Hamburger SV: Coach Thioune nach erster Pleite selbstkritisch – „Nicht gut im Nachhinein“

Daniel Thioune, Trainer des Hamburger SV, zeigte sich nach der ersten Saisonniederlage selbstkritisch.
Daniel Thioune, Trainer des Hamburger SV, zeigte sich nach der ersten Saisonniederlage selbstkritisch.
Foto: imago images/Michael Schwarz

Jetzt hat es auch den Hamburger SV erwischt: Der Tabellenführer kassierte gegen den VfL Bochum die erste Niederlage der Saison. Das Team bleibt zwar an der Spitze, aber der Vorsprung schmilzt.

Nach dem Spiel zeigte sich HSV-Coach Daniel Thioune selbstkritisch.

Hamburger SV: Blasser Auftritt gegen Bochum

Tabellenführer Hamburger SV hat zum ersten Mal in dieser Saison der 2. Fußball-Bundesliga verloren und nur noch drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Das 1:3 (0:1) gegen den VfL Bochum im Heimspiel am Sonntag im leeren Volksparkstadion war die verdiente Quittung für einen blassen Auftritt.

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Robert Zulj brachte die Gäste mit einem verwandelten Foulelfmeter in Führung (35. Minute), Simon Terodde glich per Elfmeter mit seinem neunten Saisontor aus (65.). 13 Minuten später hob Danny Blum den Ball sehenswert zum 2:1 über HSV-Schlussmann Sven Ulreich hinweg ins Tor (78.). Raman Chibsah rundete den Sieg mit dem dritten Bochumer Treffer ab (82.).

Drei Spiele in Serie sind die Hamburger jetzt ohne Sieg geblieben. Erst gegen St. Pauli (2:2) und gegen Holstein Kiel (1:1) remis, nun gegen Bochum die Niederlage. Deshalb sollte die Partie gegen den VfL alle Zweifel beseitigen und den HSV als Dominator der 2. Liga bestätigen.

Doch es kam anders. Die frechen und spritzigen Bochumer kauften den Platzherren den Schneid ab. Sie spielten schneller, waren zweikampfstärker, rückten hoch auf und zwangen die Hamburger mit einem unangenehmen Pressing früh zu Fehlern. Dem HSV fehlte es an Ideen, die forschen Bochumer zu bremsen und selbst zu Torgelegenheiten zu kommen.

„Wir haben verdient verloren. Das war kein gutes Spiel“, befand Trainer Daniel Thioune. Den Hamburgern fehlte es an Tempo, Kreativität und Offensivkraft. „Wir haben nicht so zünden können, wie wir uns das gewünscht hatten“, meinte der Coach.

Thione: Diese Entscheidung war „nicht gut im Nachhinein“

Nach dem Seitenwechsel hatte das Elfmetertor von Terodde den Einheimischen Zuversicht gegeben, das Spiel noch zu drehen. Thioune brachte auf einen Schlag vier neue Spieler, musste jedoch eingestehen, damit nicht die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Es kamen weder größere Torgefahr, noch Ballsicherheit ins Team. „Die Wechsel waren nicht gut im Nachhinein“, meinte der Coach.

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Die Dreierkette mit Jan Gyamerah, Toni Leistner und Moritz Heyer hatte sich nicht als Stabilitätsanker erwiesen. Auch da hatte der Trainer mehr erwartet. Bislang war es dem HSV nach schwächerer erster Halbzeit gelungen, das Spiel im zweiten Durchgang an sich zu reißen. Diesmal jedoch nicht.

Die Bochumer blieben gefährlich, hatten gar Möglichkeiten für einen höheren Sieg. Thioune beklagte, dass sich seine Mannen keine Abschlusssituationen erarbeitet, nicht für ausreichend Anspielstationen gesorgt hatten.

Einen Trend wollte der Coach aus den jüngsten drei Spielen ohne Sieg aber nicht ableiten. „Ich löse mich davon, ob das ein Trend ist“, sagte er. „Bei mir ist das Glas halb voll und nicht halb leer.“
(the mit dpa)