Sylt: Einwohner sind in Aufruhr – sie wollen DAS wieder auf der Insel haben

Vor dem Rathaus von Westerland demonstrierten die Sylter. (Symbolbild)
Vor dem Rathaus von Westerland demonstrierten die Sylter. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Lindenthaler

Auf Sylt gehen Bürger auf die Barrikaden. Sie habe eine klare Forderung: Es soll wieder eine Geburtenstation auf der Insel geben. Für den 4. Mai ab 18 Uhr war vor dem Rathaus in Westerland eine Demo angekündigt.

Michael Müller hatte den Aufruf zur Demo gestartet. Der Sylter ist Anfang April Opa geworden. Seine Tochter brachte das Kind auf dem Schiff der Seenotretter zur Welt (MOIN.DE berichtete). Vorgesehen war, dass sie von Sylt in eine Krankenhaus auf dem Festland gebracht werden sollte. Doch dann ging alles schnell. Für Michael Müller, den Opa des kleinen Bosse, war das der Zeitpunkt, zu handeln.

Sylt: Parallel ist eine Demo auf Föhr geplant

„Es wird wohl ein wenig pustig werden auf der Demo, aber wir sind ja Nordfriesen und können das ab. Vielleicht kommt mit bisschen Rückenwind dann auf Sylt ja endlich mal Bewegung in die Sache“, sagte Michael Müller „SHZ.de“ vorab.

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Rund 100 Sylter kamen am Dienstagabend zusammen. Parallel war gemäß „SHZ“ auch eine Demo auf Föhr geplant. Schon seit einigen Jahren gibt es auf den nordfriesischen Inseln keine Geburtenklinik mehr. Schwangeren wird daher empfohlen, zwei Wochen vor dem errechneten Termin, die Insel zu verlassen.

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Das ist Sylt:

  • Sylt ist die größte nordfriesische Insel und liegt in der Nordsee
  • Nach Rügen, Usedom und Fehmarn ist Sylt die viertgrößte Insel Deutschlands
  • Der Tourismus ist seit über 100 Jahren auf Sylt von erheblicher Bedeutung, seit Westerland 1855 zum Seebad (Kurort) wurde
  • Im Sommer befinden sich täglich rund 150.000 Menschen auf der Insel
  • Zum Vergleich: Lediglich rund 18.000 Menschen leben auf Sylt

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Doch dass das mit der Zeit so eine Sache ist und Geburten durchaus schnell und ungeplant vonstatten gehen können, zeigt das Beispiel des kleinen Bosse.

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Michael Müller wird von „SHZ“ mit der Hoffnung zitiert, dass die Demo zu einem Umdenken in der Politik führt. Er zeige sich in dieser Hinsicht aber guten Mutes, da sich inzwischen der Bürgermeister persönlich der Sache angenommen habe.

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„Natürlich wäre eine Geburtenstation toll – jetzt muss erstmal kurzfristig die Basis klappen, und diese Basis ist in akuter Gefahr!“ hatte Nikolas Häckel, Bürgermeister der Gemeinde Sylt, bei Facebook geschrieben.

Die Geburt des kleinen Bosse auf dem Seenotkreuzer – bei der zum Glück alles gut ging – hat einiges ausgelöst auf der Insel. (kbm)