen sich von Wismar und Schwerin bis nach Rostock und die Mecklenburgische Seenplatte nach Waren sowie Neustrelitz.

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 77.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Auch zwei Gebiete um West-Rügen sowie um Pasewalk wurden als geologisch geeignet eingestuft. Für die Lagerung von radioaktiven Abfällen kommen grundsätzlich drei Gesteinsformen als Umgebung in Frage: Ton, Granit und Salz.

Rügen: Ostsee-Insel Usedom ist ungeeignet

Vorpommern hingegen, mit der Insel Usedom, Greifswald (einschließlich Lubmin) und Anklam ist als Endlager fast komplett ungeeignet. Bis 2031 soll ein Atommüll-Endlager in Deutschland gefunden werden. Ab 2050 sollen Fässer dann dort eingelagert werden.

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Ursula Nonnemacher, Brandenburgs Verbraucherschutzministerin, wirbt im „Nordkurier“ dafür, dass möglichst viele Bürger der deutschlandweiten Einladung des Bundesamtes folgen sollen.

„Wer mitredet, kann mitgestalten. So können Ihre Hinweise, Bedenken und Einwendungen ins Verfahren eingebracht werden“, sagte die Grünen-Politikerin am Dienstag.

Aber gefallen wird den Menschen auf der Insel die Idee wohl kaum, dass ausgerechnet ihre Heimat Lagerplatz für den strahlenden Abfall wird. Den will keiner.

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Rügen: Erste Beratungstermine schon Anfang Februar

Der erste Beratungstermin findet vom 5. bis 7. Februar statt, der Anmeldeschluss ist der 29. Januar. Informationen und die Anmeldung befinden sich auf www.endlagersuche-infoplattform.de. Ein zweiter Beratungstermin ist für den 15. bis 18 April sowie vom 10. bis 13. Juni geplant.

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Eine Karte mit Erklärungen zu allen geeigneten und ausgeschlossenen Endlager-Teilgebieten befindet sich hier. Und auf www.online-beteiligung-endlagersuche.de können Bürger bereits Stellungnahmen, Kommentare oder Gutachten zur Endlagersuche einbringen. (mk)