Sylt: Wirt von der Insel klagt gegen Corona-Vorschrift – und hat Erfolg! „Unsinnige Gesetze“

Der Inhaber des Manne Pahl in Kampen auf Sylt hat Klage gegen die Corona-Vorschriften erhoben (Symbolbild).
Der Inhaber des Manne Pahl in Kampen auf Sylt hat Klage gegen die Corona-Vorschriften erhoben (Symbolbild).
Foto: picture alliance/dpa & Herbert Lehmann/picturedesk.com 2010; Restaurant Manne Pahl, Kampen, Sylt, Deutschland

Auf Sylt ist wieder ordentlich Betrieb! Viele Urlauber verbringen ihre freie Zeit wieder auf der Nordsee-Insel. Das freut natürlich auch die Gastronomie-Betriebe. Doch die vielen Corona-Vorschriften machen deren Alltag nicht leicht.

Abstände, Trennwände, Testen – für die Gastwirte auf Sylt ein enormer Aufwand. Das wollte Pius Regli, Betreiber des Manne Pahl in Kampen nicht mehr hinnehmen. Deshalb reichte er Klage ein.

Sylt: Wirt klagt gegen diese Corona-Regeln

Und der Gastronom hatte Erfolg: Aktuell dürfen im Manne Pahl nur 33 Sitzplätze genutzt werden. Jetzt ruderte der Kreis zurück und erlaubt eine Aufstockung – unter strengen Corona-Bedinungen.

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„Wenn das Restaurant ein schlüssiges Konzept vorlegt, werden wir einer Erhöhung der maximalen Gästezahl zustimmen“, teilte der Kreis auf Nachfrage vom „Sylter Rundschau“ mit.

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Das ist Sylt:

  • Sylt ist die größte nordfriesische Insel und liegt in der Nordsee
  • Nach Rügen, Usedom und Fehmarn ist Sylt die viertgrößte Insel Deutschlands
  • bekannte Kurorte sind Westerland, Kampen und Wenningstedt
  • Sylt hat einen ca. 40 Kilometer langen Sandstrand im Westen
  • Im Sommer befinden sich täglich rund 150.000 Menschen auf der Insel
  • Zum Vergleich: Lediglich rund 18.000 Menschen leben auf Sylt

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Wochenlang hatte sich der Manne-Pahl-Wirt über die Gesetze und Kontrollen geärgert. „Schauen Sie sich um, es ist leer. Wenn ich 33 Leute platziere, habe ich einen Abstand von fünf Meter pro Person“, sagt Regli.

Sylt: Aufstockung der Sitzplätze

Sein Rechtsanwalt hatte am Montag einen entsprechenden Änderungsantrag beim Kreis Nordfriesland eingereicht. Die Begrenzung auf 33 Plätze, also die Hälfte der sonst zulässigen 66 Plätze im Manne Pahl, sei aufgrund eines Brandschutzplans wegen der Corona-Pandemie festgelegt worden, den der Gastronom selbst gar nicht kenne und der seinen Wintergarten nicht berücksichtigt.

Dagegen legte sein Anwalt Widerspruch ein und forderte eine Aufstockung der Sitzplätze. Jetzt soll auf Grundlage eines Grundrisses ein neuer Bestuhlungsplan erstellt werden.

Anwalt Ingerowski hält eine Aufstockung auf etwa 70 Sitzplätze für durchaus realistisch, Schon am Mittwoch will er dem Kreis zusammen mit Regli ein schlüssiges Konzept unter Einhaltung der Corona-Regeln vorlegen und hofft auf eine Klärung spätestens bis zum Wochenende.

Sylt: Gastronom ist erleichtert

Der Kreis als Aufsichtsbehörde hat zugesagt, dieses zeitnah prüfen: „Sind die dargestellten Maßnahmen geeignet, um die Corona-Bekämpfungsverordnung einzuhalten, werden wir die maximale Gästezahl per Verfügung ändern.“

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Pius Regli ist zufrieden und kann aufatmen. „Wir haben eine Jahrhundertkatastrophe, das ist mir sehr bewusst. Nur wenn man unsinnige Gesetze macht, verliert der normale Mensch die Lust an Gesetzestreue“, begründet er seine juristische Offensive gegenüber „shz.de“. (oa)