Rügen: Beliebtes Lokal muss dichtmachen! „Einfach unfassbar, das ist mehr als traurig“

In Binz auf Rügen muss ein beliebtes Lokal dichtmachen.
In Binz auf Rügen muss ein beliebtes Lokal dichtmachen.
Foto: imago images/Jens Koehler

Die traurigen Nachrichten von Rügen reißen nicht ab: Mehrere beliebte Lokale sind gerade dabei, sich von der Insel zu verabschieden. Sie sind nicht die Ersten – und wahrscheinlich werden sie auch nicht die Letzten sein.

Erst kürzlich machte die Meldung die Runde, dass das „Riff“ in Ralswiek auf Rügen seinen Betrieb einstellt (>> hier mehr). Jetzt folgt das nächste. Viele Menschen sind enttäuscht.

Rügen: Das war's für den „Rasenden Roland“

Es geht um das Restaurant „Rasender Roland“ am Kleinbahnhof Binz – benannt nach dem „Rasenden Roland“, der ältesten Schmal­spurbahn Deutschlands, die seit mehr als 100 Jahren über die Insel düst. In vielen Reiseführern tauchte das Lokal als Tipp auf. Seit Freitag ist es dicht, berichtet die „Ostsee Zeitung“.

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2004 war das Restaurant eröffnet worden. Alles war auf Eisenbahn gemacht. Die Bänke an den Tischen waren alten Eisenbahnabteilen nachempfunden, über den Köpfen der Gäste gab es Gepäcknetze, in denen alte Lederkoffer deponiert waren.

Die Kellnerinnen und Kellner kamen in Schaffner-Uniformen. Wer ein Schweineschnitzel mit Champignons und Pommes wollte, bestellte ein „Rangiergleis“; eine Tomatensuppe mit Sahnetupfer war in der Karte als „Schaffnermütze“ zu finden.

Jetzt nicht mehr.

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 70.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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In vielen Urlaubsorten entlang der deutschen Küste müssen Lokale dichtmachen, weil sie kein Personal mehr finden, das den hohen Besucherandrang bewältigen kann.

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Im Fall der „Rasenden Rolands“ ist es anders. Die bisherigen Betreiber wollen die Insel verlassen und mehr Zeit für Privates haben. „Es sind ausschließlich familiäre Gründe“, sagen sie. Darüber hätten sie vor etwa zwei Jahren auch ihren Vermieter informiert.

Betreiber hatten auf einen Nachfolger gehofft

Die Gastronomen hatten gehofft, es würde sich ein Nachfolger finden, der den „Rasenden Roland“ weiterbetreibt. Doch der Vermieter, die Kurverwaltung des Ostseebades, hat offenbar andere Pläne.

Die Räume werden vermutlich auch zukünftig für die Gastronomie genutzt. Betreiber könnte laut „Ostsee Zeitung“ die Kurverwaltung selbst sein. Aber fest steht demnach: Die Eisenbahnromantik, wie bisher, wird es hier nicht mehr geben.

Gut an kommt das nicht. Menschen, die die Insel lieben, werden deutlich. „Immer mehr deutsche Tradition und Geselligkeit verschwindet“, heißt es in sozialen Medien.

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Oder: „Sind dort immer gerne hin gegangen. Echt schade.“ Auch „Das ist einfach traurig“ ist da zu lesen.

„Dieses Restaurant mit seinem Ambiente war ein Muss in Binz, freundliches Personal mit Spaß bei der Arbeit, super Küche und immer gut besucht, einfach unfassbar, das ist mehr als traurig.“

So sehen es noch viele weitere Menschen. Sie müssen sich jetzt ein neues Lieblingslokal suchen. (jds)