Sylt: Urlauber trauern um ihre Reisen – aber an diese eine Sache denkt kaum jemand

Menschen sind bei stürmischem Wetter Anfang November auf Sylt an der Strandpromenade unterwegs.
Menschen sind bei stürmischem Wetter Anfang November auf Sylt an der Strandpromenade unterwegs.
Foto: Bodo Marks / dpa

An diesem Wochenende waren das erste Mal seit Monaten wieder keine Urlauber auf Sylt vorzufinden. „Wir bedauern sehr, dass wir unsere Gäste aufgrund der notwendig gewordenen neuen Landesverordnung nach Hause schicken mussten“, sagte die Geschäftsführerin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TASH), Bettina Bunge.

Und auch viele Gäste bedauern natürlich sehr, dass sie Sylt verlassen oder ihren November-Urlaub streichen mussten.

Sylt: Fünf überraschende Fakten zur Insel
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Sylt: Menschen sind traurig

Manche Menschen sind schlicht und einfach traurig, können die Maßnahmen aber nachvollziehen. Andere zeigen Unverständnis, finden das Übernachtungsverbot für Touristen übertrieben, fühlen sich weggescheucht, wären am liebsten dortgeblieben.

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Wie dem auch sei: Die Insel Sylt ist aktuell ziemlich leer. Manche sagen, das sei immer so im November. Andere glauben, in diesem Monat wäre es ohne den Lockdown auf jeden Fall deutlich voller geworden als es nun der Fall ist (MOIN.DE berichtete).

Es gibt aber eben nicht nur Menschen, die aus Deutschland oder anderen Ländern auf die Insel fahren, um Urlaub zu machen. Es gibt auch jene, die auf Sylt wohnen und gerne anderswo hinfahren würden, wenn die Saison vorbei ist.

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Das ist Sylt:

  • Sylt ist die größte nordfriesische Insel und liegt in der Nordsee
  • Nach Rügen, Usedom und Fehmarn ist Sylt die viertgrößte Insel Deutschlands
  • Der Tourismus ist seit über 100 Jahren auf Sylt von erheblicher Bedeutung
  • Im Sommer befinden sich täglich rund 150.000 Menschen auf der Insel
  • Zum Vergleich: Lediglich rund 18.000 Menschen leben auf Sylt

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Sylt: Auch Einwohner wären gerne weggefahren

Das ist ein Phänomen, das es in allen Ferienorten gibt: die Menschen, die die ganze Saison über arbeiten, um das Portemonnaie vollzukriegen und den Gästeandrang zu bewältigen, würden nach dem Ende der Hauptsaison gerne selbst in den Urlaub fahren und sich vom Sommer erholen.

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Eine Frau erinnert auf Facebook unter den Beiträgen der traurigen Sylt-Fans daran: „Nur mal so nebenbei erwähnt. Auch die Sylter wären jetzt gerne, nach gefühlt seit dem 18. Mai. durchgehender Hauptsaison, in den Urlaub gefahren. Müssen sie auch durch jetzt."

Damit spricht sie sicherlich vielen aus der Branche aus der Seele, die in dieser sehr gut besuchten und auch wegen der vielen Regeln anstrengenden Saison durchgearbeitet haben und nun in diesem Jahr wohl keinen Urlaub mehr machen können.

Bleibt für sie nur zu hoffen, dass sie es vor Beginn der nächsten Hauptsaison nochmal schaffen, wegzufahren.

Sylt: Klage gescheitert

Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Beschränkungen für Touristen innerhalb Schleswig-Holsteins im November braucht sich indes niemand machen. Ein Ferienhauskomplex von Sylt hatte gegen die Regeln geklagt.

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Doch das Oberverwaltungsgericht in Schleswig stellte mittlerweile fest: Mit der Verordnung einhergehende Grundrechtsverletzungen seien nicht festzustellen, darüber hinaus sei die Regelung auch verhältnismäßig und geeignet, den Anstieg der Pandemie wieder beherrschbar zu machen.

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Touristische Reisen brächten zumindest abstrakt die Gefahr mit sich, das Infektionsgeschehen an einen anderen Ort zu tragen. Die Beschlüsse seien unanfechtbar. (rg mit dpa)