Sankt Peter-Ording: Mann macht seltsamen Fund am Strand – „ Was zum Geier ist das?“

Am Strand von Sankt Peter-Ording hat ein Mann einen außergewöhnlichen Fund gemacht (Symbolbild).
Am Strand von Sankt Peter-Ording hat ein Mann einen außergewöhnlichen Fund gemacht (Symbolbild).
Foto: imago/CHROMORANGE

Muscheln, Treibholz, Meerglas: Beim Spaziergang am Strand findet sich so allerhand Schönes und Seltenes. Auch in Sankt Peter-Ording spült die Flut regelmäßig Fundstücke aus dem Meer ans Ufer.

Ein Mann aus dem Harz hat bei seinem Besuch in Sankt Peter-Ording nun einen seltsamen Fund gemacht. Überall am Strand stieß er auf die kuriosen Formen, die das Meer in der Nacht zuvor ausgespuckt hatte.

Sankt Peter-Ording: Kurioser Fund am Nordsee-Strand

Nach einem Aufenthalt in dem beliebten Nordsee-Ort hat der Mann ein Foto auf Facebook geteilt. „Liebe Gruppe, bitte klärt mich auf. Was zum Geier ist das?“, fragt er. Auf dem Bild, das am Sonntag am Strandparken-Abschnitt entstanden ist, sind vier gelbliche Schalen in einer ovalen Form zu erkennen. „Der ganze Strand war voll damit“, erzählt der Nordsee-Besucher gegenüber MOIN.DE.

Viele Mitglieder der Facebook-Gruppe für Sankt Peter-Ording-Fans wissen sofort Bescheid und liefern die Antwort: Bei den Überbleibseln handelt es sich um die Reste von Sepien, den sogenannten Sepia-Schulp.

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„Die Herbststürme spülen oftmals eine besondere Sorte von Kalkschalen an den Strand, die außer für Naturkundler auch für Vogelhalter, Goldschmiede und Knochenchirurgen interessant ist“, heißt es dazu auf der Seite der Stiftung Schutzstation Wattenmeer. Im Rücken der Sepia, die zu den Tintenfischen gehört, steckt diese bis zu 30 Zentimeter lange Kalkplatte, die den Körper der Tiere stabilisiert.

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Das ist Sankt Peter-Ording:

  • Der Küstenort Sankt Peter-Ording liegt im Südwesten der Halbinsel Eiderstedt in Schleswig-Holstein.
  • Sankt Peter-Ording ist in vier Ortsteile gegliedert: Böhl, Bad, Dorf (Süd) und Ording. Dort leben insgesamt 3.997 Menschen.
  • Nach den Übernachtungszahlen ist Sankt Peter-Ording in Schleswig-Holstein das führende Seebad auf dem Festland. 2019 zählte der Küstenort 1.617.211 touristische Übernachtungen.
  • Sankt Peter-Ording hat als einziges deutsches Seebad eine eigene Schwefelquelle und trägt daher die Bezeichnung „Nordseeheil- und Schwefelbad“.
  • Bekannt ist der Küstenort auch für seine Pfahlbauten am Strand.
  • Von 1994 bis 1997 wurde in Sankt Peter-Ording die ARD-Serie „Gegen den Wind“ produziert.

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Sankt Peter-Ording: Vielfältige Verwendung von Sepia-Schulp

Sterben die Sepien, so kann ihr Schulp noch lange Zeit im Wasser bestehen und an der Oberfläche schwimmen. Algen und Seepocken benutzen ihn als Andockstelle und lassen sich auf den Kalkschalen weit treiben.

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Laut der Stiftung Schutzstation gibt es im Wattenmeer derzeit fast keine Sepien mehr. Die angespülten Fundstücke stammen aus westlicheren Gebieten. Vogelbesitzer können die Schalen sammeln und ihren gefiederten Freunden als Nahrung anbieten, die gerne am weichen Kalk herumpicken.

„Für Chirurgen ist der Kalk des Sepiaschulps interessant, weil daraus perfekte und kostengünstige Formteile zur Reparatur menschlicher Knochen hergestellt werden können“, erklärt die Schutzstation. Der Schulp kann sich durch Erhitzen so modellieren, dass er der menschlichen Knochen ähnelt und für Prothesen eingesetzt werden.

Auch Goldschmiede verwenden die Schulpen, um daraus Hohlformen für Ringe und Ohrringe zu schnitzen. Da das Kalk hitzebeständig ist, können anschließend Metalle in die Formen gegossen werden.

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Wer Hilfe bei der Bestimmung eines Strandfundes benötigt, kann übrigens auch auf die „Beach Explorer“-App von der Schutzstation Wattenmeer zurückgreifen. Hier werden zahlreiche Tiere, Pflanzen und andere Meeresfunde gelistet und jeder kann seine eignen Fundstücke teilen. (mik)