Schwerin: Frau ist am Ende – „Das ist eine absolute Scheißsituation“

Der Sport- und Freizeitpark „Belasso“ in Schwerin muss dicht machen.
Der Sport- und Freizeitpark „Belasso“ in Schwerin muss dicht machen.
Foto: imago images/BildFunkMV & imago images

Schlechte Nachrichten aus Schwerin! Der Sport- und Freizeitpark „Belasso“ schließt seine Türen für immer.

Gerüchte hat es in Schwerin schon seit zwei Jahren gegeben, doch die Pandemie hat das Schicksal der Freizeitanlage endgültig besiegelt. Für die Mieter in der Einrichtung eine Katastrophe.

Schwerin: Frau ist verzweifelt

„Das ist eine absolute Scheißsituation“, sagt Sandra Breitling, die neun Jahre ihren Friseurladen im Erdgeschoss des „Belasso“ betrieb.

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Jetzt ist plötzlich Schluss. Bis Mittwoch (7. Juli) wusste Breitling noch nichts vom abrupten Ende. Ein Mitarbeiter der Stadtwerke sei auf sie zugekommen und habe es ihr erzählt.

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Das ist Schwerin:

  • Schwerin ist die Hauptstadt und zweitgrößte Stadt des nordöstlichen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern (MV).
  • Rund 100.000 Einwohner leben dort.
  • Schwerin ist bekannt für das Schweriner Schloss, das auf einer Insel im Schweriner See liegt.
  • Der Schweriner See hat eine Fläche von rund 62 km² und ist nach der Müritz der zweitgrößte See in Norddeutschland und der viertgrößte Deutschlands.
  • Sportlich ist Schwerin seit Fritz Sdunek als Boxerstadt und durch den zwölffachen deutschen Meister Schweriner SC als Volleyballstadt bekannt.

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Für die 49-Jährige war das ein Schock. Sie hatte Hoffnung, dass es weitergehen kann. Die anderen Mieter im „Belasso“ hatten alle längst aufgegeben. Seit 2019 gab es Gerüchte über eine Schließung. Die Kosten für die Untermieter wurden drastisch erhöht, Sportflächen neu strukturiert und dann kam schließlich auch noch Corona.

Schwerin: „Keine Ahnung, wie es weitergeht“

Die Friseurmeisterin hatte durch die Pandemie etwa 50 Prozent ihrer Kunden verloren und wollte wieder einen Kundenstamm aufbauen. Doch daraus wird nichts. „Ich bin selbstständig, bekomme also kein Arbeitslosengeld, meine Mitarbeiterin muss ich entlassen. Ich habe keine Ahnung, wie es weitergeht“, erzählt sie aufgelöst der „Schweriner Zeitung“.

Bereits ein Großteil der Mitarbeiter der Freizeiteinrichtungen soll bereits entlassen worden sein. Eine Reinigungskraft, ein Hausmeister und zwei Trainer seien noch jeden Tag im Dienst, so Breitling.

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Und Kontakt zu Pächter Ziesing? Den gebe es nicht. Seit einem Wasserschaden kurz nach der Übernahme sei das Verhältnis ohnehin angespannt. Hoffnungen auf eine Entschädigung hat die Friseurin mittlerweile begraben.

Ob für die vielen Mitglieder oder für Sandra Breitling, die zuletzt Hoffnung auf Besserung hatten – das plötzliche Ende des „Belasso“ trifft viele in Schwerin. (oa)